Schwarzenegger: "Trump ist schlechtester Präsident aller Zeiten"

11.1.2021, 10:32 Uhr
Arnold Schwarzenegger, ehemaliger republikanischer Gouverneur von Kalifornien, lässt kein gutes Haar an Donald Trump.

Arnold Schwarzenegger, ehemaliger republikanischer Gouverneur von Kalifornien, lässt kein gutes Haar an Donald Trump. © Frank Fastner, dpa

Arnold Schwarzenegger (73) hat die Amerikaner nach dem Sturm auf das Kapitol in einer Botschaft auf Twitter dazu aufgerufen, die Spaltung des Landes zu überwinden. In einer Rede "an meine amerikanischen Mitbürger und Freunde auf der ganzen Welt“ sagte der frühere Action-Schauspieler und Ex-Gouverneur des US-Staates Kalifornien: „Wir müssen uns gemeinsam von dem Drama heilen, das gerade passiert ist. Wir müssen als Amerikaner heilen.“

Präsident Donald Trump habe einen Putsch versucht, "indem er die Menschen mit Lügen in die Irre führte“, sagte Schwarzenegger, seine Worte werden untermalt von sphärischer, aber doch leicht martialischer Musik: "Präsident Trump ist ein gescheiterter Anführer. Er wird als der schlechteste Präsident aller Zeiten in die Geschichte eingehen.“ Doch Amerika werde diese dunklen Tage überwinden und stärker zurückkommen, "weil wir nun verstehen, was wir zu verlieren haben“.

Schwarzenegger wurde ungewöhnlich persönlich, erzählte aus seiner Jugend, als sein vom Krieg gezeichneter Vater ihn schlug, wie viele andere Väter in jener Zeit, bei denen der Krieg Narben nicht nur am Körper, sondern auch in der Seele hinterlassen habe. Er wisse als aus Europa Stammender, so der 73-Jährige weiter, wie Dinge aus dem Ruder laufen könnten. Es bestünden Ängste, dass so etwas auch in Amerika geschehen könne, deswegen warne er vor "Selbstsucht und Zynismus“.

Parallelen zur Pogromnacht

Wenn der gewählte Präsident Joe Biden erfolgreich sei, "wird die Nation erfolgreich sein“, sagte Schwarzenegger, der selbst wie Trump der Republikanischen Partei angehört. Der in Österreich geborene Schwarzenegger zog Parallelen zwischen dem Sturm auf das Kapitol in Washington und dem Judenpogrom in Deutschland 1938 in der "Kristallnacht“, der "Nacht des zerbrochenen Glases“, wie er sagte. "Mittwoch war der Tag des zerbrochenen Glases hier in den USA.“

Anhänger von Präsident Donald Trump hatten im politischen Zentrum Washingtons gegen die Zertifizierung der Präsidentschaftswahlergebnisse demonstriert. Einige drangen gewaltsam in das Kapitol ein. Schwarzenegger sagte, der Mob habe nicht nur die Fenster zerbrochen, "sondern die Ideen, die wir für selbstverständlich hielten. Sie haben die Prinzipien, auf denen unser Land gegründet wurde, mit Füßen getreten.“


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Schwarzenegger zeigte sich dennoch optimistisch und bemühte als Bild, warum Amerika durch die jüngsten Entwicklungen stärker werde, ein Requisit aus einem seiner bekanntesten Filme: das Schwert des Barbaren Conan. Der Stahl der Waffe sei deswegen so stark, weil er immer wieder erhitzt, mit dem Hammer bearbeitet und wieder abgekühlt wurde, viele Dutzend Mal. Genauso sei das mit des US-Demokratie, so der Ex-Gouverneur, sie werde durch Prüfungen wie jene der letzten Tage gehärtet.

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