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Vertrags-Poker: Was wird aus Zulj und Gießelmann?

Weichen stehen wohl auf Abschied - Kleeblatt hat noch nicht aufgegeben - 19.05.2017 14:11 Uhr

Verlängern oder wechseln - diese Frage stellt sich derzeit bei Robert Zulj (links) und Niko Gießelmann.

Verlängern oder wechseln - diese Frage stellt sich derzeit bei Robert Zulj (links) und Niko Gießelmann. © Sportfoto Zink / MeZi


Am Donnerstag hat sich Janos Radoki daran erinnert, wie es war, als er 16 war. Der Trainer der Spielvereinigung Greuther Fürth ist nicht für sentimentale Anwandlungen bekannt und so fiel seine Erinnerung an die Teenie-Zeit humorvoll, aber nüchtern aus. Der Anlass war auch kein freudiger, es ging auf der Pressekonferenz um den möglichen Abgang zweier Stammspieler: Niko Gießelmann und vor allem Robert Zulj.

"Es ist wie in der Liebe: Deckel auf Topf. Wenn einer das Gefühl hat, er findet einen besseren Topf, dann ist das so", sagte Radoki: "Dann kann ich mich wie früher als 16-Jähriger zurückziehen, heule zwei Wochen und trinke das eine oder andere Bierchen. Oder wir machen weiter und versuchen, das über neues Personal aufzufangen." Ob das nötig sein wird, ist nach wie vor unklar. Nimmt man nur das, was schwarz auf weiß auf Papier steht, muss man momentan davon ausgehen, dass Zulj und Gießelmann sich gegen Union verabschieden. Denn ihre Verträge enden am 30. Juni.

Zulj wohl nicht zu halten

Mit beiden Profis würde der Verein gerne verlängern. Doch von beiden gibt es kein klares Signal, dass sie bleiben wollen. Dafür gibt es Anzeichen, dass Zulj glauben könnte, es gäbe einen besseren Topf für ihn als die Spielvereinigung: Am Donnerstag meldete das Fachmagazin kicker, der Offensivspieler werde trotz eines guten Angebots des Vereins wohl nicht zu halten sein.

Doch um ihn, in dieser Saison trotz Schwankungen unter Radoki zum Offensiv-Anführer gereift, bemüht man sich weiter ausgiebig. Auch der Trainer: "Er weiß, was er an der Spielvereinigung hat. Er weiß, dass wir die Grundordnung ein Stück weit auf ihn zugeschnitten haben, um seine Stärken herauszuarbeiten. Jeder Spieler muss selbst wissen, ob das ein neuer Verein für ihn auch machen würde."

Nicht unbedingt einfacher dürften die Verhandlungen für Fürth allerdings dadurch werden, dass Zulj nach Informationen der Nürberger Nachrichten vor kurzem seinen Berater gewechselt hat und nun von Roger Wittmann vertreten wird, einem der renommiertesten Berater Deutschlands. Und einem, der es durchaus versteht, seine Klienten höherklassig unterzubringen. Der 25 Jahre alte Mittelfeldspieler wird sich entscheiden müssen: Vielleicht noch eine Saison bleiben und zu reifen – oder in eine erste Liga zu wechseln. Den Namen dafür hat sich Zulj schon gemacht, doch würde dort auch mehr Konstanz von ihm verlangt werden.

Das Oberhaus ist der Traum

Ebenfalls offen ist, ob Gießelmann bleibt – obwohl einiges auf einen Abschied hindeutet. "Es kann durchaus sein, dass ich mit Fürth noch mal spreche", hatte er Ende April vage angegeben. Gespräche gab es seitdem aber nicht. Das Ziel erste Bundesliga hat der Linksverteidiger dagegen immer offensiv formuliert.

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Ob man die beiden über die Saison hinaus im Kleeblatt-Dress sehen wird, entscheidet sich bald. Ob sie gegen Union tatsächlich antreten, ihr Gesundheitszustand. Bei Gießelmann, der am Mittwoch wegen Adduktorenproblemen mit dem Training ausgesetzt hat, sieht es gut aus. Hinter Zulj steht wegen Rückenproblemen ein Fragezeichen. "Für mich zählt momentan nur, dass ich ins Mannschaftstraining zurückkomme", sagt er – und will alles andere nicht kommentieren.

Im Fall Sebastian Mielitz herrscht derweil schon jetzt Klarheit: Der 27-Jährige wird nicht mehr für das Kleeblatt auflaufen. Der Vertrag des Torhüters läuft ebenfalls im Sommer aus und wird nicht verlängert. Stattdessen wechselt Mielitz zum dänischen Erstligisten SönderjyskE. 

Alexander Pfaehler

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