Mit Schiele und Fejzic

Nächster Fürther Gegner: Was Sie über Eintracht Braunschweig wissen müssen

Michael Fischer, Sportredakteur
Michael Fischer

Nürnberger Nachrichten

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5.11.2022, 11:00 Uhr
Einst Co-Trainer in Fürth, jetzt Chefcoach in Braunschweig: Michael Schiele.

© Michael Matthey, dpa Einst Co-Trainer in Fürth, jetzt Chefcoach in Braunschweig: Michael Schiele.

So ist die Lage

Erstaunlich gut für einen Aufsteiger. Nach einem schwachen Start hat sich die Eintracht gefunden und zuletzt achtmal in Folge nicht verloren. Mit 17 Punkten aus 15 Spielen steht Braunschweig auf dem elften Tabellenplatz – einem Rang, gegen den man wohl auch im Mai 2023 nichts einzuwenden hätte.

Top & Flop

0:2. 0:3. 0:1. 0:3. Nach den ersten vier Spieltagen war die Eintracht mit null Punkten und 0:9 Toren Letzter. Dass der fürchterliche Saisonstart aber nicht dem Leistungsvermögen des Aufsteigers entsprach, zeigte sich nicht nur zwischen diesen vier Niederlagen.

Im DFB-Pokal besiegte die Eintracht Hertha BSC in der ersten Runde – und fing ein paar Wochen danach auch fleißig an zu punkten. Dem ersten Saisonsieg beim 4:2 gegen den 1. FC Nürnberg ließ Braunschweig Erfolge gegen Karlsruhe, Sankt Pauli sowie Magdeburg folgen und verlor im September und Oktober einfach nicht mehr. Der Lohn des langen Tops nach dem Flop: Platz elf.

Im Fokus

Der Erfolg des BTSV ist eng verknüpft mit einem Kroaten aus Italien. Filip Benkovic kam am letzten Tag der Transferperiode per Leihe vom Serie-A-Klub Udinese Calcio und gab beim ersten Saisonsieg gegen Nürnberg sein Debüt in der Innenverteidigung. "Der 25-Jährige hat die Eintracht-Abwehr stabilisiert und die ,Löwen‘ noch aggressiver gemacht", schrieb der NDR in einem Text, der in Zusammenarbeit mit der Datenfirma "Global Soccer Network" entstand.

"Seine 87,62 Prozent gewonnenen Zweikämpfe pro Partie sind herausragend und sicherlich ein Grund, warum die Gegner der Blau-Gelben nun nur noch auf einen ,Expected goals‘-Wert von 1,29 kommen – anstatt 2,40 wie in den ersten sechs Saisonspielen". Die Eintracht-Defensive lässt seit der Umstellung auf eine Dreierkette mit Benkovic als Organisator also deutlich weniger hochkarätige Chancen zu.

Die Bilanz

Sieht ganz gut aus für das Kleeblatt. Neun Fürther Siegen stehen sechs Braunschweiger entgegen, dazu gab es in all den gemeinsamen Zweitligajahren vier Remis. Die jüngsten drei Vergleiche mit der Eintracht gewann die Spielvereinigung allesamt, darunter im Aufstiegsjahr zweimal sehr überzeugend mit 3:0. Beim Hinspiel vor knapp zwei Jahren trafen unter anderem ein gewisser Robin Kehr sowie Dickson Abiama.

Man kennt sich

Als Michael Schiele 2015 zusammen mit Stefan Ruthenbeck nach Fürth kam, da kannten ihn nur wenige Menschen in Fußball-Deutschland. Nachhaltigen Eindruck hinterließ der sympathische Schwabe auch nicht im Ronhof und wurde im November 2016 genauso wie sein Chef Ruthenbeck freigestellt. Nach Stationen in Würzburg und Sandhausen übernahm er vor der Saison 2021/2022 in Braunschweig – und schaffte mit der Eintracht den direkten Wiederaufstieg.

Einer der Erfolgsgaranten war Jasmin Fejzic. Der inzwischen 36 Jahre alte Torhüter spielte bereits 2005 bei der zweiten Mannschaft des Kleeblatts und kehrte später nochmal zurück. Sein größtes Spiel war gleichzeitig sein traurigstes. Im DFB-Pokal gegen Borussia Dortmund wurde er in der 118. Minute eingewechselt, um den Fürthern im Elfmeterschießen zu helfen. In der 120. Minute aber schoss Ilkay Gündogan an den Pfosten, von wo aus der Ball an Fejzics Rücken prallte und von dort aus ins Tor. Das 1:2 ließ alle Träume vom Finale in Berlin zerplatzen.

Und sonst so?

Das Kleeblatt wartet weiter auf seinen ersten Auswärtssieg seit dem 16. Mai 2021. Damals gewann Fürth 4:2 beim SC Paderborn.

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