UBE mit Dölle wird stärkste Kraft in Eckental

18.3.2014, 13:41 Uhr

Entmachtet hingegen wurden die Freien Wähler, die bisher den Bürgermeister stellen. Sie bleiben mit 15,2 Prozent noch deutlich hinter der CSU mit 24,7 Prozent der Stimmen und haben künftig nur noch vier statt acht Sitze im Marktgemeinderat.

Hier die Mitglieder des künftigen Marktrates Eckental mit dem Stimmenanteil in Klammern.

CSU: Reinhard Zeiß (4441), Heidemarie Löb (2627), Thomas Liebel (3449), Jochen Engelhardt (3174), Gerhard Wölfel (3174), Reinhard Nagengast (2673).

SPD: Konrad Gubo (3689), Thekla Mück (2256), Elke Riedel (1606).

Grüne: Astrid Marschall (2733) Manfred Bachmayer (3473) und Heiko Siebert (1776).

FW: Wilfried Glässer (3206), Albrecht Müller (1620), Günter Rauh (2090), und Horst Siebenkäs (1705).

UBE: Ilse Dölle (9036), Günter Fensel (4491), Petra Steinbach (2896), Thomas Weise (2536), Friedrich Schulz (2371), Felix Zosel (2319), Monika Nottbeck (2355), Harry Wörner (2723).

Altgediente ausgeschieden

Weil Christoph Hümmer den Sprung in den Marktgemeinderat trotz Platz 2 auf der Liste nicht schaffte, verlieren die FW auch ihren Fraktionsvorsitzenden. Auch Stephan Filler ist nicht mehr dabei. Dafür sitzt künftig der Brander Horst Siebenkäs, ehemaliger Rektor der Eckentaler Mittelschule, für die FW im Marktgemeinderat. Er kam auf 6,7 Prozent der Stimmen. Hoffnungsträger Michael Schölkopf, der erst vor kurzem von der CSU zu den Freien Wählern gewechselt hatte, ergatterte ebenfalls keinen Sitz.

Ein schmerzliches Ergebnis lieferte die Wahl auch für die CSU, die künftig nur noch sechs statt acht Sitze im Marktrat stellt und mit Martin Hofmann zudem ihren Fraktionsvorsitzenden und langjährigen Marktgemeinderat verliert. Er kam trotz Listenplatz 3 nur auf 6,1 Prozent. Auch Banker Matthias Bräunlein wird nicht mehr dabei sein. Dafür ziehen Bürgermeisterkandidat Reinhard Zeiß und der noch junge Jochen Engelhardt für die Christlich Sozialen ins Gremium ein.

Auch die SPD ist künftig nur noch mit drei statt vier Sitzen im Eckentaler Marktgemeinderat vertreten. Urgestein Rudi Dollack schaffte den Sprung nicht. Die Grünen sind wieder mit drei Sitzen präsent, die an Manfred Bachmayer, Astrid Marschall und Bürgermeisterkandidat Heiko Siebert gehen.

UBE stellt ein Drittel der Sitze

Die großen Abräumer sind die Unabhängigen Bürger Eckental, UBE. Neben den bisherigen Marktgemeinderatsmitgliedern Ille Dölle, Günter Fensel und Harry Wörner stellen sie künftig mit Petra Steinbach, Thomas Weise, Friedrich Schultz, Felix Zosel und Monika Nottbeck ein Drittel der Sitze im Eckentaler Rathaus. „Sie hat ihre Arbeit gut gemacht“, sagte die CSU-Vorsitzende Heidi Löb gestern zum großen Wahlerfolg von Ille Dölle, die im ersten Wahlgang 49 Prozent der Stimmen geholt hat. Sie wolle in den nächsten Tagen Gespräche mit der UBE-Vorsitzenden führen, die am 30. März in die Stichwahl gegen Amtsinhaber Wilfried Glässer geht, der auf nur 19,5 Prozent der Stimmen kam. „Sollte sie gewinnen, kann ich mir vorstellen, dass wir gut zusammenarbeiten“.

Gleiches gelte auch für den neuen Eckentaler Marktgemeinderat, innerhalb dessen sich die Machtverhältnisse nun deutlich verschoben haben. „Ich hoffe darauf, dass nun künftig wieder mehr Zusammenarbeit stattfindet und wir auch mal fraktionsübergreifend wichtige Themen angehen“, so Löb. Wer künftig den CSU-Fraktionsvorsitz übernimmt, soll im Laufe der Woche entschieden werden. Margarethe Förster, Vorsitzende der Freien Wähler Eckental, wollte den Wahlausgang nicht groß kommentieren. „Die Bürger haben entschieden. Wir gehen in die Stichwahl“, sagte Förster. Man habe einen guten und sachorientierten Wahlkampf gemacht. Dass die Freien Wähler vom eindeutigen Votum für Dölle überrascht wurden, räumt sie aber ein. „Mit so einem Ergebnis hatten wir nicht gerechnet“.

2008 hatte Wilfried Glässer im ersten Wahlgang nur knapp die absolute Mehrheit verpasst. Nun ist eine dritte Amtszeit ungewiss. Mit wem die Gruppierung angesichts der neuen Verhältnisse künftig zusammenarbeiten wird, sei völlig offen, so Förster: „Es gibt keinen Fraktionszwang. Es wird nach Themen entschieden“. Bei den FW ist der Fraktionsvorsitz noch nicht entschieden.

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