Schmuck und Elektroroller

13-jähriger Münchener findet knapp 15.000 Euro - und verprasst das Geld mit seinen Freunden

Markus Maisel
Markus Maisel

Online-Redaktion

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18.5.2022, 16:07 Uhr
Eurobanknoten liegen auf einem Tisch.

© Patrick Pleul/dpa-Zentralbild/dpa/Illustration Eurobanknoten liegen auf einem Tisch.

Von dieser Jugendsünde dürfte er wohl noch seinen Enkeln erzählen: Ein 13-Jähriger fand Anfang Mai an einer Münchener S-Bahn-Stelle eine ordentliche Stange Geld. 14.900 Euro fischte der Jugendliche aus einer fremden Aktentasche.

Herrenlos lag die Tasche am S-Bahnhof Furth herum - ein 62-Jähriger hatte sie zuvor vergessen. Als dieser zurückkehrte, fand er zwar seine Tasche wieder - das Kuvert mit dem Bargeld war jedoch verschwunden.

13-Jähriger berichtete Freund von seinem Fund

Nach Angaben der Abendzeitung München berichtete der 13-Jährige einem Freund, den er danach zufällig in der U-Bahn traf, von seinem Fund. Es dauerte nicht lange, da wusste der ganze Freundeskreis vom gefundenen Geld.

Anstatt das das Bündel zur Polizei zu bringen, verfolgten die Jugendlichen einen anderen Plan: So ging die Clique mit dem Geld auf Luxus-Einkaufstour - die Schüler besorgten sich teuren Schmuck, Rucksäcke und einen Elektro-Roller. Auch für Trips zum Restaurant oder zum Bowling-Zentrum wurden die Scheine genutzt - die Jugendlichen machten sich mit ihrem Fund ein gutes Leben.

Nach einigen Tage wurden die Eltern auf das ungewöhnlich exzessive Ausgabeverhalten der Jugendlichen aufmerksam - und stellten ihre Kinder zur Rede. Dabei räumten die Schüler ein, dass sie das Geld gefunden hatten. Besonders kurios: Die Hälfte des Geldes hatten sie zu diesem Zeitpunkt bereits ausgegeben.

Eltern mussten vierstellige Ausgleichssumme aufbringen

Am Dienstag, dem 17. Mai, gingen die Eltern mit den Kindern zur Polizei Unterhaching - und übergaben den Beamten die Summe. Zwar konnte ein Großteil der Einkäufe zurückgegeben werden, allerdings mussten die Eltern Summen von 1.000 bis 2.000 Euro aufbringen, um die Differenz auszugleichen.

Für die Teenager hat die Aktion keine Konsequenzen, denn sie sind noch nicht strafmündig. Der 62-jährige Besitzer der Tasche hatte sich bereits mit seinem Verlust abgefunden, als er erfuhr, dass sein Geld aufgetaucht sei. Dieses konnte er wenig später bei der Polizei abholen.

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