Fürth gastiert bei RB

Kleeblatt-Gegner Leipzig: Besonderer Trainer, besondere Spieler

Michael Fischer, Sportredakteur
Michael Fischer

Nürnberger Nachrichten

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22.10.2021, 12:00 Uhr
Höhenflieger dieser Saison: Christopher Nkunku (in Weiß) hat sich bei RB prächtig entwickelt. 

Höhenflieger dieser Saison: Christopher Nkunku (in Weiß) hat sich bei RB prächtig entwickelt.  © FRANCK FIFE, AFP

Mit der Gesamtsituation...

... können sie in Leipzig nicht zufrieden sein. In der Bundesliga ist RB nach acht Spieltagen mit elf Punkten nur Achter – zu wenig für die großen Ambitionen des von Red Bull alimentierten Klubs. Auch in der Champions League läuft es bislang nicht. Die Niederlagen gegen Paris und Manchester City sind angesichts der noch viel größeren finanziellen Möglichkeiten der beiden Kontrahenten erklärbar – dass Leipzig aber auch gegen den belgischen Außenseiter Brügge verloren hat, tut den Leipzigern sehr weh. Nach dem 2:3 in Paris am Dienstag ist das Aus nach der Gruppenphase so gut wie besiegelt. In den verbleibenden Partien geht es nur noch darum, zumindest in der Europa League zu überwintern.

An der Seitenlinie...

... steht ein Mann, der schon eine lange Vergangenheit im Fußball-Imperium des Brauseherstellers hat. Der US-Amerikaner Jesse Marsch übernahm 2015 die New York Red Bulls in der Major League Soccer (MLS), nach seiner ersten Spielzeit wurde er als „MLS-Trainer der Saison“ ausgezeichnet. 2018 wechselte er aus den USA nach Deutschland und wurde bei RB Leipzig zusammen mit dem heutigen Nürnberger Coach Robert Klauß Co-Trainer von Ralf Rangnick.

Am Ende der Saison wurde Leipzig Dritter, qualifizierte sich für die Champions League – die Marsch allerdings in der neuen Spielzeit als Trainer von RB Salzburg erlebte. In Österreich löste er Marco Rose ab, den es in die Bundesliga zu Borussia Mönchengladbach gezogen hatte. In der Königsklasse des Fußballs scheiterten die Salzburger, bei denen damals noch Erling Haaland stürmte, zwar an Neapel und Liverpool, einen Namen hatte sich Jesse Marsch dennoch gemacht. Nach einer weiteren erfolgreichen Saison war er reif für das Aushängeschild des Konzerns und durfte im Sommer von Julian Nagelsmann, der dem Ruf der Bayern folgte, RB Leipzig übernehmen.

Der letzte Auftritt...

... führte RB in der Champions League nach Paris. Beim 2:3 gegen das Star-Ensemble um Lionel Messi und Kylian Mbappé hielten die Leipziger zwar gut mit, mussten in einigen Situationen aber auch anerkennen, dass PSG noch einmal eine ganz andere Qualität hat. Dennoch sind sie stolz, mittlerweile selbst den besten Mannschaften der Welt Paroli bieten zu können. „Wir müssen fast eine perfekte Leistung abliefern, um eine Chance zu haben“, sagte Trainer Jesse Marsch nach der knappen Niederlage. „Und was wirklich überragend ist: Das haben wir fast geschafft.“

Alle Augen auf...

... Christopher Nkunku. Der 23-Jährige ist derzeit der herausragende Spieler bei RB und hat in zwölf Partien bereits 13 Scorerpunkte gesammelt. Unter anderem schoss er beim wilden 3:6 in der Champions League bei Manchester City drei Tore. Gegen seinen ehemaligen Verein gelang ihm zwar weder ein Treffer noch eine Vorlage, dennoch hat er den Parisern gezeigt, dass sie da 2019 einen sehr talentierten Spieler haben ziehen lassen.

Für 13 Millionen Euro wechselte Nkunku nach Leipzig, inzwischen ist er knapp 50 Millionen wert und damit der wertvollste Spieler, der nicht in der Nationalspielmannschaft seines Landes spielt – was auch für die Stärke der französischen Auswahl spricht. In Leipzig fühlt sich Nkunku jedenfalls sehr wohl, was auch am Trainer liegt. „Im neuen System habe ich etwas mehr Freiheiten und Platz“, sagt er. „Das kann ich nutzen.“

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