Aus für "vinyl & more"

Schlechte Nachrichten für Schallplatten-Fans: Ansbacher Kultladen schließt

14.6.2021, 12:03 Uhr
In Deutschland wurden in den vergangenen Jahren immer mehr Schallplatten gekauft, vor allem junge Leute finden wieder Gefallen an der analogen Technik. Ein beliebter Plattenladen in Ansbach schließt nun dennoch seine Pforten.

In Deutschland wurden in den vergangenen Jahren immer mehr Schallplatten gekauft, vor allem junge Leute finden wieder Gefallen an der analogen Technik. Ein beliebter Plattenladen in Ansbach schließt nun dennoch seine Pforten. © Karl-Josef Hildenbrand/dpa

Nach zehn Jahren hat sich Betreiber Wolfgang Herbig schweren Herzens dazu entschlossen, sein Geschäft mit den schwarzen Scheiben aufzugeben. Die Folgen der Corona-Pandemie haben ihm wirtschaftlich schwer zugesetzt, während der Lockdowns gingen die Umsätze gegen Null. Der 64-Jährige hatte es zwar mit "Click & Collect probiert, doch das hatte seiner Aussage nach nicht funktioniert.

Vor Corona war "vinyl & more" ein beliebter Treff für Musik-Fans aus der Region. Zum Teil kamen auch Schallplatten-Liebhaber von außerhalb des Landkreises Ansbach, um in dem Laden in der Ansbacher Straße nach seltenen Vinyl-Schätzen zu stöbern und mit dem Betreiber zu fachsimpeln. Schallplatten nahezu aller Genres gingen über die Ladentheke von Wolfgang Herbig, der schon mit 14 Jahren Schallplatten sammelte.

Hobby zum Beruf gemacht

2008 machte er sein Hobby zum Beruf und kaufte kurzerhand die Restbestände eines Plattenladens in Schwabach auf, von dessen Schließung er erfahren hatte. Er startete mit dem Verkauf über das Internet und zog zwei Jahre später in das Ladengeschäft in Ansbach ein, nachdem sein privater Verkaufsraum zu Hause in Brodswinden zu klein geworden war.


Die neue Lust auf Vinyl: Schallplatten sind wieder in


Über die Jahre hinweg hatte sich Herbig einen Namen in der Szene gemacht und musste nicht mehr auf Flohmärkten und Plattenbörsen nach Nachschub für sein Geschäft stöbern. Irgendwann seien die Leute von selbst mit aufgelösten Sammlungen, Dachbodenfunden oder Erbstücken zu ihm gekommen, erzählt Herbig. Zuletzt sei der überwiegende Teil seiner Kunden eher junge Leute gewesen. Das sei nicht nur die Folge des Comebacks von Vinyl gewesen, sondern auch die Rückkehr zum bewussteren Musikhören.

Schallplatten sammeln bleibt seine Leidenschaft

Ursprünglich wollte der jetzt 64-Jährige erst Ende 2022 aufhören, doch Corona hat ihn dazu bewogen, sein Geschäft schon früher zu schließen. Ein Schritt, der ihm zwar schwer fällt, auf der anderen Seite freut sich Herbig nun auf seinen Ruhestand und viel Zeit für sein Steckenpferd: Schallplatten sammeln und hören.

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