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Trotz Corona-Bonus: Darum wird es für Hartz-IV-Empfänger finanziell noch enger

Linken-Chefin fordert "Sommergeld" von 500 Euro - 11.05.2021 13:10 Uhr

Ein Hochhaus in Köln: "Es darf nicht passieren, dass die Bundesregierung die Armen wieder einmal im Regen stehen lässt", sagte Ulrich Schneider vom Paritätischen Wohlfahrtsverband. 

28.04.2021 © Oliver Berg, dpa


Im kommenden Jahr können sich Hartz-IV-Bezieher wohl noch weniger für das Geld, das ihnen der Staat überweist, leisten: Grund ist die Formel für die jährliche Anpassung des Satzes, der derzeit bei 432 Euro für Alleinstehende liegt: Denn in die Berechnung fließt nicht nur die Preisentwicklung mit ein (zu 70 Prozent), sondern auch die Entwicklung der Löhne (zu 30 Prozent). Weil letztere wegen Corona stagnieren, dürfte die Anpassung des Hartz-IV-Satzes also geringer ausfallen, als die Preise stiegen.

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Der Paritätische Wohlfahrtsverband forderte Arbeitsminister Hubertus Heil deshalb auf, die Formel so anzupassen, dass Preissteigerungen immer mindestens ausgeglichen werden. Grundsätzlich seien die Regelsätze aber ohnehin zu gering - nötig seien eine Erhöhung auf mindestens 600 Euro und ein Corona-Zuschlag von 100 Euro pro Kopf und Monat.

“Es darf nicht passieren, dass die Bundesregierung die Armen wieder einmal im Regen stehen lässt", sagte Ulrich Schneider, Hauptgeschäftsführer des Paritätischen Gesamtverbands.

Den Corona-Bonus der Großen Koalition - ein Einmalzuschlag in Höhe von 150 Euro für Hartz-IV-Bezieher, der in diesen Tagen ausgezahlt wird - kritisierte Schneider als "Tropfen auf den heißen Stein".


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Die Linke fordert indes ein "Sommergeld" von einmalig 500 Euro für Betroffene, das zum 1. Juli ausgezahlt werden solle, sagte Parteichefin Susanne Hennig-Wellsow der Nachrichtenagentur dpa. "Ein solches Sommergeld käme nicht nur der am Boden liegenden einheimischen Gastronomie und dem Gastgewerbe zu Gute, sondern würde auch den gesellschaftlichen Zusammenhalt stärken.“


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