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"Der Bachelor": Fränkin Luisa lässt die Muskeln spielen

Forchheimerin bleibt zurückhaltend – doch macht trotzdem eine gute Figur - 09.01.2019 22:15 Uhr

Für sechs Kandidatinnen ging es mit dem Bachelor in Ausgabe zwei ins Fitnessstudio. Für die sportbegeisterte Luisa aus Forchheim traf sich (3. v. r.) traf sich das gut. © MG RTL D


Eine Fränkin sucht in Nordamerika die große Liebe. Vergangene Woche musste Luisa aus Forchheim um eine Rose des neuen Bachelors Andrej Mangold zittern. Als Letzte durfte die 22-Jährige den Ex-Basketball-Profi kennenlernen. Nicht nur die erste Begegnung verlief wortkarg, auch in der ersten "Nacht der Rosen" kam zwischen dem Gründer eines Kaugummi-Start-Ups und der eher zurückhaltenden Fränkin kein Gespräch zu Stande. Trotzdem zählte sie zu den 17 glücklichen Damen – Entschuldigung, RTL – "Ladies", die Junggeselle Andrej noch ein bisschen besser kennenlernen dürfen.

Der weiße Ritter und seine oberflächlichen Herzdamen

Dessen Absichten sind laut RTL natürlich nach wie vor absolut aufrichtig. Große Mühe gibt sich das Format jede Staffel, den Bachelor als tugendhaften Romantiker darzustellen. Dabei sollen überproduzierte Aufnahmen des gut gebauten Sportlers helfen, der am Strand Mexikos sehnsüchtig in die Ferne blickt. Damit steht der weiter steigende Produktionswert der Reality-Sendung in immer größerem Kontrast zum inhaltlichen Schmuddel, den Zuschauer auch in Woche zwei oft serviert bekamen.

Während der Bachelor, der nach Aussage der teilnehmenden Frauen (mal wieder) der schönste TV-Rosenverteiler aller Zeiten sei, als weißer Ritter im Helikopter vorfliegt und spitzbübisch zu Protokoll gibt, er fühle sich wie James Bond, denken die am Pool fläzenden Kandidatinnen an den Protagonisten aus "Fifty Shades of Grey". So plump inszeniert die Produktion den Zwiespalt zwischen Gentleman Andrej und den scheinbar triebgesteuerten Frauen. Verkehrte Welt. Dabei war es doch der Bachelor, der vergangene Woche die schnellste Rose aller Zeiten an eine Frau verteilte, die ihm als Gastgeschenk augenzwinkernd eine Peitsche überreichte.

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Wie ernst es Andrej zu sein scheint, zeigte sich dann aber gleich beim ersten Einzeldate, auf das er Kandidatin Nathalie, nein, Jenni mitnahm. In der Vorwoche rief der Bachelor die Kandidatin noch unter falschem Namen zur Rosenvergabe auf, nun erhält sie die ersten Minuten in Zweisamkeit mit dem TV-Adonis. So schnell kann es gehen in "Der Bachelor". Hat es Klick gemacht? Fragen wir Jenni. "Was mir auch sehr, sehr gut gefällt, ist sein… Körper", erklärt sie im Einzelinterview nach dem Date. "Auch?" Für weitere positive Attribute blieb leider keine Sendezeit, dafür aber für geistreichen Small-Talk wie "Ich hab‘ übrigens die spitzesten Knie der Welt. Da musst du aufpassen."

Forchheimerin punktet mit Fitness - doch bleibt schweigsam

Die inhaltlichen und zwischenmenschlichen Tiefpunkte zeigten sich aber einmal mehr in der Mietvilla des Mädel-Tross‘, als der Angebetete nicht zugegen war. Dort wurden nicht nur Körpergewicht und die Verteilung der Proportionen ausgiebig besprochen, sondern auch die Kuss-Frage beim ersten Date. Und weil die Gespräche nicht schon unreif genug waren, wurde noch der "Handtuchkrieg" um die scheinbar spärlich verteilten Badehandtücher im Luxus-Ressort heraufbeschworen, der in Gewaltandrohungen gipfelte. Andernorts konkurrierten die Ladies um das härteste Lebensschicksal. Was ist es nur, das Kandidaten in Reality-Shows immer direkt an ihre schwersten Stunden denken lässt?

Schwere Stunden verbringt danach auch Luisa aus Forchheim, denn als eine von sechs Teilnehmerinnen darf sie mit dem Bachelor im Fitnessstudio Gewichte stemmen. Für die sportliche Fränkin, die regelmäßig das Gym besucht, ein Heimspiel. Zum Einzelgespräch rief der Bachelor allerdings lieber die etwas auffälligeren Kolleginnen herbei. Nämlich ein kickboxendes Ex-Playmate mit offensichtlichen Aggressionsproblemen, die von Andrej erwartet, Unholde auf offener Straße in die Flucht zu schlagen und Kandidatin Jade, eine Art Gina-Lisa 2.0. Obwohl Luisa bei den Sportübungen eine gute Figur machte, konnte sie sich in der Gruppe daraufhin nicht in den Vordergrund spielen. Blieb nur noch die "Nacht der Rosen", um dem Bachelor aufzufallen.

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Drama, Geläster, Twerks

Doch auch dort lenkte eine Andere die Aufmerksamkeit auf sich. In der Sendung rückte kurz vor der Nacht der Rosen eine neue Kandidatin nach. Dass es sich dabei um nicht mehr handelte als eine perfide Strategie des Produktionsteams, um den Eifersuchts- und Drama-Faktor in der Villa zu erhöhen, wird der geneigte Reality-Zuschauer wohl schnell verstanden haben. Bei den Frauen, die um den Bachelor buhlen, fiel der Groschen allerdings nicht, weshalb sie den Köder schneller schluckten als eine hungrige Goldbrasse im Golf von Mexiko.

Schnell wurde wieder das Revier markiert, der Bachelor für innige Tänze vereinnahmt und die Konkurrenz diffamiert. Dass ausgerechnet die junge Frau, die eine Mexiko-Mitbewohnerin als "Bauer" bezeichnete, vor laufenden Kameras einen "Twerk" zum besten gab, im Gespräch mit dem Bachelor auflief und am Ende des Abends beleidigt abdampfte, wird einigen Fernsehzuschauern Genugtuung verschafft haben.

Wohl auch weil sich viele Mitbewerberinnen nicht von ihrer Schokoladenseite zeigten, schenkte der Bachelor Luisa erneut eine Rose, weshalb die Forchheimerin weiter auf das große Glück mit Andrej hoffen kann. "Ja, klar", lautete die selbstverständliche Antwort Luisas auf die Frage des Bachelors, ob sie seine Rose akzeptiere. Sichtlich glücklich nahm sie die Blume an. Ob Luisa nächste Woche mehr von sich zeigen kann?

Timo Nöthling

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