Experte mahnt

Darum sollten Sie niemals Hecken aus Kirschlorbeer oder Thuja im Garten pflanzen

21.7.2021, 16:52 Uhr
Viele beliebte Hecken-Pflanzen sind Naturschützern ein Dorn im Auge.

Viele beliebte Hecken-Pflanzen sind Naturschützern ein Dorn im Auge. © Nessie66/Pexels/Pixabay/LizenzCC

Pflegeleicht und schön anzusehen - das sind bei vielen Hobbygärtnern die Hauptkriterien für die Pflanzenwahl im eigenen Garten. Vor allem bei großen Hecken um das eigene Grundstück sollte das Stutzen und Pflegen nicht allzu lange dauern.

Experte: Thuja und Kirschlorbeer haben im Garten nichts zu suchen

Viele greifen daher auf Kirschlorbeer oder Thuja zurück - ein großer Fehler, wie Sönke Hofmann, Geschäftsführer des Naturschutzbundes Deutschland, kurz NABU, erklärt. Diese und viele weitere Pflanzen seien für Tiere und die Umwelt völlig nutzlos.

"Wer Kirschlorbeerhecken pflanzt, begeht ein Verbrechen an der Natur", so Hofmann. "Selbst eine Betonmauer ist ökologisch wertvoller, auf ihr wachsen mit der Zeit wenigstens Flechten und Moose." Bestenfalls ein wenig Unterschlupf finden Vögel zwischen den Blättern, ernähren kann die Pflanze sie nicht.

"Keine Ahnung und keine Geduld": NABU findet drastische Worte

Der Kirschlorbeer wurde als Zierpflanze aus der Türkei hierzulande eingeführt. "In den vergangenen Jahren gab es eine Inflation dieser Sträucher, gemeinsam mit den ebenfalls exotischen Rhododendren verdrängen sie heimische Pflanzen. Damit verschwindet die Nahrungsgrundlage für Insekten und damit die Babynahrung vieler Vögel", ärgert sich der Naturschützer.

"Wer Lorbeerkirschen anpflanzt zeigt, dass er keine Ahnung und keine Geduld hat", wird Hofmann deutlich. Zum einen, weil die Pflanze für Menschen giftig sei, zum anderen weil sie sich über die Gärten langsam in den Wälder verbreite und dort heimische Pflanzen verdränge.

Welche Alternativen gibt es zu Kirschlorbeer und Thuja?

Neben Kirschlorbeer haben laut Naturschützern auch weitere Zierpflanzen wie Bambus, Dahlien, Rhododendron und Thuja kaum einen Nutzen für Tiere. Stattdessen raten sie zu heimischen und insektenfreundlichen Alternativen. Dazu gehören: Brombeere, Weißdorn, Hainbuche, Liguster, Haselnuss und Vogelbeere. Eine immergrüne Ausweichmöglichkeit ist die Eibe.

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