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Vertrag nicht verlängert: Personalchefin Kugel verlässt Siemens

Aufsichtsrat, IG Metall und Konzernbetriebsrat bedauerten ihren Abschied - 31.07.2019 19:17 Uhr

Die 49 Jahre alte Volkswirtin Janina Kugel ist eine der prominentesten deutschen Managerinnen. © Jörg Carstensen, dpa


Die Managerin selbst erklärte, dass sie neue Aufgaben anstrebe: "Ich habe immer die Bedeutung des Wandels gepredigt. Und Wandel ist es, den ich nun in meinem eigenen Leben erreichen will."

Siemens will bis spätestens Jahresende entscheiden, wer künftig für die Angestellten rund um den Globus verantwortlich ist - Stand Ende 2018 hatte Siemens über 370.000 Mitarbeiter. Die 49 Jahre alte Volkswirtin Kugel ist eine der prominentesten deutschen Managerinnen - und fast ebenso präsent auf der öffentlichen Bühne wie Vorstandschef Joe Kaeser. Verlängert wurde der Vertrag von Cedric Neike, der im Siemens-Vorstand den Bereich "smarte Infrastruktur" leitet.

Hauptstreitpunkt zwischen Siemens-Vorstand, Betriebsrat und IG Metall war in den vergangenen Jahren das Spar- und Stellenstreichprogramm in der Kraftwerksparte des Konzerns. Ungeachtet des Konflikts hat die Managerin die Achtung der Arbeitnehmervertreter: "Wir bedauern, dass Frau Kugels Vertrag mit der Siemens AG endet", erklärte die Gesamtbetriebsratsvorsitzende Birgit Steinborn.

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"Sie akzeptiert die IG Metall als Verhandlungspartnerin und bezieht uns bei der Lösung von betrieblichen Themen stets mit ein", sagte Jürgen Kerner, der Hauptkassierer der Gewerkschaft. "Das war bei Siemens nicht immer so." Der Konzern hatte sich mit den Arbeitnehmervertretern nach langen Verhandlungen im vergangenen Jahr auf den Abbau von 6900 Arbeitsplätzen geeinigt, davon rund 2900 in Deutschland.

Frauenanteil stürzt ab

Zumal – wie Insider berichten – auch die Tage der zweiten Vorständin gezählt sind. Denn auch Lisa Davis’ Vertrag endet in absehbarer Zeit. Sie verantwortet im Siemens-Vorstand das Energiegeschäft, das am Jahresanfang 2020 abgespaltet und dann an die Börse gebracht werden soll. Wahrscheinlich wird sie den neu aufgestellten Energiekonzern, der immerhin für 40 Prozent des Umsatzes steht, nicht führen.

Sollte es tatsächlich so kommen, dass Siemens sich von beiden Chefinnen trennt, stürzt damit der Frauenanteil im Vorstand von 25 Prozent auf null ab – es sei denn, eine Managerin rückt nach.

Aus Unternehmenskreisen war gestern Abend die Sorge zu hören, wie der Konzern schon bis Januar das Energiegeschäft (Arbeitstitel: Powerhouse) neu formieren will, ohne dass die Führungsmannschaft steht. Es fehlte eine klare Führung, hieß es. Dem Vorstand läuft die Zeit davon.

"Powerhouse" wird größer

Zumal dieses Powerhouse mit derzeit 88.000 Beschäftigten rund um den Globus noch größer wird, wie gestern zu hören war. Demnach sollen Tausende weitere Mitarbeiter hinzukommen.

Verlängert wurde erwartungsgemäß der Vertrag von Cedric Neike, der im Siemens-Vorstand den Bereich "smarte Infrastruktur" leitet. Hauptstreitpunkt zwischen Siemens-Vorstand, Betriebsrat und IG Metall war in den vergangenen Jahren das Spar- und Stellenstreichprogramm in der Kraftwerksparte des Konzerns. Aufseiten der Siemens-Chefetage führte Kugel die Verhandlungen. Der Konzern hatte sich mit den Arbeitnehmervertretern nach langen Verhandlungen im vergangenen Jahr auf den Abbau von 6900 Arbeitsplätzen geeinigt, davon rund 2900 in Deutschland. Eine halbe Milliarde Euro will Siemens dort sowie in der Prozessindustrie- und Antriebssparte bis 2020 einsparen. 

dpa

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