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Schafskälte 2023: Datum, Bedeutung & Bauernregeln

Simone Madre
Simone Madre

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23.6.2022, 11:07 Uhr
Die Schafskälte beschreibt einen Kälteeinbruch im mitteleuropäischen Sommer.

© Fossane, Pixabay, LizenzCC Die Schafskälte beschreibt einen Kälteeinbruch im mitteleuropäischen Sommer.

In Mitteleuropa wird ein plötzlicher Temperatursturz im Juni "Schafskälte" genannt. Das Phänomen bringt immer wieder das Wetter durcheinander und sorgt für kalte Tage. Woher der Begriff eigentlich stammt, wann die Schafskälte 2023 stattfindet und welche Bauernregeln es gibt, erfahren Sie hier.

Wann ist die Schafskälte?

Viele Menschen stellen sich die Frage: "Wann ist die Schafskälte dieses Jahr?" Der Termin für die Schafskälte fällt grundsätzlich in den Zeitraum zwischen dem 4. Juni und 20. Juni - also um den 11. Juni herum. Die Schafskälte tritt allerdings nicht jedes Jahr auf - es gibt also nicht unbedingt kalte Tage.

Wie lange dauert die Schafskälte?

Das Zeitfenster für die Schafskälte in einem Jahr bewegt sich zwischen dem 4. und dem 20. Juni. Die Zeit der Schafskälte endet also mit dem kalendarischen Sommeranfang. Der meteorologische Sommeranfang ist 2023 wie jedes Jahr am 1. Juni.

Was ist die Schafskälte?

Die sogenannte Schafskälte beschreibt einen Kälteeinbruch im Sommer in Mitteleuropa. Mitte Juni kann das Wetter schon einmal unbeständiger und kühler werden, genau dieser Wetterzustand wird als "Schafskälte" bezeichnet. Charakteristisch für die Schafskälte ist neben dem Wetterumschwung und den kalten Temperaturen auch das wechselhafte Wetter mit häufig einhergehenden Regenschauern. Die Schafskälte lässt sich mit dem Sommermonsun des indischen Subkontinents vergleichen, und wird auch als "europäischer Sommermonsun" betitelt.

Woher kommt der Name "Schafskälte"?

Die Bezeichnung "Schafskälte" leitet sich tatsächlich von den Schafen ab, die traditionell zum Beginn des Frühsommers geschoren werden. Vor allem in Bergregionen leiden die Tiere besonders unter der Kälte, da in hohen Lagen um diese Jahreszeit teilweise noch Schnee fällt. Die Kälte ist somit nicht nur unangenehm für die Schafe, sondern birgt auch gesundheitliche Gefahren für sie. Die Schafe werden daher teilweise erst gegen Ende Juni geschoren – nach der Schafskälte.

Schafskälte: Ursache des Wetterphänomens

Ursächlich für die Schafskälte ist die unterschiedliche Erwärmung von Land und Wasser. Während sich die Landmassen durch die steigende Sonneneinstrahlung schnell aufheizen, erwärmt sich das Meer deutlich langsamer. Wenn dann der Wind nach Nordwest dreht, kommen kühlere Luftmassen nach Mitteleuropa. Aufgrund der feucht-kühlen Luftströmung kann die Temperatur um fünf bis zehn Grad sinken.

Kommt die Schafskälte jedes Jahr?

Die Schafskälte ist ein jährlich wiederkehrendes Ereignis. Diese wird jedoch als meteorologische Singularität beziehungsweise Witterungsregelfall bezeichnet, da es sich um eine von der normalen Wetterlage erhebliche Abweichung handelt, die mit hoher Wahrscheinlichkeit eintritt.

Die statistische Wahrscheinlichkeit, dass die Schafskälte immer im gleichen Zeitabschnitt stattfindet, liegt bei 89 Prozent. Durch den Klimawandel änderte sich dies jedoch in den letzten Jahren. Die Schafskälte war kaum mehr verlässlich, häufig gab es schon hochsommerliche Temperaturen.

Welche Länder sind von der Schafskälte betroffen?

Laut Experten beschränkt sich der Kälteeinbruch hauptsächlich auf Mitteleuropa. Vor allem Deutschland und Österreich macht sich die Schafskälte bemerkbar. In höheren Lagen wie beispielsweise den Alpenregionen ist die Schafskälte besonders spürbar. Selbst ein großes Aufkommen von Neuschnee ist dort im Zeitraum der Schafskälte keine Seltenheit.

Schafskälte 2023: Welche Bauernregeln gibt es?

Die Schafskälte werden auch als "Johannistag" oder "die kalte Sophie" bezeichnet und zählen zu den sogenannten "Lostagen". Nach dem Volksglauben sollen die Schafskälte Hinweise auf die Wetterentwicklung in den nächsten Wochen und Monaten geben. Beispiele für sogenannte Lostage sind auch die Hundstage, der Siebenschläfertag, der Märzwinter, der Altweibersommer, der Martinisommer oder die bekannten Eisheiligen.

Folgende bekannte Bauernregel gibt es:

Zur Erklärung: Der 11. Juni ist der Feiertag für den Apostel Barnabas. Da die Schafskälte häufig rund um den 11. Juni stattfindet, spielt der besagte Feiertag in den Bauernregeln eine wichtige Rolle.

- Regnet es an Barnabas, schwimmen die Trauben bis ins Fass.
- Wenn Barnabas bringt Regen, so gibt es auch viel Traubensegen.
- Regen an St. Barnabas, währet 40 Tage ohne Unterlass.
- Zu St. Barnabas gehört die Sense auf die Wiese.
- St. Barnabas schneidet das Gras.
- Barnabas macht, wenn er günstig ist, wieder gut, was verdorben ist.
- Barnabas macht Bäum` und Dächer nass.

Was bedeutet die Schafskälte für den Garten und die Pflanzen?

Der mögliche Temperatursturz im Juni ist auch heute für Gärtner und Co. von Bedeutung. Denn an den kalten Tagen drohen erhebliche Schäden, insbesondere an empfindlichen Pflanzen. Hobbygärtner sollten sich besonders sorgfältig um folgende Gemüsesorten kümmern: Basilikum, Tomaten und Gurken. Wer ein Gewächshaus hat, kann seine Pflanzen dort nachts unterbringen und bei Bedarf noch Kerzen oder Friedhofslichter anzünden. Das steigert die Temperatur etwas.

Alternativ kann man die besagten Pflanzen mit einer Wellpappe oder einem Vlies schützen. Über kleine Pflanzen lässt sich auch ein Blumentopf stülpen. Die Abdeckung sollte man tagsüber aber wieder entfernen, damit die Pflanzen Licht und Luft bekommen.

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