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Weiler und Schäfer geraten ins Frankfurter Kreuzfeuer

Nach dem Wirbel um Russ - FCN-Torhüter: "Meine Worte waren dumm" - 20.05.2016 11:23 Uhr

René Weiler und Raphael Schäfer zogen den Unmut der Frankfurter und eigenen Fans auf sich. © Zink


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René Weiler und Raphael Schäfer erklärten sich in der Nacht, nachdem ihre Äußerungen Unmut bei vielen Fans ausgelöst hatte. Seine Kritik an Eintracht Frankfurt nahm Weiler zurück: "Mir waren die Vorgänge bei der Eintracht nicht im Detail bekannt. Ich habe meine Aussage auch bei Marco Russ sowie den Frankfurter Verantwortlichen persönlich unmittelbar klargestellt."

Direkt nach Abpfiff hatte Weiler noch anders geklungen: "Ich möchte zu dieser Dramatik nicht viel sagen. Ich finde diese Publikation dieser Geschichte nicht ideal. Ich finde, der Fußball darf auch nicht hinhalten für irgendwelche Inszenierungen", hatte der Club-Coach nach der Partie erklärt und deutlich die Vorgehensweise der Frankfurter Eintracht kritisiert. Schon zu diesem Zeitpunkt hatte sich Weiler allerdings auch differenziert und mitfühlend gezeigt: "Es tut mir leid, wenn er krank ist, das wünsche ich niemandem. Da möchte ich, dass er möglichst schnell wieder gesund wird. Aber dass man das am Spieltag kommuniziert, finde ich nicht ideal", sagte der Schweizer in die TV-Kameras. Das Wort "Inszenierung" blieb allerdings haften.

Sein Gegenüber Niko Kovac hatte Weiler vehement wiedersprochen: "Krankheiten kann man nicht inszenieren - Krankheiten kommen."

Sein Vorwurf vor Fernsehkameras nach Abpfiff sei nicht gegen den Verein gerichtet gewesen, "sondern ging an diejenigen, die den Fußball als Bühne nutzen und mit so einer Nachricht mitten in der Nacht an die Öffentlichkeit gehen", erklärte der Club-Coach dann in der Nacht auf Freitag.

Weiler konkretisierte Stunden nach Abpfiff auch seine Kritik am Zeitpunkt für die Veröffentlichung der Erkrankung. Frankfurt und Russ seien fast dazu genötigt worden, "die intimsten Dinge preisgeben zu müssen, um nicht als Dopingsünder in Verdacht zu stehen", erklärte der Trainer des 1. FC Nürnberg. Dem erkrankten Russ wünsche er nur das Beste: "Es geht mir immer um den Menschen - und Gesundheit ist dabei das Allerwichtigste."

Die Anti-Doping-Kommission des DFB hatte Eintracht Frankfurt am Tag vor dem Relegations-Hinspiel zunächst über eine positive Dopingprobe bei Russ informiert.

Schäfer: "Meine Worte waren dumm"

Torhüter Raphael Schäfer entschuldigte sich noch auf der Heimreise für seine Äußerungen: "Meine Worte waren dumm, dafür kann ich mich nur aufrichtig entschuldigen. Ich habe mich voreilig geäußert, ohne Bescheid zu wissen. So etwas darf mir nicht passieren, das ist absolut nicht in Ordnung." Der 37-Jährige schickte Genesungswünsche an die Adresse des erkrankten Russ: "Ich wünsche Marco das Allerbeste und bin sicher, dass er wieder gesund wird."

Direkt nach Spielende hatte der erfahrene Spieler in einem Interview mit dem Sender Sky noch wild spekuliert: "Ich glaube wenn einer wirklich schwer krank ist, dann kann er heute kein Fußball spielen", sagte der Nürnberger Torwart nach Abpfiff: "Von dem her war das schon eine sehr komische Meldung genau heute vor dem Spiel."

Auf diese Aussagen hatten nicht nur die Frankfurter Fans mit Verachtung und Unmut reagiert. Auch die Nürnberger Anhänger zeigten kein Verständnis für die Haltung ihres Trainers und Torwarts.

Im Netz stellten sich die Fans vor allem gegen Raphael Schäfer, da Trainer Weiler schon kurz nach seinen Aussagen etwas zurückrudert hatte: "Es tut mir leid, wenn er krank ist, das wünsche ich niemandem. Da möchte ich, dass er möglichst schnell wieder gesund wird."

Am Mittwochabend hatte Eintracht Frankfurt bekanntgegeben, dass der 30 Jahre alte Marco Russ an Krebs erkrankt sei. Durch diese Meldung erhielt das Relegationshinspiel eine ganz andere Bedeutung, zumal Russ darauf bestand, in der Startelf zu stehen und zu spielen.

Zahlreiche Genesungswünsche erreichten den Verteidiger innerhalb kürzester Zeit, unter anderem sendete der Benjamin Köhler (Union Berlin), der ebenfalls an Krebs erkrankt war und den Kampf gegen die Krankheit gewonnen hatte, eine Videobotschaft an seinen Kumpel Russ.

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In einem wilden Relegationshinspiel hat sich der 1. FC Nürnberg eine ordentliche Ausgangsposition für das Rückspiel vor heimischer Kulisse geschaffen. Das 1:1 öffnet die Tür zur 1. Bundesliga. Am Samstag war Noten-Tag, die des kicker lagen noch nicht vor.


Der Artikel wurde letztmals am 20. Mai 2016 um 11.23 Uhr aktualisiert. Anmerkung: Wir haben den O-Ton von Club-Coach René Weiler vom Donnerstagabend mit weiteren Ausführungen von ihm ergänzt.

Das Video wird präsentiert von frankenfernsehen.tv

 

vah/tok

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