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Immobilienpreise in Franken: Auch im Umland wird es teurer

Besonders die Preise für Einfamilienhäuser ziehen auch außerhalb Nürnbergs an - 12.07.2019 05:53 Uhr

In der gesamten Region wie hier in Nürnberg, wird kräftig gebaut. Doch von Entspannung bei den Preisen für Einfamilienhäuser kann noch keine Rede sein – eher im Gegenteil. Da Neubauten in der Regel teurer sind als Bestandsbauten, treiben sie die Durchschnittspreise in einer Gemeinde erst einmal sogar noch weiter in die Höhe. © Foto: Stefan Hippel


Der Traum vom Eigenheim war in Nürnberg noch nie ganz billig – und das ist bekanntlich in den vergangenen Jahren nicht eben besser geworden. Für viele Familie, die sich nicht bis ins hohe Rentenalter verschulden wollten, hieß eine beliebte Lösung bisher: raus ins Umland. Jedoch auch das wird zunehmend zum finanziellen Abenteuer.

Das zumindest legen die Ergebnisse einer Studie von immowelt.de nahe. Die Autoren haben dafür die Preise ausgewertet, die in den Angeboten auf dem Immobilienportal für Einfamlienhäuser 2018 aufgerufen wurden. Für Nürnberg waren das im Mittel 525.000 Euro und damit 42 Prozent mehr als noch vor fünf Jahren. In den Umlandgemeinden ist es zwar insgesamt betrachtet nach wie vor etwas günstiger. Doch die Lücke wird kleiner.

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Beispiel Cadolzburg: 498.000 Euro verlangten Verkäufer hier 2018 im Mittel für ein Einfamilienhaus. Gegenüber 2013 bedeutet das ein Plus von 88 Prozent. Auch in Gemeinden wie Heilsbronn, Pommelsbrunn oder Hemhofen lag der Preisanstieg mit 75 Prozent und mehr deutlich über den Nürnberger 42 Prozent, ebenso in Schwabach, Fürth und Bamberg mit jeweils um die 70 Prozent.

In einigen Fällen haben die Gemeinden im Umkreis von maximal einer Stunde Pendelzeit die Metropole mittlerweile sogar beim absoluten Preisniveau überholt. In Heroldsberg standen Einfamilienhäuser 2018 im Mittel für 569.000 Euro zum Verkauf, in Bamberg für 560 000 Euro, in Erlangen für 550.000 Euro und in Fürth für 549.000 Euro.

Neubau = teuer

Generell ist der Großraum für viele Menschen attraktiv. Dazu treiben laut der Studie diverse Sonderfaktoren gerade im Umland seit einiger Zeit die Preise in die Höhe. So seien in ländlichen Gebieten die angebotenen Häuser meist größer als in der engeren Großstadt. Wo es überdurchschnittlich viele Neubaugebiete gibt wie in Schwabach, steigt der Durchschnittspreis ebenfalls. In einer Stadt wie Erlangen wiederum spielen auch die vielen gut bezahlten Jobs vor Ort eine Rolle.

"Familien, die sich den Traum vom Eigenheim direkt in den Großstädten der Metropolregion oder innerhalb kürzester Pendeldistanz verwirklichen wollen, müssen mit hohen Kaufpreisen rechnen", bilanzieren die Autoren. Erst mit größerer Distanz wird die Immobilie spürbar billiger – dafür freilich müssen deren Besitzer gegebenenfalls mehr Zeit und Kosten fürs Pendeln aufbringen.

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Bis zu 70 Prozent Ersparnis beim Hauskauf im Vergleich zu Nürnberg sind laut der Auswertung in Schlüsselfeld drin (Mittelwert: 160 000 Ã). Hauptgründe hierfür waren laut der Autoren neben einer Pendelzeit von etwa 50 Minuten von Zentrum zu Zentrum auch der relativ hohe Anteil an Bestandsimmobilien, in die Käufer noch Geld hineinstecken müssten, einer der Hauptgründe.

Um mindestens die Hälfte günstiger waren 2018 auch Pegnitz (217.000 Euro), Sulzbach-Rosenberg (224.000 Euro), Gunzenhausen (235.000 Euro), Markt Erlbach (258.000 Euro) und Amberg (259.000 Euro).

"Die hohen Preise in Nürnberg haben dazu geführt, dass die Nachfrage in den Umlandgemeinden stark zugenommen hat", schreiben die Autoren. Insgesamt werteten sie für ihre Studie 44.000 Angebote aus. Auftraggeber immowelt.de verfolgt auch eigene Ziele auf dem Immobilienmarkt. Studienergebnisse, die den Kauf und Verkauf von Häusern antreiben, liegen im geschäftlichen Interesse des Portals. 

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