In den Schulen

Wendelstein: Mehr als eine Million Euro für Lüftung in den Schulen

Ein Luftfilter-Gerät in einem Gymnasium. Wendelstein hat sich gegen diese Geräte und für eine dezentrale Lüftung in seinen Schulen entschieden.

Ein Luftfilter-Gerät in einem Gymnasium. Wendelstein hat sich gegen diese Geräte und für eine dezentrale Lüftung in seinen Schulen entschieden. © Hauke-Christian Dittrich, dpa

Viele Gemeinden haben die Förderprogramme genutzt und Raumluftfiltergeräte in den Klassenzimmern aufgestellt. Die notwendige Zufuhr von Frischluft können diese Geräte jedoch nicht leisten. Es wird nur verbrauchte Luft (CO2-angereichert) umgewälzt. Um gute Luftqualität zu erreichen, muss nach wie vor durch Öffnen der Fenster gelüftet werden.

Die Wendelsteiner Gemeindeverwaltung will einen anderen Weg beschreiten und setzt auf dezentrale Lüftungsgeräte mit Wärmetauscher. Diese steigern die Luftqualität durch Zuführung frischer Außenluft.

Den höheren Kosten bei der Erstinvestition stehen geringere Wartungskosten gegenüber. Im Betrieb ergibt sich ein positiver energetischer Effekt durch die Verringerung der Wärmeverluste beim Lüften. Die Verwaltung hat mit einem Fachplaner die insgesamt 49 Klassen- und Fachräume begangen und bereits Standorte und Detaillösungen erarbeitet, um möglichst viele Räume mit den gleichen Geräten ausstatten zu können.

Es gilt das Windhundverfahren

Der Kontakt mit der Förderstelle ergab, dass für jede Schule ein separater Förderantrag zu stellen ist. Die Gesamtkosten für die Ausstattung aller 49 Klassenzimmer und Fachräume betragen nach einer Kostenschätzung rund 1 243 000 Euro. Die Gemeinde erwartet 80 Prozent Förderung für Investition, Planung und Montage von dezentralen Lüftungsgeräten in den Schulgebäuden. Der Förderantrag ist bis spätestens 31. Dezember 2021 zu stellen. Es besteht die Möglichkeit und die Gefahr, dass die Mittel schon eher erschöpft sind.

In der Schule in Kleinschwarzenlohe sind keine dezentralen Lüftungsgeräte nötig. Dies ging hervor aus der Antwort auf eine Frage von Elvira Kühnlein. Bei der Sanierung des Schulhauses wurde bereits eine Lüftungsanlage eingebaut. Die Frage von Carolin Töllner nach den laufenden Kosten konnte niemand beantworten.

Fest steht lediglich, dass diese Kosten bei Raumluftfiltergeräten und bei Lüftungsgeräten etwa gleich hoch sind. Cornelia Griesbeck bat darum, bei der Ausschreibung auch auf die Lautstärke zu achten. Benjamin Waldmann fragte nach, wann die Geräte einsatzbereit sein werden. Die Antwort: in einem oder bis zu zwei Jahren.

Maximilian Lindner wies darauf hin, dass Corona der Grund dafür sei, dass die Gemeinde versuche, den Schulbetrieb sicherer zu machen und dass sich in diesem Winter kein Vorteil ergebe. Lehrerzimmer werden von der Förderung, die nur für Klassenzimmer gilt, nicht erfasst und folglich auch nicht ausgestattet. Der Gemeinderat beschloss beinahe einstimmig, die Geräte anzuschaffen.