Bericht: Douglas will offenbar zahlreiche Filialen schließen

21.1.2021, 12:29 Uhr
Um die 50 Filialen könnten in Deutschland wegfallen. 

Um die 50 Filialen könnten in Deutschland wegfallen.  © Fabian Strauch, dpa

Die Parfümeriekette Douglas plant angesichts des Siegeszuges des Online-Handels offenbar Filialschließungen in Deutschland und Europa. Das erfuhr die Deutsche Presse-Agentur am Mittwoch aus informierten Kreisen. Zuvor hatte das Manager Magazin berichtet, die Parfümeriekette wolle mehr als 50 ihrer 430 Filialen in Deutschland dauerhaft schließen. In Europa insgesamt sollen demnach bis zu 500 der knapp 2400 Standorte wegfallen. Das Branchenfachblatt Lebensmittel Zeitung berichtete, die Schließungswelle könne sogar "mehr als 500 Filialen" betreffen.

Was passiert mit Frankens Filialen?

Eine Unternehmenssprecherin wollte auf Anfrage unserer Redaktion die Nachricht allerdings nicht kommentieren, betonte aber: "Bereits im Sommer hatte Douglas kommuniziert, dass wir im Rahmen unserer Unternehmensstrategie und vor dem Hintergrund eines durch die Corona-Pandemie veränderten Marktumfeldes unser Filialnetz einer Analyse unterziehen, in diese Analyse das für uns wichtige Weihnachtsgeschäft mit einbeziehen und das daraus resultierende Konzept Anfang des Jahres vorstellen werden." Finale Beschlüsse seien dazu bislang nicht getroffen, so die Sprecherin weiter. Die Berichte der verschiedenen Medien wollte sie nicht kommentieren.

Damit bleibt vorerst unklar, ob auch Filialen in Franken von den Schließungen betroffen sind. In Nürnberg hat die Parfümeriekette zwei Geschäfte, in Fürth und Erlangen jeweils eine Filiale.

Obwohl die Sprecherin die Berichte nicht bestätigt hat, sieht es doch so aus, als ob es am Ende tatsächlich einige Schließungen geben wird: So sagte Douglas-Chefin Tina Müller bereits im vergangenen Sommer: "Die Kundennachfrage ändert sich. Es gibt einen Trend weg vom stationären Einkauf zum Online-Shopping. Diesem Strukturwandel müssen wir Rechnung tragen, indem wir das Filialnetz überarbeiten." Die Konzernchefin ließ damals keinen Zweifel daran, dass nicht alle der 2400 Geschäfte die "Überarbeitung" des Filialnetzes überleben werden. Doch betonte sie: "Deutschland wird tendenziell weniger von Ladenschließungen betroffen sein als Südeuropa."

Das Manager Magazin berichtete, das Filialnetz in Deutschland werde weniger stark angetastet als teilweise befürchtet. Der Löwenanteil der Schließungen entfalle auf Spanien und Italien, wo Douglas infolge von Akquisitionen ein Netz mit sehr vielen sehr kleinen Läden betreibe.

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