Donnerstag, 24.10.2019

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Apache riss Stromleitung ab: Hier wird der Unglücks-Heli verladen

N-Ergie spricht von Schaden im "hohen sechsstelligen Bereich" - Wer zahlt? - 02.10.2019 14:45 Uhr

Der Apache musste mit einem Kran auf einen Schwertransporter gehievt werden. © NEWS5 / Merzbach


Über 5000 Kilogramm wiegt der Apache. Kein Wunder, dass der Kampfhubschrauber der US-Army zwei Triebwerke mit jeweils rund 1600 PS Leistung braucht, um vom Boden abzuheben. Um die fünf Tonnen ohne den eigenen Antrieb in die Luft zu wuchten, ist schweres Gerät notwendig - wie in Linden bei Windelsbach. Dort musste ein Apache vor über einer Woche während einer Tiefflugübung notlanden. Der Helikopter kappte dabei sechs Hochspannungsseile und beschädigte zwei Strommasten. Wohl nur, weil der Pilot hellwach reagierte, kam es nicht zur Bruchlandung - Rettungskräfte gingen genau davon zunächst aus. Ein Großaufgebot rückte aus, darunter auch 15 Löschfahrzeuge. 

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Nach Unglück in Franken: Tonnenschwerer Apache wird verladen

Gut eine Woche nach der Notlandung bei Windelsbach wurde der Helikopter, der sechs Stromleitungen kappte, vom US-Militär abtransportiert. Ein Kran hievte den tonnenschweren Apache auf einen Schwertransporter, er wird nach Illesheim gebracht.


Die Bergung des Unglückshelikopters aber zog sich. Erst am Mittwochvormittag konnte er von Experten der US-Army abtransportiert werden. Zuvor hatte das Militär interne Ermittlungen an der Unfallstelle aufgenommen - was dabei genau geprüft wurde, ist unklar. Mit einem Kran wurde der Apache auf einen Schwertransporter gehievt, er soll ihn zur Army-Base nach Illesheim bei Bad Windsheim bringen. 

US-Kommandant lobt Piloten

Dass bei der Notlandung niemand verletzt wurde, darüber ist auch das US-Militär froh. "Die Sicherheit der lokalen Bevölkerung und die unserer Soldaten ist für mich das wichtigste", sagte Colonel John B. Broam unmittelbar nach dem Vorfall. "Wir sind extrem dankbar, dass niemand zu Schaden kam." Auch der US-Kommandant lobte den hervorragend ausgebildeten Piloten: "Wegen des ständigen Trainings und der Sicherheitsvorkehrungen ist niemand verletzt worden."

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Militärhubschrauber kappt Stromleitung im Landkreis Ansbach: Sperrung der A7

Die Kollision eines Militärhubschraubers mit einer Stromleitung ging am Dienstagabend noch einmal glimpflich aus: Dem Pilot gelang eine Notlandung auf einer Wiese, verletzt wurde niemand. Einsatzkräfte kümmerten sich um die beschädigte Maschine und die gekappte Stromtrasse. Die A7 ist am Mittwochvormittag für Reparaturarbeiten an der Leitung zwischen Rothenburg ob der Tauber und Bad Windsheim komplett gesperrt.


Anwohner kamen mit einem Schrecken davon, sie hörten einen lauten Knall, als der Apache auf dem Boden aufkam. "Wir sind auf der einen Seite erschrocken", sagt der Windelsbacher Bürgermeister Alfred Wolz. "Trotzdem sind wir sehr froh wie alles am Schluss geendet ist." Die Sicherheitsmaschinerie, so Wolz, habe hervorragend funktioniert. "Ich aus meiner Sicht als Laie muss sagen - Kompliment! Das war ein Meisterstück, was der Pilot dort zusammengebracht hat." 

"Wenn Trump Krieg spielen will, dann zuhause"

Die Bürgerinitiative "Etz langt's", die sich seit Jahren für einen Abzug der US-Helikopter aus Franken starkmacht, sieht das anders. "Was muss noch passieren, bis die Politik endlich aufwacht?", heißt es in einer Erklärung der Aktivisten. "Muss erst ein US-Kampfhubschrauber auf einen Kindergarten abstürzen? Für das US-Militär muss unverzüglich ein Verbot von Tiefflügen erlassen werden." Wenn Trump Krieg spielen wolle, dann solle er das zuhause tun - "und nicht bei uns in Mittelfranken". 

Auch die N-Ergie wird der Vorfall noch länger beschäftigen. Unmittelbar nach der Notlandung habe man provisorische Masten aufgestellt. "Die bleiben jetzt für die nächste Zeit", sagt Annemarie Endner, Pressesprecherin bei der N-Ergie. Derzeit geht der Versorger von einem Schaden von fast einer Million aus. "Wir sind aber noch nicht ganz fertig mit den Schätzungen", betont Endner. In Linden bei Windelsbach müssen dabei neue Masten aufgestellt werden. Am Mittwoch, unmittelbar nachdem der Helikopter abtransportiert wurde, sei die zweite beschädigte Leitung wieder in Betrieb gegangen. Stromausfälle gab es nicht, die A7 blieb aus Sicherheitsgründen aber kurzzeitig gesperrt.

Wer die Kosten für den Schaden an den Stromleitungen trägt, ist unklar. "Derzeit kommunizieren die Versicherungen miteinander", sagt Endner von der N-Ergie. Die Bürgerinitiative "Etz langt's" fürchtet, dass der deusche Steuerzahler auf den Kosten sitzen bleibt. "Ob da noch einmal eine Bundesbehörde dazwischengeschaltet ist, wissen wir nicht", sagt Endner. 

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