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Nach "Asyl-Erpresser": Preis-Aberkennung soll möglich sein

Neue Satzung für den Kultur-Preis wegen Schramms Äußerungen - 05.04.2017 11:41 Uhr

Godehard Schramm hat ein Buch über den Landkreis Neustadt/Aisch geschrieben. Mit einigen Aussagen über Flüchtlinge, sorgt der Nürnberger Autor für Entsetzen. © Michael Matejka


Bislang ist es nicht möglich, einem Künstler, der mit dem Wolfram-von-Eschenbach-Preis des Bezirks Mittelfranken geehrt wurde, diese Auszeichnung wieder abzuerkennen. Das soll in Zukunft anders werden. Darauf einigte man sich in der Kulturausschuss-Sitzung am Montag einstimmig.

Unehrenaftes und unwürdiges Verhalten

"Ziel ist, die Satzung so zu ändern, dass sie eine Aberkennung des Preises und eine Rückforderung des Preisgeldes erlaubt, wenn der Preisträger oder die Preisträgerin sich unehrenhaft und unwürdig verhält", sagt Horst Krömker, stellvertretender Fraktionsvorsitzender der SPD-Bezirkstagsfraktion. Sowohl seine Partei wie auch die CSU hatten entsprechende Dringlichkeitsanträge gestellt. Bereits am Mittwoch, so Krömker, soll der Bezirkstag abschließend darüber entscheiden.

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Auslöser der politischen Debatten waren fremdenfeindliche Äußerungen des Nürnberger Schriftstellers und Wolfram-von-Eschenbach-Preisträgers Godehard Schramm in seinem neuen Buch. Er hatte darin über "Asyl-Erpresser", "Einwanderungs-Einbrecher" und das "Unheil der unbewaffneten Invasion Europas" geschrieben.

Der Bezirk Mittelfranken verleiht den Preis jährlich "in Anerkennung bedeutsamen kulturellen Schaffens" an Persönlichkeiten, die durch Geburt, Leben oder Werk mit Franken verbunden sind.

Landrat Helmut Weiß hat sich bereits in einer schriftlichen Erklärung "von den Äußerungen des Herrn Schramm zu Flüchtlingen" distanziert. Von den fremdenfeindlichen Äußerungen des Nürnberger Schriftstellers distanzierten sich auch das Bayerische Heimatministerium und das Kunstministerium und sagten eine Lesung auf der Kaiserburg ab.

ruf

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