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Internationaler Klimaschutz-Index: Kleiner Lichtblick Deutschland

Experten bemängeln aber zu schwache Ausbauziele für erneuerbare Energien - 07.12.2020 14:30 Uhr

Windkraftanlagen und ein Kohlekraftwerk: Letzteres sorgt dafür, dass die Kohlenstoffdioxid-Emissionen nicht so schnell zurückgehen wie von Forschern empfohlen.

25.11.2020 © Julian Stratenschulte, dpa


Beim Klimaschutz hat sich Deutschland im internationalen Vergleich laut einer Studie mehrerer Umweltorganisationen etwas verbessert und ins obere Mittelfeld vorgeschoben. Die Bundesrepublik hat im Klimaschutz-Index vier Plätze gutgemacht und liegt nun auf Platz 19 – allerdings noch hinter Staaten wie Indien, Chile und Marokko. Die Gesamtbewertung lautet weiter nur „mittelmäßig“, wie die Autoren des Klimaschutz-Index von Germanwatch, dem Climate Action Network (CAN) und des New Climate Institute mitteilen.

Peinliches Ergebnis für die Vereinigten Staaten

„Desaströs“ nennen die Organisationen das Abschneiden der USA: Zum Ende der Amtszeit von Präsident Donald Trump liegen sie zum zweiten Mal in Folge ganz am Ende der Liste von 57 Staaten und der EU – noch hinter Saudi-Arabien und dem Iran.


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Spitzenreiter bleibt demnach Schweden, gefolgt von Großbritannien, Dänemark, Marokko, Norwegen und Chile. Die Klimaschützer urteilten aber auch, dass kein Land „sehr gut“ abschneidet, und ließen die ersten drei Plätze der Rangliste erneut frei.

Deutschlands Problemfelder sind nach dem Urteil der Studienautoren zu schwache Ausbauziele für erneuerbare Energien, viel zu wenig Fortschritt im Verkehrssektor sowie ein noch immer hoher Energieverbrauch und auch hohe Emissionen klimaschädlicher Treibhausgase pro Einwohner. Die Autoren sehen auch ermutigende Signale. So könnte der Höhepunkt bei den weltweiten Emissionen von Kohlendioxid erreicht sein, erklärten sie.

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Der Index betrachte noch die Emissionen vor Beginn der Corona-Pandemie, zeichne also kein verzerrtes Bild. Demnach stiegen die Emissionen insgesamt nur noch ganz leicht an, in mehr als der Hälfte der betrachteten Staaten sanken sie.

Einige EU-Staaten hängen zurück

Für die EU verzeichnen die Autoren mit Blick auf den Index ein zwiespältiges Bild. Während vor allem die skandinavischen EU-Staaten, Aufsteiger Portugal und die EU selbst mit recht guten Noten in der Top-Region zu finden seien, gebe es mit Ungarn, Polen, Tschechien, Slowenien und Zypern auch Ausreißer nach unten. Jan Burck von Germanwatch, einer der Hauptautoren, forderte, die EU müsse ihren Wiederaufbau nach der Corona-Krise möglichst grün und nachhaltig ausrichten.

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In der Gesamtwertung konnte sich die EU um sechs Plätze auf Rang 16 verbessern, allerdings fast ausschließlich dank einer stark besser bewerteten Klimapolitik. „In der Platzierung stecken also ein paar Vorschuss-Lorbeeren“, sagte Burck.

dpa

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