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Remis in Wetzlar: Der HCE verliert erneut den Faden

Beim 28:28 führten die Erlanger zwischenzeitlich komfortabel - 25.02.2021 21:04 Uhr

Erneut kein Sieg für Michael Haaß und seinen HC Erlangen.

23.02.2021 © Sportfoto Zink / Wolfgang Zink, Sportfoto Zink / Wolfgang Zink


Eine gute Stunde dauert die Busfahrt von Coburg nach Erlangen, aber das hatte bei der Mannschaft von Michael Haaß natürlich nicht ausgereicht, um den Frust zu verdauen. Gegen den Tabellenletzten der Handball-Bundesliga zu verlieren: Das passt schon länger nicht mehr zum Anspruch beim HC Erlangen, erst recht nicht, wenn es gegen den fränkischen Rivalen geht.

Eine Woche blieb ihnen, um die Schmach aufzuarbeiten - und sich vor allem auf die nächste schwere Aufgabe vorzubereiten. Am Donnerstagabend musste der HCE erneut auswärts ran, in Wetzlar beim Tabellenachten wäre eine Niederlage keine Schande gewesen, aber die Gäste hatten sich vorgenommen, die gegen Coburg fest eingeplanten Punkte möglichst schnell zurückzuholen.

Das klappte nur teilweise. Nach 60 Minuten stand ein 28:28 (17:12)-Unentschieden, weil sich der HCE zunächst von kleineren Rückschlägen nicht aus dem Konzept bringen ließ, dann aber völlig den Faden verlor.

Forderung nach mehr Härte

Knapp drei Stunden dauerte diesmal die Fahrt und als die Erlanger in Mittelhessen aus dem Bus stiegen, hatten sie die Vorgaben ihres Trainers ganz offensichtlich noch nicht vergessen. "Auswärts geht es immer nur über die Abwehr", sagte Haaß im Vorfeld und forderte mehr "Härte" im Vergleich zum letzten Auftritt.

Tatsächlich übertrieben es seine Spieler mitunter ein wenig mit der Härte. Fünf Zeitstrafen bekamen sie alleine in der ersten Halbzeit aufgebrummt und schienen sich dadurch nach 14 Minuten und beim Stand von 6:6 selbst aus dem Konzept zu bringen. Plötzlich zog die Handballspielgemeinschaft aus Wetzlar bis auf 10:7 davon, verpasste es aber, sich noch weiter abzusetzen.

Haaß holte Klemen Ferlin auf die Bank und beorderte Martin Ziemer ins Tor, die verbliebenen Abwehrspieler blieben aufmerksam und nach 20 Minuten durfte Rückkehrer Steffen Fäth wieder den Ausgleich erzielen (10:10).

Dieses Comeback gab den Gästen Auftrieb und ermunterte sie zu einem erstaunlichen 7:2-Lauf bis zur Pause. Christopher Bissel schonte seinen Körper nicht und nahm ein Offensivfoul auf, Ziemer hielt drei der ersten fünf Würfe, die auf sein Tor kamen und Sime Ivic, der den etwas glücklosen Antonio Metzner ersetzte, traf wie er wollte.

Erneuter Bruch in der Partie

Nach der Pause schien sich zunächst nichts zu ändern. Ivic traf per Siebenmeter und im Tempogegenstoß, Ziemer steuerte eine weitere Parade bei, plötzlich führte der Außenseiter mit sieben Toren Vorsprung (19:12). Was den Erlangern eigentlich Sicherheit und eine breite Brust hätte verleihen sollen, verlieh ihnen: die völlige Verunsicherung.

Beim Stand von 20:13 erlebte die Partie einen weiteren Bruch, diesmal waren es die Wetzlarer, die nach dem enormen Rückschlag nicht den Glauben verloren. Im Angriff war plötzlich der Rhythmus weg, die Ballverluste häuften sich und in der Verteidigung kam ihnen nach und nach die Härte abhanden. "Wir haben angefangen zu zittern", stellte Michael Haaß danach fest. Nicht zum ersten Mal in dieser Saison.

Nach 37 Minuten rief Erlangens Trainer zur Auszeit und mahnte zur Ruhe, doch es wurde nur kurzzeitig besser. Bis auf 20:18 kam Wetzlar heran, dann glückte es dem HCE wieder etwas wegzuziehen, doch die Gastgeber gaben nicht auf, stellten in der Abwehr auf eine offensive 3-3-Deckung um und verunsicherten die nervösen Erlanger zusätzlich. ​​​In der Schlusssekunde traf Maximilian Holst für Wetzlar per Siebemeter zum Endstand von 28:28. Immerhin dauerte die Rückfahrt dies mal drei Stunden.

Erlangen: Ferlin, Ziemer; Ivic 7/2, Jeppsson 6, Sellin 4, Metzner 4, Firnhaber 2, Büdel 2, Bissel 2, Fäth 1, Overby, Link, Kellner, Schäffer

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