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Autofahrer atmen auf: Spritpreis hat sich wieder entspannt

Dem vielen Regen sei Dank, dass sich die Lage an den Tankstellen entspannt - 12.01.2019 05:32 Uhr

Tanken ist in Franken zuletzt wieder günstiger geworden — und das dürfte jetzt auch erst einmal so bleiben, schätzen Experten. © Foto: Christophe Gateau/dpa


Autofahrer haben in den vergangenen Wochen guten Grund gehabt, intensiver als gewohnt dem Wetterbericht zu lauschen: Wird es langanhaltend regnen? Schließlich war es vor allem das Niedrigwasser im Rhein nach dem trockenen Sommer, mit dem die Mineralölwirtschaft die hohen Spritpreise insbesondere ab Oktober an den Tankstellen in Süddeutschland begründet hatte.

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Nass war es nach Weihnachten bekanntlich ergiebig, für Fische und Schiffe ist im stolzen Strom nun wieder reichlich Platz. "Derzeit hat die Binnenschifffahrt auf dem Rhein ,gutes Wasser‘, so dass die Schiffe wieder volle Ladung aufnehmen können", meldet Fabian Spieß vom Bundesverband der Deutschen Binnenschifffahrt. Also auch die so wichtigen Tankschiffe.

Und wirklich: Inzwischen sind die Preise an den Zapfsäulen wieder spürbar gesunken — und das scheint auch erst einmal so zu bleiben. In Nürnberg etwa kostete der Liter Super E10 vergangenen Donnerstag im Tagesdurchschnitt 1,334 Euro, wie das Vergleichsportal clever-tanken.de für unsere Redaktion ausgewertet hat. Der Liter Diesel lag bei 1,282 Euro. Am 11. November 2018 waren es noch 1,587 Euro respektive 1,504 Euro. Bei einer 50-Liter-Tankfüllung macht sich das schon bemerkbar. Der ADAC spricht von einer "weitgehenden Normalisierung" der Spritpreise.

Alexander von Gersdorff, Sprecher des Mineralölwirtschaftsverbands (MWV), fühlt sich bestätigt. Und nicht nur das. Seit die Transportkosten wieder auf dem üblichen Niveau lägen, sei der Verkaufspreis für Sprit an der Zapfsäule sogar stärker gesunken als der Einkaufspreis an den großen Handelsplätzen wie Rotterdam. Konkret um einen Cent netto seit dem 1. November.

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Also alles wieder gut? Ganz so rosig wie die Mineralölindustrie wollen andere Experten das Bild dann doch nicht malen. "Ein kleiner Spielraum für Preissenkungen bleibt aus ADAC-Sicht dennoch bestehen", erklärt ein Sprecher des Autoklubs. Und Steffen Bock, Geschäftsführer von clever-tanken.de mit Sitz in Heroldsberg, weist darauf hin, dass unsere Region trotz allem noch immer relativ teuer für Autofahrer ist. Denn im Bundesdurchschnitt kostete der Liter Super E10 am Donnerstag sogar nur 1,329 Euro, der Liter Diesel exakt 1,23 Euro. "Die Abweichung vom normalen Preisniveau ist also gerade bei Diesel noch sehr deutlich spürbar."

Freiwillig aber, da sind sich alle einig, werden die Mineralölmultis die Preise nicht weiter senken — das geht nur über Wettbewerb. Der sei in Deutschland sehr hart, versichert MWV-Sprecher Gersdorff. Damit das so bleibt, appelliert der ADAC weiter an alle Autofahrer, nach Möglichkeit konsequent zur billigsten Tankstelle zur erfahrungsgemäß günstigsten Tageszeit zu fahren. Die ist zwischen 15 und 17 Uhr sowie zwischen 19 und 22 Uhr, wie diverse Studien wiederholt gezeigt haben. 

Gregor le Claire Redaktion Wirtschaft E-Mail

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