Dienstag, 10.12.2019

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Aus für Laubbläser: Für Kommunen kaum vorstellbar

Sör-Mitarbeiter sind mit 40 Geräten im Einsatz, um alle Flächen zu schaffen - 15.11.2019 09:53 Uhr

Gerade in diesem Jahr blieb das Laub an den Bäumen ziemlich lange hängen. © Tom Weller/dpa


Während auf Straßen und Wegen Eile geboten ist, muss das Laub in Parkanlagen zwar nicht überall entfernt werden. Doch damit Liegewiesen auch im nächsten Jahr als solche benutzt werden können, muss Sör auch dort ran.

Gerade in diesem Jahr bleibt das Laub ziemlich lange hängen. Die sehenswerte Farbenpracht hat für Sör den Nachteil, dass umso schneller gehandelt werden muss, wenn sich Schnee ankündigt.


Bundesregierung warnt vor Laubbläsern: Lieber zum Rechen greifen


Um Straßen, Bürgersteige und Radwege freizuhalten, sind für Sör Nürnberg 24 Klein- und 18 Großkehrmaschinen im Einsatz. Darüber hinaus verwenden die Sör-Mitarbeiter 40 Laubbläser. Zwei Drittel davon haben einen Zweitaktmotor, ein Drittel wird elektrisch betrieben.

Rein elektrisch ist keine Option

Sör behält technische Entwicklungen stets im Auge und rüstet regelmäßig nach. Nur noch elektrische Laubbläser einzusetzen, ist laut Winkel allerdings keine Option. Sie sind zwar leiser, haben aber auch weniger Power. Oftmals zu wenig, um feuchtes Laub zu entsorgen, das am Boden festklebt. Dass auch Privatleute Laubbläser einsetzen, kann Winkel übrigens nicht nachvollziehen. Damit seien die meisten auch nicht schneller als mit einem Rechen oder Besen.

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In Erlangen stimmt Gabriele Totzauer als Abteilungsleiterin Straßenreinigung der Aufforderung der Bundesregierung zur zurückhaltenden Verwendung von Laubbläsern und -saugern grundsätzlich zu. Im privaten Bereich sei ein kompletter Verzicht auf den Einsatz in ihren Augen auch durchaus gut umsetzbar. Im öffentlichen Bereich habe die Kommune jedoch Verkehrssicherungspflichten einzuhalten.

Für schwer zugängliche Flächen notwendig

Die Abteilung Straßenreinigung setze dafür ausschließlich Laubbläser, jedoch keine Laubsauger ein. Um den Einsatz der Geräte zudem möglichst ökologisch zu gestalten, würden in Erlangen lärmarme Akkugeräte eingesetzt.

Diese Geräte seien für die Reinigung schwer zugänglicher Flächen notwendig und dort auch nur schwer zu ersetzen, beispielsweise wenn es darum geht, an Laub und Schmutz unter parkenden Fahrzeugen, zwischen abgestellten Fahrrädern oder Fahrradständern heranzukommen. Für eine "gute und wirtschaftliche Reinigung" öffentlicher Flächen sei der Einsatz deshalb nicht gänzlich verzichtbar, so Totzauer.

 

 

In Ansbach wird der Aufruf des Umweltministeriums, die Geräte mit Blick auf den Erhalt der biologischen Vielfalt und die Lärmbelastung möglichst nicht einzusetzen, gelassen gesehen. Die Mitarbeiter der Stadt seien ohnehin "fast ausnahmslos" mit Rechen unterwegs, heißt es dort. Gerade einmal ein einziger Laubbläser sei vorhanden und dieser würde nur gelegentlich an "neuralgischen Punkten" betrieben, wo etwa großen Laubmassen auf andere Art und Weise und in einem überschaubaren Zeitraum nicht beizukommen sei.

Auf Schotter unverzichtbar

Im oberpfälzischen Neumarkt werden die Laubbläser ebenfalls nur mit Zurückhaltung eingesetzt. Laut Stadtsprecher Franz Janka verwenden die Mitarbeiter der Kommune die Geräte "seit jeher sorgsam" und auch nur dort, wo es technisch praktisch keine Alternative gibt, wie beispielsweise auf Schotterwegen.


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Generell werde das Laub nur aus Gründen der Verkehrssicherheit entfernt oder um Fäule auf öffentlichen Grünflächen wie etwa Liegeflächen zu vermeiden. "Wir machen es nur da weg, wo es wirklich sein muss", sagt Janka.

Auf den Straßen und Gehwegen würden dafür in Neumarkt in erster Linie Kehrmaschinen genutzt, auf Wiesen würde das Laub meist mit dem letzten Mähen zerkleinert und zusammen mit dem Grünabschnitt aufgenommen. "Auf Beeten lassen wir das Laub aber liegen, dort wirkt es wie Mulch", so Janka.

Johannes Handl und Arno Stoffels

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