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Wieder trafen Occean und Nöthe

Fürth tat sich schwer beim 3:0 gegen Ingolstadt - 19.08.2011 20:04 Uhr

Fürths Olivier Occean (l) jubelt mit Sercan Sararer über seinen Treffer zum 1:0. © dpa


Per Kopf traf Klaus, was bei ihm auch eher selten vorkommt. Sein 3:0 bedeutete dann auch den verdienten Endstand in einer eher durchwachsenen Partie, die den Fürthern für zumindest 19 Stunden den Platz an der Tabellenspitze einbrachte.

Die Hereinnahme des dann blass bleibenden Sercan Sararer für Klaus war die einzige Umstellung, die Büskens im Vergleich zum 1:0-Sieg in Paderborn vorgenommen hatte. Sein Ingolstädter Pendant, der langjährige „Kleeblatt“-Coach Benno Möhlmann, hingegen musste auf Mittelfeldakteur Leo Haas (Wadenverletzung) verzichten, der im Sommer von Fürth zu den „Schanzern“ gewechselt war.

Furios legten die Hausherren los: Schon in der ersten Minute kam Olivier Occean freistehend an der Strafraumgrenze zum Schuss, brachte aber nur einen Kullerball aufs Tor des Ex-Fürthers Sascha Kirschstein. Besser machte er es acht Minuten später: Da hatte Stephan Fürstner – neben Occean stärkster SpVgg-Akteur – Stephan Schröck bedient, der mit Übersicht auf den Kanadier passte, der nur noch einschieben musste.

Es war Schröcks beste Aktion bis zur 45. Minute, als er nach zu vielen eigensinnigen Aktionen erneut zu Occean flankte, der nur knapp verpasste. Dazwischen passierte in einer zerfahrenen Partie wenig. Gegen die mit Mann und Maus verteidigenden Gäste fiel den Fürthern zu wenig ein. Außerdem bewegten sich Büskens’ Mannen auch im Mittelfeld viel zu wenig, um die Ingolstädter in Verlegenheit zu bringen. Eine Banalität mag dies belegen: Wer für die Hausherren einen Einwurf auszuführen hatte, war das „ärmste Schwein“: Kaum ein Mitspieler bot sich an, eher sah es nach Flucht aus, wenn Schiedsrichter Christian Fischer eine schnellere Ausführung anmahnte, Bernd Nehrig oder Heinrich Schmidtgal aber keine „Anwurfstation“ fanden.

Doch nicht nur mit Phlegma und erschreckend harmlosen Standards machten sich die Hausherren vor 8270 Zuschauern in der Trolli Arena das Leben schwer: Mit Fehlpässen – allen voran der diesmal indisponierte Kapitän Thomas Kleine – luden sie die harmlosen Ingolstädter wiederholt zu Torschüssen ein. Und hätte Keeper Max Grün Sekunden vor der Pause nicht Kopf und Kragen riskiert, hätte ein zu kurzer Rückpass Kleines den Ausgleich beschert.

Mike Büskens dürfte seinen Mannen in der Kabine die Leviten gelesen haben. Jedenfalls agierten die nach dem Seitenwechsel deutlich aggressiver und auch ein wenig schneller. Sie handelten nicht mehr nur nach Schema F (weites Anspiel auf Occean, der nach hinten oder zur Seite ablegt), sondern kamen öfter auch über die Flügel und brachten so die Ingolstädter Abwehr um den sichtlich langsamer gewordenen Ex-Fürther Marino Biliskov öfter in Verlegenheit.

Zwar hatten die Gäste nach einem Stellungsfehler von Mergim Mavraj durch Ahmed Akaichi, der Grün aus fünf Metern in die Arme köpfte, die erste Torchance (47.), doch dann setzte sich Occean im Strafraum gegen Kirschstein und David Pisot durch, und seine Verlängerung zauberte Christopher Nöthe artistisch mit dem Außenrist ins FCI-Tor (53.). Danach hatte Occean noch zwei weitere gute Gelegenheiten, ehe der große Auftritt von Felix Klaus kam. Ähnliches wie dem Youngster wäre im Übrigen auch beinahe dem ebenfalls eingewechselten Tayfun Pektürk gelungen, doch der verzog in der Schlussminute.

In den letzten Minuten versäumten es Occean und Nöthe, die nun in der Torjägerliste mit je vier Treffern weit oben stehen, noch etwas fürs Torverhältnis zu tun. Doch immerhin hatten sich die Fürther das Polster vor der Partie in Bochum am nächsten Freitag erarbeitet, das Mavraj im Vorfeld gefordert hatte. Am Ende reichte den Fürthern beim vierten Sieg in Folge eine durchschnittliche Leistung gegen einen harmlosen Gegner, der erkennen ließ, warum er schon wieder tief im Tabellenkeller steht.

Fürth: Grün – Nehrig, Kleine, Mavraj, Schmidtgal – Fürstner (82. Pekovic), Prib – Sararer (73. Klaus), Schröck (77. Pektürk) – Occean, Nöthe / Ingolstadt: Kirschstein – Görlitz, Biliskov, Pisot (77. Buchner), Bambara – Metzelder (15. Ma. Hartmann), Matip – Leitl, Caiuby – Akaichi (62. Buddle), Mo. Hartmann / SR: Fischer (Hemer) / Tore: 1:0 Occean (9.), 2:0 Nöthe (53.), 3:0 Klaus (74.) Zuschauer: 8270 / Gelbe Karten: Mavraj – Biliskov (2), Caiuby.

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Philipp Roser E-Mail

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