Wegen steigender Preise

"Supermärkte vergesellschaften!": Beschluss der Jusos sorgt für heftige Kritik

4.4.2022, 16:52 Uhr
Die Münchner Jusos reagieren mit einem kontroversen Vorschlag auf die aktuell steigenden Preise.

© IMAGO/Martin Wagner Die Münchner Jusos reagieren mit einem kontroversen Vorschlag auf die aktuell steigenden Preise.

"Supermärkte vergesellschaften!": So lautet die Überschrift eines Beschlusses, dem die Münchner Ortsgruppe der Jusos am Samstag einstimmig zugestimmt hat. Deren Vorsitzender Benedict Lang schrieb dazu auf Twitter: "Die @JusosMuenchen haben gerade einstimmig beschlossen: wir fordern die Vergesellschaftung von Supermärkten! Es muss Schluss sein mit unfairen Produktions- und Arbeitsbedingungen. Lebensmittelversorgung muss demokratisiert und für alle Menschen günstig zugänglich sein." Gegenüber der Abendzeitung sagt Lang, er wolle mit dem Vorschlag auf ein Problem aufmerksam machen.

Während der Pandemie seien die fünf größten Lebensmittelkonzerne reicher geworden, allerdings könnten sich immer weniger Menschen den Einkauf dort noch leisten. Immerhin seien 1,65 Millionen Menschen auf Tafeln angewiesen. Lang fordert deshalb, dass sich Bürger durch Genossenschaften an Supermärkten beteiligen können. Mit Anteilen sollen die Kunden dann auf Dinge wie Waren oder Preise Einfluss nehmen können. Er hofft, dass der Staat es so schafft, den Lebensmittelmarkt besser zu regulieren. Die Enteignung soll laut Lang das letzte Mittel des Staates sein – schließlich geschehe dies auch in anderen Bereichen wie dem Autobahnbau.

In der eigenen Partei sorgt der Vorschlag der Jusos bisher für wenig Begeisterung. So äußert sich der Münchner SPD-Chef Christian Köning gegenüber der Bild: "Das ist kein Beschluss der Münchner SPD und ich kann mir nicht vorstellen, dass die SPD das beschließen würde." Er verwies aber auch darauf, dass es in der Lebensmittelversorgung "heute unbestritten eine Konzentration auf weniger Eigentümer" gebe und nannte die Gründerfamilien von Aldi oder Lidl als Beispiele.

Der Ex-SPD Bundestagsabgeordnete Florian Post wurde deutlicher und twitterte: "Langsam wird’s wirklich unerträglich! Haben die @JusosMuenchen wirklich so wenig Hirn?! Warum treten die nicht geschlossen zur KPD über?" Auch aus Reihen der CDU und der FDP hagelte es Kritik.

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