Skandal im "Speer"-Bezirk

Andreas Speer.

Andreas Speer. © Etzold

Diese Flucht nach vorn, der Teufel an der Wand, ist zu werten als Versuch des Traditionsvereins, in letzter Minute doch noch einen „Retter mit der Flammenbörse“ aufzutreiben.

So oder so: ASV-Trainer Andy Speer, der seine Zukunft noch offen lässt – Torjäger Ferdinand Ehrl ist angeblich schon auf dem Absprung –, warnt eindringlich vor dem drastischen Schritt. Gibt es da doch noch die Möglichkeit des „Zeitspiels“: Gemäß der Spielklassenreform steigt im nächsten Jahr die Zahl der Landesligen auf fünf, dann können sogar die schlechtesten Teams der kommenden Saison über eine Qualifikationsrunde noch den Klassenerhalt schaffen.

So würde ein Novum im Neumarkter Fußball verhindert: Dass ein anderer Stadtverein – vorausgesetzt, der BSC Woffenbach steigt in die BOL auf – höherklassig spielt als der Allgemeine Sportverein. Denn die Konsequenz einer Abmeldung wäre keine andere als bei einer kompletten Vereinsinsolvenz wie kürzlich in Weiden. Aus dem ASV II, der jetzt schon als BOL-Absteiger feststeht, würde in der Bezirkliga Süd der ASV I; eine neue zweite Mannschaft müsste wieder in der B-Klasse anfangen (wir haben uns beim Spielleiter der Landesliga Mitte nochmals vergewissert).

Doch noch sind nicht alle Messen gesungen, in zwei Wochen soll eine Entscheidung fallen. Tragisch wäre solch ein Abgang aber schon. Und süffisant dazu: Hätte die Speer-Elf die letzten Spiele alle vergurkt und wäre am Ende sportlich abgestiegen (was rechnerisch noch möglich, aber im Grunde utopisch ist), hätte sie ab Herbst in der Bezirksoberliga weiterkicken können, mit entsprechend geringerem Etat. Und andersrum: Hätte man den ASV II, wie zum Ende der Vorsaison, vorzeitig mit Landesligaspielern aufgepeppt, hätte der vielleicht noch das rettende Ufer der BOL erreicht.