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Kommentar: Straßen müssen für Radler sicherer werden

Lebensgefährliche Situationen zu entschärfen darf nicht am Geld scheitern - 27.12.2018 14:25 Uhr

Die Zahl der auf deutschen Straßen getöteten Radler wird dieses Jahr nach Befürchtung des Verkehrsverbandes ADFC wahrscheinlich erneut steigen. © Uli Deck/dpa


Auch in diesem Jahr sind Hunderte Fahrradfahrer im Verkehr ums Leben gekommen. Womöglich sind sogar mehr tote Radler zu beklagen als im Vorjahr.

Betroffen sind davon nicht nur die Verunglückten selbst. Derart schlechte Botschaften beeinträchtigen auch die deutsche Verkehrswende, die angesichts von Klimawandel, gesundheitsschädlichen Abgasen und verstopften Innenstädten dringend nötig ist. Denn jede Meldung über einen tödlichen Radunfall dürfte diejenigen abschrecken, die zwar gerne öfter radeln würden, sich auf den Straßen aber unsicher fühlen.

Dabei wären viele tödliche Unfälle vermeidbar - weniger mit Appellen an Kraftfahrer, sich des von ihrer Karosse ausgehenden Gefährdungspotenzials bewusst zu sein und sie entsprechend umsichtig zu bewegen, sondern mit Investitionen in die Verkehrssicherheit. Radfahrer benötigen etwa mehr Platz, damit es beim Überholen nicht zu eng wird.

Und an Kreuzungen müssen Abbiegekonflikte entschärft werden, die Unfallforschern zufolge etwa zu einem Drittel der Todesfälle führen - wohlgemerkt meist, wenn die Radler Grün haben, sich also regelkonform verhalten haben.

Doch technische Assistenten, die insbesondere Lkw-Fahrern helfen, Radler im toten Winkel zu bemerken, soll es EU-weit erst bis 2024 in Neufahrzeugen geben müssen. Hauptgrund dürften mal wieder die vermeintlich zu hohen Kosten für die Autoindustrie sein. Ähnlich wie beim Schadstoffausstoß drängt sich auch hier der Eindruck auf: Unternehmensprofit und Arbeitsplätze gehen vor Gesundheit. Ziele wie mehr Lebensqualität in den Städten, sauberere Luft und natürlich die Null bei den Verkehrstoten lassen sich so aber nicht erreichen.

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Daniel Hertwig E-Mail

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