Corona-Pandemie

Nach Cinestar-Schließung: Das passiert im Bamberger Atrium

16.6.2021, 22:40 Uhr
Die Abrissarbeiten im Bamberger Atrium haben bereits vergangenes Jahr begonnen.

Die Abrissarbeiten im Bamberger Atrium haben bereits vergangenes Jahr begonnen. © Ella Gößelein

Monatelang waren die Kinos in Deutschland geschlossen. Zum 1. Juli will die Branche nun bundesweit wieder den Betrieb aufnehmen. Unter Einhaltung der Hygienevorschriften können Gäste ihrem liebsten Filmtheater dann wieder einen Besuch abstatten. Während das Lichtspiel und das Odeon in Bamberg bereits eine Öffnung für den 23. Juni geplant haben, wurde Mitte Mai die Schließung des Cinestar-Kinos im Bamberger Atrium bekannt gegeben.

Mangelnder Brandschutz

Am 12. Mai informierte die Gewerkschaft Verdi, dass der Spielbetrieb im Bamberger Cinestar nicht fortgesetzt werde. Darüber sei der Betriebsrat von der Geschäftsführung in Lübek informiert worden. Der Grund für die Schließung sind nach Angaben von Oliver Fock, dem Geschäftsführer von Cinestar, vor allem Brandschutz und Sicherheitsangelegenheiten. „Anfang Juli 2020 wurden im Rahmen der von der Gebäudeeigentümerin begonnenen Abrissarbeiten im und am Center massive Eingriffe in Gebäudeeinrichtungen vorgenommen, die unter anderem für die Sicherheit unserer Kinogäste Relevanz haben“, erklärt Fock. Die Eyemaxx Lifestyle Development 5 GmbH & Co. KG als Eigentümerin des Atriums sei verpflichtet gewesen ein Brandschutzgutachten vorzulegen, welches den Betrieb des Kinos ermöglicht hätte. Dieser Verpflichtung sei die Eigentümerin jedoch nicht nachgekommen.

„Darüber hinaus fehlt vor dem Hintergrund, dass Eyemaxx den Mietvertrag nicht nur außerordentlich fristlos, sondern hilfsweise auch ordentlich zum Ablauf des 31.12.2021 gekündigt hat, eine notwendige Grundlage für den Betrieb des Kinos auf längere Sicht“, so Fock weiter. Eyemaxx hingegen bestreitet die Vorwürfe, dem Brandschutz nicht ordnungsgemäß nachgekommen zu sein. „Als Eigentümerin des Gebäudekomplexes „Atrium“ in Bamberg ist Eyemaxx stets sämtlichen Verpflichtungen zum Brandschutz gewissenhaft nachgekommen. Während der Baumaßnahmen wurden jedwede Maßnahmen von einem Prüfsachverständigen geprüft und eng begleitet, sodass rechtliche Vorschriften jederzeit eingehalten wurden“, heißt es in einer Stellungnahme des Unternehmens.

40 Arbeitsplätze vor dem Aus

Angesichts der sinkenden Infektionszahlen und des Impffortschritts hatte die Gewerkschaft Verdi eine optimistische Perspektive für die 40 Angestellten des Cinestar Kinos in Bamberg gesehen. Mit Bekanntgabe der Schließung stehen die Mitarbeitenden nun vor einem beruflichen Aus, wie Verdi mitteilt.


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„Das ist extrem bedauerlich. Auch wenn die meisten Kollegen und Kolleginnen noch studieren und auf 450€-Basis angestellt sind, werden hier berufliche Existenzen zerstört. Andere Kollegen haben über 20 Jahre im Kino verbracht, waren seit der Eröffnung dabei“, so Betriebsratsvorsitzender Niklas Döbler.

Neues Kino im Atrium

Anfang Juni gab Eyemaxx nun bekannt, die Baugenehmigung für die Gewerbeimmobilie Atrium erhalten zu haben. Die Abbruch- und Entkernungsarbeiten für das Objekt haben bereits begonnen. Der geplante Baubeginn ist im Herbst 2021 vorgesehen, heißt es in einer Pressemitteilung. Insgesamt stehen 22.900 Quadratmeter vermietbare Fläche sowie 702 Plätze im anschließenden Parkhaus zur Verfügung.


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Im Zuge der Bauarbeiten seien sowohl die Entstehung von Büroflächen sowie einer Hotelfläche geplant. Außerdem soll es auch Einzelhandelsgeschäfte, Gastronomie sowie ein Fitnesscenter im neuen Atrium geben. Eyemaxx setze sich dafür ein, dass im Atrium Bamberg auch künftig ein Kino angesiedelt ist. Aktuell befinde sich Eyemaxx mit interessierten Kinobetreibern in fortgeschrittenen Verhandlungen, wie das Unternehmen mitteilt. Im Idealfall könne ein zukünftiger Betreiber den Spielbetrieb bereits nächstes Jahr aufnehmen.

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