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Verdi: Ryanair nutzt die Coronakrise für Sozialdumping

Airline will die Kosten drücken - Große Probleme auch bei Lauda - 27.05.2020 15:04 Uhr

Flugzeuge von Laudamotion und Ryanair stehen am Flughafen von Wien: Die Gewerkschaft Verdi beäugt die Pläne der Billig-Airline mir großer Skepsis. © Helmut Fohringer, dpa


Die in Deutschland aktive Ryanair-Tochter Malta Air wolle Tarifverträge unterlaufen und bis zu 1200 Kabinenbeschäftigte entlassen, um sie anschließend zu Dumping-Konditionen wiedereinzustellen, erklärte die Gewerkschaft. Geplant seien Kürzungen um zehn Prozent bei den Flugbegleitern und 20 Prozent im Cockpit. Außerdem solle es keine unbefristeten Verträge mehr geben.

"Wir werden nicht akzeptieren, dass ein Unternehmen mit liquiden Mitteln von vier Milliarden Euro von den Beschäftigten Einkommensverzicht fordert und diese damit Gefahr laufen, an die Armutsgrenze zu geraten", sagte die Gewerkschaftssekretärin Susana Pereira-Ventura. Ryanair hatte zuletzt gegen Staatshilfen für Lufthansa und andere Airlines gewettert, nimmt aber selbst die Lohnsubventionen in mehreren europäischen Ländern in Anspruch.

Große Probleme gebe es auch bei der Tochter Lauda, die bislang an den Flughäfen Stuttgart und Düsseldorf aktiv war, berichtete Verdi. Die Basis in Wien soll nach einem heftigen Streit mit der dortigen Gewerkschaft Vida geschlossen werden. Die Lauda-Geschäftsleitung hat den Beschäftigten der deutschen Standorte mitgeteilt, dass im Mai keine Gehälter ausgezahlt werden könnten.

Hintergrund ist die Entscheidung der Arbeitsagentur, für die mit österreichischen Arbeitsverträgen ausgestatteten Mitarbeiter kein Kurzarbeitergeld auszuzahlen. Lauda will dagegen juristisch vorgehen, wie aus einem Schreiben an die Mitarbeiter hervorgeht. Das Unternehmen äußerte sich zunächst nicht dazu.

dpa

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