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Der Heilige Wolfgang hilft

Restauration der Skulptur mit doppeltem Nutzen - 30.07.2020 15:33 Uhr

Die etwa 47 cm große Skulptur des Heiligen Wolfgang.

30.07.2020


Die etwa 47 cm große Skulptur wird dem bedeutendsten Bildhauer der Spätgotik zugeschrieben: Michel Erhart. Aus Erharts Ulmer Werkstatt sind vier großformatige Figuren bekannt, die Rückschlüsse auf die Herkunft des „kleinen“ Heiligen Wolfgang zulassen. Vermutlich diente die 1475 entstandene Skulptur als Vorlage für solch lebensgroße Figuren. Die Skulptur stellt den einstigen Bischof von Regensburg dar, auf den vermutlich die Gründung der Regensburger Domspatzen zurückgeht. Im Jahr 1052 wurde er heiliggesprochen.

Unklar ist, ob die Figur ursprünglich farbig war. Sicher ist dagegen, dass sie im Laufe der Zeit mehrmals übermalt wurde. Bevor sie 1938 ins Museum gelangte, wurden diese verschiedenen Fassungen vermutlich abgenommen und die Figur mit einem Überzug versehen. Dieser Firnis, der über die Jahre verschmutzte und vergilbte, wird nun entfernt. Der Blick auf die darunterliegende Farbe wird freigegeben und erstmals wird das einstige Blau der Mantelinnenseite wieder zu sehen sein. Unter der aktuellen Verschmutzung verbirgt sich künstlerisch Meisterhaftes. Ziel der Restaurierung ist es, die feinen Falten des Gesichts oder andere Details, wie den Ring an der Hand, wieder zum Vorschein zu bringen. Die hohe Qualität des Exponats und das handwerkliche Geschick des Bildhauers sollen wieder sichtbar werden.

Dabei wird außerdem ein weiterer wichtiger Zweck verfolgt. Die Restaurierung übernimmt eine externe Restauratorin, die seit Jahren eng mit dem Germanischen Nationalmuseum zusammenarbeitet. Der Berufszweig der freiberuflichen Restauratorinnen und Restauratoren gehört zu den Bereichen, die besonders von der Corona- Krise betroffen sind. Zudem hat das Museum coronabedingt weniger Drittmittel zur Verfügung, was die Vergabe von Aufträgen erschwert.

Diese Situation hat die Ernst von Siemens Kunststiftung gut erkannt und sehr schnell eine spezielle Förderung für freiberufliche Restauratorinnen und Restauratoren auf den Weg gebracht. Indem Projekte wie die Restaurierung des Heiligen Wolfgangs ermöglicht werden, nutzt sie auch den Museen. Der Generaldirektor des Germanischen Nationalmuseums, Professor Daniel Hess, bringt es auf den Punkt: „Eine großartige Aktion: schnell, unbürokratisch und äußerst hilfreich. Vielen Dank!“

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http://www.gnm.de

Daniela Lunz

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