Dienstag, 20.10.2020

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Neuer Impfstoff: Russland kündigt "Sieg über Pandemie" an

Die Freigabe erfolgte noch vor dem Abschluss wichtiger Tests - 19.10.2020 15:01 Uhr

+++ Die ersten größeren Lieferungen des ersten russischen Impfstoffes würden im nächsten Monat eintreffen. "Das wird der endgültige Sieg über die Pandemie sein", meinte Sobjanin. Das russische Vakzin mit dem Namen "Sputnik-V" war schon im August freigegeben worden. International gab es Kritik daran, weil die Freigabe noch vor dem Abschluss wichtiger Tests erfolgte. Derzeit laufen breit angelegte Phase-III-Studien. Mittlerweile ist ein zweiter in Russland entwickelter Impfstoff freigegeben worden. In dem flächenmäßig größten Land der Erde steigt seit Wochen die Zahl der Neuinfektionen rasant. Am Montag wurden der offiziellen Statistik zufolge 15 982 Fälle an einem Tag gemeldet - so viele wie noch nie. Damit gibt es bislang mehr als 1,3 Millionen registrierte Infektionen.

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Bayerns neue Corona-Regeln auf einen Blick

In bayerischen Regionen mit hohen Corona-Zahlen gelten künftig strikte Beschränkungen für private Kontakte. Zudem wird die Maskenpflicht in den betroffenen Städten und Landkreisen deutlich ausgeweitet. Das hat das Kabinett am 15. Oktober 2020 beschlossen. Mit den Gegenmaßnahmen geht die Staatsregierung zum Teil über einen gemeinsamen Beschluss von Bund und Länder vom Vortag hinaus. Eine Übersicht.


+++ Noch in diesem Jahr wie Unicef 520 Millionen Spritzen für eine mögliche Corona-Impfung in Lagern deponieren. Das UN-Kinderhilfswerk will damit sicherstellen, dass genug Spritzen vorhanden sind, bevor der Impfstoff eintrifft. Gemeinsam mit der Impfallianz Gavi und der Weltgesundheitsorganisation (WHO) habe man bereits mit den Vorbereitungen begonnen. "Weltweit gegen Covid-19 zu impfen wird eine der größten Anstrengungen in der Menschheitsgeschichte werden", erklärte Unicef-Direktorin Henrietta Fore. Sollte 2021 dann genügend Impfstoff vorhanden sein, plant Unicef bereits die Beschaffung von mehr als einer Milliarde Spritzen.


Corona-Ampel in Nürnberg auf gelb: Aktuelle Fallzahlen und Maßnahmen


+++ Wesentliche Entscheidungen zur Bekämpfung der Corona-Pandemie werden aktuell hauptsächlich von den Regierungen in Bund und Ländern getroffen und nicht vom Parlament. Bundestagsvizepräsident Wolfgang Kubicki sieht darin eine Gefahr für die Demokratie: "Wenn wir als Parlament unsere Aufgabe jetzt nicht wahrnehmen, dann hat die Demokratie einen dauerhaften Schaden", sagt er im Bild-Talk "Die richtigen Fragen".

Es wäre die Aufgabe des Parlaments, wichtige Entscheidungen zu treffen, nicht die von Regierungsmitgliedern. Andere schließen sich seiner Kritik an, so auch SPD-Rechtsexperte Florian Post und Unionsfraktionsvize Carsten Linnemann. Auch die mahnenden Worte von Kanzlerin Angela Merkel hinterfragte Kubicki und bezeichnete sie als "Verzweiflungstat". Er betonte, dass die Bundeskanzlerin nicht diejenige ist, "die einfach anordnen kann, wie wir uns verhalten sollen".


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ARCHIV - 28.02.2019, Hannover: Eine Arzthelferin impft in einer Arztpraxis eine junge Patientin mit einer Spritze. (zu «Bildungsministerin will Impfungen in Schulen anbieten») Foto: Ole Spata/dpa +++ dpa-Bildfunk +++

© Ole Spata, dpa


nb

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