"Verschwörung": Der Wien-"Tatort" in der Sommerglut

8.5.2021, 10:47 Uhr
Bibi Fellner (Adele Neuhauser) und Moritz Eisner (Harald Krassnitzer) in

Bibi Fellner (Adele Neuhauser) und Moritz Eisner (Harald Krassnitzer) in "Verschwörung". © --, dpa

Dieser Karrieresprung kommt für die Fans des Wien-"Tatorts" unerwartet: Moritz Eisner (Harald Krassnitzer) soll einen neuen Job in Den Haag antreten – bei Europol und der EU-Antikorruptionsbehörde Olaf.

Eine Wohnung hat er schon, samt Gästezimmer für die geschätzte Kollegin Bibi Fellner (Adele Neuhauser). Der Zuschauer aber weiß gleich zu Beginn dieses neuen "Tatorts": Daraus wird nichts. Man sieht Eisner – bevor dann eine Woche zurückgeblendet wird – auf dem Arbeitsamt. "Gekündigt nach 35 Jahren bei der Polizei, was haben sie denn gemacht?", fragt die Sachbearbeiterin. "Meinen Job", entgegnet Eisner mit leerem Blick. Für ihn kommt es diesmal knüppeldick.

Dabei sieht der Tod eines hohen Beamten aus dem Innenministerium zunächst gar nicht unbedingt nach Fremdverschulden aus. Der Mann, der verbissen für den Marathon trainiert und dabei offenbar auch Dopingmittel nicht scheut, bricht beim Joggen im glutheißen Wiener Sommer zusammen. Herzinfarkt will man im Ministerium glauben. Mord glauben Eisner und Fellner und beginnen gegen Widerstand von ganz oben mit ihren Ermittlungen – bei korrupten Politikern, dubiosen Ärzten, trauernden Witwen und schmierigen (Ex-)Ministerialbeamten mit seltsamem Gebaren im Immobiliengeschäft.

Unschlagbares Team

Die beiden sind einfach ein unschlagbares Team und tragen mit ihrer Präsenz und Ausstrahlung auch diesen Wiener "Tatort", der viel im Grünen, in Steinbrüchen der Umgebung und Luxusvillen in den Weinbergen spielt, über die Sendezeit. So packend wie der erst vor sechs Wochen ausgestrahlte Wien-"Tatort" "Die Amme" ist die etwas überfrachtete Story (Drehbuch Ivo Schneider, Regie Claudia Jüptner-Jonstorff) von "Verschwörung" aber nicht (Sonntag, 20.15 Uhr, ARD). Und etwas einfallslos wirkt die Tatsache, dass Bibi Fellner nun schon wieder in höchste Lebensgefahr gerät und ihrer Sinne nicht mehr ganz mächtig ist. Das hatten wir auch erst vor sechs Wochen. Überhaupt schleicht sich in die Wiener Geschichten gerade arg viel Drama mit arg wenig Wiener Schmäh.

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