Besuch in Nürnberg

"Der Waldmacher": Volker Schlöndorffs Doku über das wiederergrünte Afrika

8.4.2022, 09:46 Uhr
Pionier bei der Wiederaufforstung Afrikas: "Waldmacher" Tony Rinaudo.

© Weltkino Pionier bei der Wiederaufforstung Afrikas: "Waldmacher" Tony Rinaudo.

Wie schafft man es, in kahlen Gegenden wieder Bäume wachsen zu lassen? Mit dieser Frage hat sich der Australier Tony Rinaudo in seinem Leben viel beschäftigt.

Für seine Arbeit erhielt er 2018 den Alternativen Nobelpreis. Oscar-Preisträger Volker Schlöndorff ("Die Blechtrommel") hat über ihn und die Wiederaufforstung in Afrika nun einen Dokumentarfilm gedreht.

Rinaudo lasse ganze Wälder wachsen, ohne einen einzigen Baum zu pflanzen, erzählt Schlöndorff zu Beginn. Mehrere Wochen war er unterwegs, hat seinen Protagonisten etwa ins westafrikanische Niger begleitet. Der Film erzählt auch davon, wie Rinaudo zum "Waldmacher" wurde. Als junger Mann zog er mit seiner Partnerin und einem Baby nach Afrika. Die Familie wuchs, doch alle Versuche, Bäume zu pflanzen scheiterten. In den 1980er Jahren erlebten weite Teile des Kontinents eine große Hungernot.

Der Filmregisseur Volker Schlöndorff ist einer der wenigen deutschen Oscargewinner.

Der Filmregisseur Volker Schlöndorff ist einer der wenigen deutschen Oscargewinner. © Jens Kalaene/dpa

Als er in der ausgedörrten Landschaft einmal mit seinem Auto angehalten und ein stilles Gebet gesprochen habe, habe er so etwas wie eine Offenbarung erlebt. Ihm sei ein Busch aufgefallen, der sich in Wahrheit als Trieb eines abgeholzten Baumes erwies. Da in Afrika zigtausende von Bäumen Äckern weichen mussten, schlussfolgerte Rinaudo, dass es ein weites Wurzelnetzwerk unter der Erde geben müsse. Einen unterirdischen Wald, aus dessen Trieben bei richtigem Beschnitt wieder Bäume wachsen könnten.

Scheitern und Hoffnung

Durch Rinaudos "Farmer Managed Natural Regeneration"-Methode sind inzwischen in 25 afrikanischen Ländern Millionen von Hektar begrünt worden. Der Film nimmt einen mit ins Leben der Menschen vor Ort. Auch wenn er allein unterwegs ist, erzählt Schlöndorff von den Problemen der Region und von Projekten, wie denen Rinaudos, die Hoffnung machen.

"Tony Rinaudo hat mich gelehrt, ein bisschen hoffnungsvoller in die Welt zu schauen", sagte Schlöndorff im Herbst vor dem Weltklimagipfel. Rinaudo zeige, dass Wandel möglich sei und "wir noch sehr viel gut machen können". (87 Min.; auf seiner bundesweiten Kinotour macht Volker Schlöndorff am 26. April in den Erlanger Lamm-Lichtspielen und im Lichtspiel in Bamberg Station sowie am 27. April im Nürnberger Filmhaus)

In diesen Kinos läuft der Film.