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Grippe, Coronavirus, Erkältung: Wo sind die Unterschiede?

Die Krankheitsbilder sind für Laien oft schwer zu unterscheiden - 05.03.2020 07:32 Uhr

Krank im Bett - das kann viele Ursachen haben.

29.02.2020 © Andreas Gebert


Irgendwie fühlt man sich nicht gut. Die Nase läuft, der Hals kratzt, der Kopf dröhnt. Jeder kennt diese Beschwerden, vor allem jetzt im Winter sind sie allgegenwärtig. Doch mit der - alles andere als unwesentlichen - Unterscheidung zwischen echter Grippe und Erkältung tun sich viele schwer. Jetzt kommt auch noch das Coronavirus dazu, das sich auch in Deutschland zu verbreiten beginnt und ähnliche Symptome verursacht. Wir helfen ihnen, Beschwerden richtig zu deuten.


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Am harmlosesten und auch am häufigsten ist die normale Erkältung. Sie beginnt in der Regel eher schleichend, baut sich gewissermaßen über zwei oder drei Tage auf. Die klassischen Symptome sind Schnupfen, Husten, Heiserkeit oder Halsschmerzen. Bei einem "grippalen Infekt", wie Mediziner die Erkältung oft nennen, steigt die Körpertemperatur, wenn überhaupt, nur leicht an. Das Krankheitsgefühl ist spürbar, aber nicht so ausgeprägt wie bei einer echten Grippe. Nach gut einer Woche sind die Beschwerden in aller Regel wieder verschwunden. Etwa 50 Prozent der Bevölkerung geben an, in den vergangenen sechs Monaten ein- oder zweimal an einer Erkältung gelitten zu haben.

Grippeimpfung kann sinnvoll sein

Medizinisch wesentlich bedenklicher als eine banale Erkältung ist die durch Influenza-Viren ausgelöste echte Grippe. Sie beginnt oft schlagartig, innerhalb weniger Stunden verschlechtert sich der Gesundheitszustand der Patienten deutlich und sie fühlen sich richtig krank. Husten und Halsschmerzen gehören auch zu klassischen Beschwerden bei der Grippe, allerdings kommen weitere Symptome hinzu. Typisch sind starke Kopf- und Gliederschmerzen, außerdem leiden Betroffene oft unter hohem Fieber. Sie fühlen sich meist sehr krank, ausgelaugt und erschöpft. Allerdings gibt es auch bei der Influenza-Grippe milde Verläufe.

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Häufig liegt die Krankheitsdauer bei fünf bis sieben Tagen, es kann jedoch auch mehrere Wochen dauern bis sich alle Symptome verflüchtigt haben. In manchen Fällen kann es zu schweren Komplikationen, wie etwa einer Lungenentzündung, kommen. Die Grippe führt jedes Jahr zu Todesfällen in Deutschland. Je nach Intensität der Grippewelle liegt die Zahl zwischen einigen hundert und mehr als 20.000 Toten. Für Risikogruppen wird daher die Grippeimpfung empfohlen.

Nur ein Test schafft Sicherheit

Zu Erkältung und Grippe gesellt sich in diesem Winter noch das Coronavirus. Im Gegensatz zu den beiden anderen, gängigen Krankheitsbildern ist das neue Virus und das damit einhergehende Krankheitsbild noch kaum erforscht. Das Robert-Koch-Institut (RKI) hat Husten, Schnupfen, Halskratzen und Fieber als häufige Symptome identifiziert. Manche Erkrankte leiden auch unter Durchfall. Bislang verlief die Krankheit bei etwa 80 Prozent der Infizierten mild, sechs Prozent mussten intensivmedizinisch behandelt werden. Rund 2800 Menschen sind dem Virus bislang erlegen.


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Weil die Krankheitsanzeichen denen einer Erkältung stark ähneln, kann nur ein spezieller Test eine Corona-Infektion eindeutig nachweisen. Ein Arzt wird vor allem dann zu einem derartigen Test raten, wenn ein Patient die typischen Symptome zeigt und Kontakt zu einer nachweislich infizierten Person hatte oder er gerade aus einem Risikogebiet kommt. Auf der Homepage des RKI gibt es eine laufend aktualisierte Übersicht über die Risikogebiete.

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Klassische Erkältung, Influenza-Grippe und eine Infektion mit dem Coronavirus sind - trotz mancher Unterschiede - in der Praxis nicht immer eindeutig unterscheidbar. Klarheit kann dann nur ein Arztbesuch bringen. Eines haben jedoch alle drei Krankheitsbilder gemeinsam: Einfache Hygienemaßnahmen helfen, das Ansteckungsrisiko zu senken. Gründliches Händewaschen, das Husten in die Armbeuge und ein bis zwei Meter Abstand zu erkrankten Personen sind also auf jeden Fall sinnvoll.

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