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Abfuhr an Konkurrenten: Umweltbank wehrt GLS-Attacke ab

Aktionäre folgen mit großer Mehrheit der Linie des Vorstandes - 28.06.2018 20:44 Uhr

Die Aktionäre der Umweltbank AG haben den Einstieg der Bochumer GLS Gemeinschaftsbank in den Aufsichtsrat vorerst verhindert.


Die GLS Bank hatte vor kurzem einen Anteil von 15,6 Prozent an dem grünen Nürnberger Finanzinstitut erworben und wollte bei der Hauptversammlung am Donnerstag mit diesem Stimmengewicht zwei eigene Kandidaten bei der Wahl des dreiköpfigen Aufsichtsrates durchboxen. 
Der direkte Konkurrent zur Umweltbank hätte so die Mehrheit im Kontrollgremium erlangt und damit die Möglichkeit bekommen, den Vorstand auszuwechseln und der Bank eine völlige Neuausrichtung zu geben. Kurz: Es ging aus Sicht der Franken im Grunde um eine faktische Übernahme.

Vorstand und Aufsichtsrat waren völlig perplex von der Attacke, sie lehnten die GLS-Offerte ab. In einer höchst emotionalen Rede, den Tränen nahe, kämpfte Vorstandschef Stefan Weber auf der turbulent verlaufenen Hauptversammlung um die Unabhängigkeit der Umweltbank – und wohl auch um seinen Job. Er stufte die Attacke als „egozentrischen Alleingang“ des GLS-Chefs Thomas Jorberg ein, kreidete ihm an, mit zwei der drei bisherigen Aufsichtsräte „bewährte Mitstreiter vom Hof zu jagen“.
 
Jorberg  startete als Antwort eine regelrechte Charmeoffensive, um die Aktionäre auf seine Seite zu bringen. Es gab gute Worte und große Anerkennung für den verdienten Aufsichtsrat – der aber nach Jorbergs Auffassung angesichts neuer Herausforderungen in der Branche eben seine Zeit überlebt hat – und deswegen in wesentlichen Teilen ausgetauscht werden müsse. 

"Abwegige Spekulation"

Er sei nicht der Erzfeind, als der er dargestellt werde. Auch er strebe eine vertiefte Zusammenarbeit an. Und der Vorwurf einer feindlichen Übernahme sei eine „abwegige Spekulation“. 

Am Ende erwies sich alles als Sturm im Wasserglas. Die Aktionäre folgten – gemessen an der Stimmung in der Hauptversammlung überraschend – mit großer Mehrheit dem ursprünglichen Vorschlag der Umweltbank-Führung, den amtierenden Aufsichtsrat wiederzuwählen, und erteilten der GLS-Offerte eine klare Absage. Vorstand und Aufsichtsrat der Umweltbank wurden mit fast 100 Prozent der Stimmen entlastet.

Klaus Wonneberger

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