Neues Logistik-Gebiet: Kommt Amazon nach Allersberg?

12.7.2019, 17:29 Uhr
Auch der Onlinehandel braucht eine ganz reale Logistik, um die Bestellungen der Kunden ans Ziel zu bekommen. In Logistikzentren wie diesem werden die bestellten Pakete auf Lkw verladen.

Auch der Onlinehandel braucht eine ganz reale Logistik, um die Bestellungen der Kunden ans Ziel zu bekommen. In Logistikzentren wie diesem werden die bestellten Pakete auf Lkw verladen. © Foto: Uli Deck/dpa

In der jüngsten Sitzung des Tiefbauausschusses des Kreistags behandelte das Gremium einen Antrag der Gemeinde Allersberg: Bürgermeister Daniel Horndasch wünschte sich die Zustimmung des Landkreises zur Verlegung der Kreisstraße RH 35 bei Altenfelden im Bereich des Regionalbahnhofs Allersberg mit dem Ziel, das im Norden des besagten Bahnhofs geplante Industriegebiet "Allersberg West II" besser erschließen zu können.

Die Verhandlungen laufen

Das Gremium gab dafür grünes Licht – mit zwei Einschränkungen: Die Gemeinde muss die Notwendigkeit für die Maßnahme belegen und es darf keine Verschlechterung der Situation vor Ort eintreten.

Horndasch versprach, dass der Landkreis keine Kosten tragen muss. Waldflächen sollen nicht gerodet werden. Im Bereich des Pendlerparkplatzes am Bahnhof könnte es aber zu größeren Verkehrsbelastungen kommen. Der Bürgermeister sagte, dass es bereits konkrete Anfragen von Firmen gebe, unter anderem aus dem Logistikbereich, und dass auch schon Grundstücksverhandlungen laufen.

In der Beschlussvorlage ist davon die Rede, weiter südlich "ein großes Logistik-Industriegebiet" zu entwickeln. Als das Gespräch in der Sitzung auf diesen Punkt kam, kursierte unter den Zuhörern im Saal schnell der Name Amazon.

Momentan ist "alles offen"

Dazu wollte auf Nachfrage der Hilpoltsteiner Zeitung nach der Sitzung jedoch niemand eine offizielle Aussage treffen: Jörg Pfaffenritter vom Landratsamt sagte: "Es gibt keine konkrete Planung für dieses Gebiet."

"Wir werden über laufende Grundstücksverhandlungen zu keinem Firmennamen etwas sagen. Ich kann weder etwas bestätigen, noch etwas dementieren", erklärte der Allersberger Bürgermeister. Horndasch weiter: Was in nicht-öffentlichen Verhandlungen und Sitzungen vertraulich besprochen worden sei, "darf ich nicht sagen." Momentan sei alles offen und es gebe für das Logistik-Industriegebiet südlich des Bahnhofs noch nicht einmal einen Bebauungsplan. Das Fazit des Bürgermeisters: "Alles, was erzählt wird, ist heiße Luft. Und wir kommentieren keine Gerüchte."

Sehr vielsagend äußerte sich auch Amazon-Sprecherin Nadiya Lubnina: "Wir können leider noch nichts zu ihrer Anfrage sagen." Womit sie – womöglich unbeabsichtigt – doch ein bisschen was verriet: Das Wörtchen "noch" in ihrem Statement legt zumindest die Vermutung nahe, dass das Unternehmen zu einem späteren Zeitpunkt wohl doch etwas zum Standort Allersberg sagen könnte. Ergänzend zu ihrer telefonischen Auskunft teilte Lubnina per E-Mail folgendes mit: "Amazon hat dazu keine Ankündigung gemacht."

Dieser Artikel wurde am 15. Juli 2019 um 10.32 aktualisiert. 

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