Lücken in der Kennzeichnung der Produkte 

Fleischeinkauf: Was der Verbraucher nicht erfährt

13.9.2021, 09:53 Uhr
 Auf einem Hof guckt ein Schwein im Stall zwischen zwei Stangen hindurch. Ob das Tier gentechnisch verändertes Futter gefressen hat, erfährt der Verbraucher beim Fleischeinkauf nicht automatisch. 

 Auf einem Hof guckt ein Schwein im Stall zwischen zwei Stangen hindurch. Ob das Tier gentechnisch verändertes Futter gefressen hat, erfährt der Verbraucher beim Fleischeinkauf nicht automatisch.  © Mohssen Assanimoghaddam, NN

So kann frisches Fleisch laut Verbraucherschützern vorher bereits tiefgefroren gewesen sein. War das gesamte Endprodukt eingefroren, dann muss dies zwar auf der Verpackung gekennzeichnet werden. Diese Vorschrift gilt jedoch unter anderem nicht, wenn einzelne Zutaten eingefroren waren. Und auch wenn aufgetautes Fleisch mariniert oder zerkleinert wird, wie zum Beispiel bei Gulasch oder Hackfleisch, darf laut Daniela Krehl, Fachberaterin für Lebensmittel und Ernährung bei der Verbraucherzentrale in Bayern, der Hinweis fehlen.

Diese Regeln gelten nach Angaben der Verbrauchschützer nicht nur für abgepackte Produkte, sondern auch für Fleisch, das in den Bedienungstheken der Supermärkte oder beim Metzger verkauft wird. Strengere Regeln gibt es für Geflügelfleisch: „Frisches Geflügelfleisch darf zu keinem Zeitpunkt eingefroren gewesen sein“, erklärt die Verbraucherzentrale Bayern.

Auch, ob die Tiere gentechnisch verändertes Futter gefressen haben, erfährt der Verbraucher nicht automatisch. In Europa sind Lebensmittel, die aus gentechnisch veränderten Pflanzen hergestellt sind, zwar entsprechend zu kennzeichnen. „Für tierische Produkte wie Milch, Eier und Fleisch von Tieren gilt diese Kennzeichnungspflicht aber nicht“, erklärt Krehl. Sie rät Verbrauchern, auf den Hinweis „ohne Gentechnik“ zu achten.

Zudem sei bei Wurstwaren manchmal nicht erkenntlich, welche Tierarten enthalten sind. „Auf der Schauseite wird das Produkt als Lammsalami deklariert und auf der Rückseite sieht man, dass auch Schweinefleisch verarbeitet worden ist“, nennt Krehl ein Beispiel.

"Die Packung im Discounter wird nichts erzählen"


Dazu kommt, dass es beim Fleischeinkauf für Verbraucher schwer sei, gute Qualität zu erkennen. „Man kann auch nicht anhand des Preises Rückschlüsse ziehen“, erklärt sie und rät unter anderem, beim Metzger nachzufragen, woher die Tiere kommen oder ob das Futter ohne Gentechnik war. Wichtig sei auch, ob die Betriebe noch selbst schlachten oder bei Großbetrieben einkaufen.


„Was nicht gut war, erfährt der Verbraucher spätestens bei der Zubereitung und dem Verzehr“, ergänzt Klaus Hühne, Mitglied in der Geschäftsleitung des Deutschen Fleischer-Verbandes. Er wirbt für die Metzger: „Die stehen mit der Existenz hinter ihrem Angebot, da bleibt nichts verborgen, da bekommen Sie eine ehrliche Antwort. Die Packung im Discounter wird sicherlich nichts erzählen.“

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