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Bären zerfleischen Wölfin in niederländischem Zoo

Raubtiere teilten sich Gehege - gemeinsame Haltung nicht unüblich - 02.11.2018 19:08 Uhr

Braunbären und Wölfe leben immer wieder gemeinsam in Zoogehegen zusammen (Symbolbild). © dpa


Drei Braunbären in einem Wasserloch, direkt vor ihnen zwei Wölfe, die in höchster Aufregung am Rande des Tümpels auf und ab laufen. Als sie zur Seite springen, wird der Blick frei auf den Grund für ihre Erregung: Inmitten der Bärengruppe windet sich eine junge Wölfin zwischen deren mächtigen Pranken, wird von den Raubtieren immer wieder unter Wasser gedrückt, gebissen und gekratzt.

Diese Szenen sind auf einem Besuchervideo zu sehen, das Anfang der Woche in einem niederländischen Zoo entstand und inzwischen auch im Netz für Aufregung sorgt. Aufgenommen wurde es in Dierenrijk, einem Tierpark in Mierlo, knapp zehn Kilometer östlich von Eindhoven. 

Die Braunbären teilen sich dort ihr Gehege mit mehreren Wölfen - bisher offenbar friedlich. Doch am besagten Tag hat das einträchtige Zusammenleben ein Ende. Minutenlang attackieren die mächtigen Raubtiere die zierliche Wölfin, deren Artgenossen immer wieder versuchen, dazwischen zu gehen - ohne Erfolg. Laut Medienberichten überlebt die Wölfin die Attacke nicht.

Normalerweise lebten die Tiere in Harmonie zusammen, spielten sogar zusammen, zitiert die Thüringer Allgemeine eine Sprecherin des Zoos. Warum es an diesem Tag zu dem Zwischenfall kam, sei noch nicht geklärt.

Tödlicher Zwischenfall auch im Tiergarten

Sogenannte Vergesellschaftungen, bei denen mehrere Arten sich ein Gehege teilen, sind nichts Ungewöhnliches, auch im Nürnberger Tiergarten werden zum Beispiel Antilopen und Nashörner zusammen gehalten. In einem Gutachten des Bundesministeriums für Ernährung und Landwirtschaft wird die gemeinsame Haltung von Bären und Wölfen in großen Gehegen als Option genannt, mehrere Zoos in Deutschland setzen dies in der Praxis um.

Allerdings kommt es bei der Haltungsform auch immer wieder zu Zwischenfällen, die mitunter tödlich enden. 2008 wurden im Nürnberger Tiergarten etwa zwei Exemplare des seltenen roten Pandas mit aufgeschlitzten Bäuchen gefunden - getötet wurden sie laut Tiergarten möglicherweise von Muntjaks, einer Kleinhirschart, die sich zu dieser Zeit das Gehege mit den Pandas teilte. Nach dem Vorfall wurde die gemeinsame Haltung aufgegeben.

jru

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