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Roboter "Pepper" hilft in Fürth beim Einkaufen

Supermarkt setzt als erster in Deutschland auf das Gerät - Mimik wird erkannt - 15.10.2017 16:59 Uhr

Roboter "Pepper" antwortet im Supermarkt freundlich und macht dem Kunden selber Vorschläge. © NEWS5 / Schmelzer


Er ist 1,20 Meter groß, hat Kulleraugen und beantwortet auf sympathische Weise Fragen der Kunden wie zum Beispiel: "Wie geht es dir? Was machst du hier?" Roman Stengel, Leiter des E-Centers in der Waldstraße, ist stolz auf seine Neuerwerbung und hat dafür ein riesiges Medienecho erhalten.

"Peppers Aufgabe besteht darin, die Kunden zum gewünschten Regal zu führen, eine Verkostung anzubieten oder auf Produkte hinzuweisen", erläutert der Marktmanager. Im Prinzip jedenfalls. Denn die Maschine befindet sich noch in der Anlernphase, sie beherrscht nur die Funktionen, die man ihr einprogrammiert. Täglich kommt Neues hinzu.

Wo ist der Soßenbinder?

So muss "Pepper" erst lernen, was zum Beispiel ein Soßenbinder ist und in welchem Abschnitt des Edeka-Centers er zu finden ist. Vor einer Woche, ausgerechnet zum offiziellen Pressetermin zur Vorstellung des Service-Roboters, hatte seine automatische Steuerung versagt, er musste vorübergehend manuell bedient werden. Aber dem Droiden geht es inzwischen wieder bestens. Er sei beim Hersteller gekauft, nicht geleast worden, sagt Stengel. Der Preis ist hoch, er entspricht dem eines Mittelklassewagens.

"Die Kunden finden ihn nett, ja charmant und witzig", erzählt Stengel. Vor allem, wenn "Pepper" einen eleganten Hüftschwung zur eigenen Musik darbietet oder die Verbraucher mit einem flotten Spruch zum Schmunzeln bringt. Ein - menschlicher - Mitarbeiter des "Edeka Center Kulinarikwelten" steht meist neben dem kleinen Kerl und erklärt der Kundschaft, wie lernfähig der neueste Kollege ist.

Dass er aus Japan stammt, ist kein Zufall: Das Land steht Robotern seit Jahren so aufgeschlossen gegenüber wie kaum ein anderes. Dort hat man speziell die Bereiche im Blick, die in Folge der Überalterung der japanischen Gesellschaft mit einem Mangel an Arbeitskräften zu kämpfen haben, darunter der Pflege- und Medizinsektor oder die Landwirtschaft. Roboter sollen beim Gehen und Tragen helfen, Obst ernten oder Unkraut beseitigen.

Einfühlsam und gesellig

Pepper ist übrigens auch in Deutschland kein Unbekannter: Auf der IT-Messe Cebit war er schon 2016 eines der Highlights. Er lernt stetig hinzu, kann immer besser den menschlichen Gemütszustand erkennen – dabei analysiert er Mimik und Stimme und gleicht sie mit einer Datenbank ab – und darauf reagieren. Etwa mit einem Witz, um sein Gegenüber aufzuheitern. In Japan wird der Roboter beispielsweise in Filialen von Nescafé eingesetzt, um Kunden zu betreuen. Aber auch in vielen Familien sei Pepper nicht mehr wegzudenken, schrieb im März die Computerwoche. Weil er Stimmungen erfassen kann, eigne er sich in der Altenpflege und könne Einsamkeit verringern. Und auch Kindern soll er helfen können - bei den Hausaufgaben.

 

Angela Giese, Claudia Ziob

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