Donnerstag, 27.02.2020

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Wenn die Musik das Kaminfeuer entfacht

Symphoniker-Weihnacht - 15.12.2019 18:48 Uhr

Inzwischen hat sie diese Aufgabe an Andreas Felber übergeben, doch die Kontakte sind noch immer gut genug, um Nürnberg an diesem 3. Adventswochenende eine vorweihnachtliche Kostprobe zu geben. Mit Fanny Hensels Lobgesang, der immer noch unterschätzten Schwester von Felix Mendelssohn Bartholdy, gelang ein guter Auftakt.

Für das nachfolgende Concertino für zwei Harfen übernahm Lutz de Veer, Erster Kapellmeister am Nürnberger Opernhaus, die Leitung. Der Komponist Elias Parish-Alvars gilt als Herold des Harfenspiels in eigener Sache, schuf er doch zahlreiche Kompositionen, um nicht zuletzt auch sich selbst als Harfenvirtuosen zu präsentieren. Silke Aichorn und Regina Kofler, die nicht nur in der Wahl des Instrumentes, sondern auch in ihrem Erscheinungsbild die Liebe zum Zwillingshaften pflegen, spielten dieses romantische Werk sehr apart, so dass man im zweiten Andante-Satz als Zuhörer Gefahr lief, vom süßen Harfenton in den Schlaf gewiegt zu werden.

Bei Mozart sah die Sache anders aus: Seine Missa brevis in D-Dur (KV194) ist auch deshalb so auf den Punkt komponiert, weil seinerzeit Erzbischof Colloredo in der Kürze die Würze sah und eine Messe in Salzburg nicht länger als 45 Minuten dauern durfte. Die Hannoveraner Mädchen bewiesen sich als stimmschönes Ensemble, das frisch und nuancenreich dieses Werk präsentierte.

Die Kunst der Hexen

Unter den Solisten ist Katharina Held hervorzuheben, die bei Max Regers "Ehre sei Gott in der Höhe" endgültig die Weihnachtszeit einläutete und Regers spannende Gegenüberstellung des Chorals "Vom Himmel hoch" mit einer dramatischen Sopranarie verband. Adolphe Adams beliebter "Cantique de Noel" verbreitete musikalisches Kaminfeuer, während die Bescherung mit Weihnachtsliedern von Engelbert Humperdinck abgerundet wurde.

Zum Mitsingen für alle gab es ein "Stille Nacht". Der Hannoveranerinnen verabschiedeten sich allerdings mit Frank Sinatras swingendem "Witchcraft" von ihren Zuhörern. Hexen – aber das nur am Rande – lassen sich allerdings nicht im Sortiment von Käthe Wohlfahrt finden.

Peter Löw

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