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Club-Chaoten sorgen für Spielunterbrechung in Karlsruhe

Böller und Rauchtöpfe im Gästeblock - Karlsruher Ultra-Fahnen präsentiert - 16.10.2016 16:40 Uhr

Unschöne Szenen im Wildpark: Im Gästeblock steigt dichter Rauch auf, Vermummte klettern auf den Zaun.

Unschöne Szenen im Wildpark: Im Gästeblock steigt dichter Rauch auf, Vermummte klettern auf den Zaun. © Sportfoto Zink / DaMa


Die Methoden sind mittlerweile bekannt: Irgendwie schmuggeln ein paar Unverbesserliche Pyro-Bausätze ins Stadion, die dann unter einer großen Plane in einer konzertierten Aktion zusammengebaut werden. 

Dann werden Klamotten getauscht und Gesichter vermummt. Plane runter und los geht das Trauerspiel. So auch am Sonntag: Immer wieder knallte es im Stadion, dazu stieg dichter, schwarzer Rauch aus dem Gästeblock.

Zudem holten die Vermummten im Nürnberger Block blau-weiße Fahnen von Karlsruher Ultra-Gruppierungen hervor. Als einige KSC-Fans auf diese Provokation eingingen und in den Innenraum stürmten, blieb Schiedsrichter Felix Zwayer keine andere Wahl, als die Partie in der 79. Minute beim Stand von 2:0 zu unterbrechen. Die Mannschaften und die Unparteiischen zogen sich in den Kabinengang zurück.

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"So kann man das auch kaputt machen, was sich die Mannschaft erspielt", rief der aufgebrachte Stadionsprecher ins Mikrofon und forderte den Club-Anhang auf, unverzüglich damit aufzuhören - vergebens. Auch Sportvorstand Andreas Bornemann und die Club-Profis gingen in die Kurve und redeten mit beschwichtigenden Gesten auf den Gästeblock ein. Sky-Kommentator Jürgen Schmitz sprach angesichts der Vorkommnisse von "dummen Menschen aus Nürnberg" - und meinte damit natürlich nicht Bornemann und Möhwald.

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KSC-Sportdirektor Jens Todt fand nach dem Spiel, das der FCN mit 3:0 für sich entschied, ebenfalls klare Worte: "Es kotzt mich an, dass wir über so etwas reden müssen. Das macht den Sport kaputt." Der Meinung sind offenbar auch Guido Burgstaller und Kollegen. Der Nürnberger Doppeltorschütze erklärte, warum die Mannschaft nach dem Spiel nicht mit dem Anhang feierte: "Wir wollten ein Zeichen setzen."

Nicht zum ersten Mal fällt der Nürnberger Anhang in Karlsruhe negativ auf. Im September 2014 nahm er den sportlich enttäuschenden Club-Profis an selber Stelle ihre Trikots ab.

Überhaupt machen einige Chaoten dem FCN zu schaffen, auch finanziell. Auf der Mitgliederversammlung vor Wochenfrist sprach Finanzvorstand Michael Meeske in Bezug auf das Geschäftsjahr 2015/16 von einem "sechsstelligen Betrag", den der ohnehin schon klamme FCN für Strafen nach Fan-Krawallen berappen musste. Nun dürfte dem Club die nächste Sanktionierung ins Haus stehen.

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Guido Burgstaller hat mit einem Doppelpack die Grundlage für den Sieg des 1. FC Nürnberg beim Karlsruher SC geschaffen. Tim Matavz sorgte für den 3:0-Endstand. Zuvor hatte Enrico Valentini die Chance des KSC zur Führung vergeben per Elfmeter. Nachdem Club-Fans etwa zehn Minuten vor Schluss durch das Abbrennen von Feuerwerkskörpern einen Tumult zwischen den beiden Fanlagern ausgelöst hatten, unterbrach Schiedsrichter Felix Zwayer zunächst die Partie.


 

psz

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