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Selbstständig statt arbeitslos

IAB-Studie: Einwanderer gründen häufiger Unternehmen - Risiko der Arbeitslosigkeit beschleunigt Entscheidung - 13.04.2011 09:08 Uhr

Ausländer wagen häufiger als Einheimische den Schritt in die Selbständigkeit. © dpa


In den vergangenen dreieinhalb Jahren hätten sieben Prozent der Migranten ihr eigenes Unternehmen gegründet, bei Bundesbürgern ohne ausländische Wurzeln waren es weniger als fünf Prozent. Das geht aus einer Studie des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) der Bundesagentur für Arbeit in Nürnberg und des Instituts für Wirtschafts- und Kulturgeographie der Universität Hannover hervor.

Häufig spielt das höhere Arbeitslosigkeitsrisiko von Ausländern eine Rolle: Ihre Arbeitslosenquote ist doppelt so hoch wie die deutscher Staatsbürger. „Viele Migranten machen aus der Not eine Tugend“, erklären die Arbeitsmarktforscher. Daneben spielen aber auch Vorbilder eine wichtige Rolle. Migranten haben häufiger Bekannte, die sich kürzlich selbstständig gemacht haben.

Die meisten Neugründungen gibt es in den Branchen Gastronomie und Handel. „Gerade für die Migranten ist der Weg in Beschäftigung oft schwierig oder sogar versperrt – beispielsweise wegen begrenzter Sprachkenntnisse“, betonen die Autoren der Studie. Auch würden oft die in ihrer Heimat erworbenen Bildungsabschlüsse nicht anerkannt.

Start gleich mit Angestellten

Das bedeute aber keineswegs, dass diese Unternehmer weniger erfolgreich seien als deutsche Selbstständige. Im Schnitt seien die Firmen genauso innovativ und oft sogar größer als die von Deutschen, heißt es: Mehr als 70 Prozent beschäftigten bereits bei der Gründung Mitarbeiter oder beabsichtigen, Mitarbeiter einzustellen. Bei den einheimischen Gründern sei dies bei rund 50 Prozent der Betriebe der Fall. 

nn

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