"Neuen Reiz setzen"

Funk für Burchert: Fürths Trainer erklärt den Torwartwechsel in Köln

2.10.2021, 11:31 Uhr
"Wir hatten das Empfinden, dass er dran ist": Marius Funk durfte in Köln sein erstes Bundesligaspiel machen, der etablierte Sascha Burchert (dahinter) musste auf der Bank Platz nehmen.

© Sportfoto Zink / Melanie Zink, Sportfoto Zink / Melanie Zink "Wir hatten das Empfinden, dass er dran ist": Marius Funk durfte in Köln sein erstes Bundesligaspiel machen, der etablierte Sascha Burchert (dahinter) musste auf der Bank Platz nehmen.

Die größte Überraschung versteckte sich auf einem weißen A4-Zettel. Ganz oben auf dem Aufstellungsbogen, dort, wo in den vergangenen Jahren immer der Name Sascha Burchert stand, war am Freitagabend in Köln "Marius Funk" zu lesen. Die Entscheidung von Stefan Leitl, seinen langjährigen Führungsspieler und Aufstiegstorhüter auf die Bank zu setzen, war das Thema vor dem Anpfiff - vor allem, weil sich der Wechsel nicht unbedingt angedeutet hatte.

Während der 90 Minuten zeigte der 25-Jährige, der das Fürther Trikot bereits seit 2016 trägt, dann, dass er tatsächlich ein guter Torhüter ist. In seinem ersten Bundesliga- und seinem sechsten Ligaspiel überhaupt im Kleeblatt-Trikot spielte Funk fast jeden Abstoß, jeden langen Ball genau dorthin, wo er wollte - meist auf den Kopf von Havard Nielsen. Kurz vor der Pause rettete er stark gegen Modeste und hielt seine Mannschaft, die ja früh in Führung gegangen war, so im Spiel.

In der zweiten Hälfte konnte Funk allerdings auch nicht verhindern, dass der Ball dreimal in seinem Tor landete. Schuld an den Gegentreffern aber trug er keine. Vor dem 1:1 verlor Paul Seguin seinen Gegenspieler im Strafraum aus den Augen, beim 1:2 aus Fürther Sicht verlor Marco Meyerhöfer das Kopfballduell gegen Hector, am zweiten Pfosten kamen Seguin und Jetro Willems zu spät. Das 1:3 war ein Konter, den Shkiri mit seinem zweiten Tor krönte

Ein paar Minuten später, als die nächste Niederlage aus Fürther Sicht feststand, nahm sich Stefan Leitl viel Zeit, um seine Entscheidung zu erklären. "Wir waren nicht unzufrieden mit Saschas Leistungen", sagte er, "ihm hat aber auch schon in der letzten Saison teilweise das Matchglück gefehlt, dass er den ersten Ball mal hält und uns damit im Spiel hält." Das Trainerteam fand deshalb, dass es an der Zeit gewesen sei, "einen neuen Reiz zu setzen".

Keine spontane Entscheidung

Bereits in der Vorbereitung war der Kampf um die Nummer eins sehr eng gewesen, Funk zeigte in den Testspielen und im Trainingslager sehr gute Leistungen - am Tag vor dem Pokalspiel in Babelsberg aber legte sich Leitl auf Burchert als Stammtorhüter fest. Dann aber kamen sechs Spiele mit fünf Niederlagen - begleitet von sehr guten Trainingsleistungen von Marius Funk. "Wir hatten das Empfinden, dass er dran ist", erzählte Leitl. Die Entscheidung sei nicht spontan gefallen, auch wenn Funk erst ein paar Stunden vor dem Spiel davon erfuhr. "Wir hatten es die Woche über schon vorgehabt, wollten aber die Trainingseindrücke abwarten", so Leitl - die ihn und seine Trainerkollegen bestätigten.

Mit der Leistung seiner neuen Nummer eins, die diese schon lange auf dem Trikot trägt, war der Trainer zufrieden. "Ich fand, dass er ein sehr gutes Spiel gemacht hat - trotz der drei Gegentore", sagte der Trainer. Wie es jetzt weitergeht, ob Funk auf Dauer die Nummer eins bleibt, wollte Stefan Leitl in der Nacht zum Samstag nicht sagen. "Es gibt keine Festlegung", betonte er. "Wir haben jetzt zwei Wochen Pause, da können wir uns neu sortieren und gut trainieren. Dann werden wir sehen."

Burchert sei, natürlich, sehr enttäuscht gewesen, "er hat unter mir permanent gespielt, er ist Sportler", so Leitl - als solcher will man möglichst immer spielen. "Sascha war in der Besprechung vor dem Spiel aber ganz klar und hat uns auf der Bank sensationell unterstützt", befand der Trainer. "Er ist einfach ein Leader - ich habe aber ehrlich gesagt auch nichts anderes von ihm erwartet."

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