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Beschlossen: Bayern untersagt Veranstaltungen mit über 1000 Personen

Auch bei kleineren Events empfiehlt die Regierung eine Absage - 10.03.2020 14:09 Uhr

Die Fantastischen Vier lockten im Januar 2019 Tausende in die Nürnberger Arena. Derartige Veranstaltungen untersagt die bayerische Staatsregierung. © GŸnter Distler


Wegen der Ausbreitung des neuartigen Coronavirus untersagt der Freistaat Bayern Veranstaltungen mit mehr als 1000 Personen. Das Gesundheitsministerium wurde beauftragt, solche Großveranstaltungen bis zum Ende der Osterferien zu untersagen, teilte die Staatskanzlei nach der Kabinettssitzung am Dienstag in München mit.

Ministerpräsident Markus Söder (CSU) betonte, das betreffe auch alle sportlichen Großveranstaltungen. Für Veranstaltungen mit 500 bis 1000 Personen sollen die Behörden eine Risikobewertung vornehmen. "Im Zweifel lieber absagen", sagte Söder. An der Pressekonferenz nahmen außerdem Gesundheitsministerin Melanie Humlund Wirtschaftsminister Hubert Aiwanger teil.



Neben Konzerten geht es beispielsweise um Fußball-, Basketball- oder Eishockeyspiele in den Bundesligen oder der Champions League. Unklar war zunächst, ob die Spiele abgesagt werden müssen oder ob es ausreicht, dass die Begegnungen ohne Publikum ausgetragen werden.

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Der Freistaat will zudem deutlich mehr Geld für Bürgschaften bereitstellen. "Wir wollen sogar noch schneller als der Bund unsere eigenen Mittel um 100 Millionen Euro erhöhen", hatte Söder am Montag der dpa gesagt.

Auch der Start der Semester der Kunsthochschulen und der Hochschulen für angewandte Wissenschaften werden bayernweit verschoben, nämlich auf den 20. April. An dem Tag startet auch der Unterricht an den Universitäten.

Söder betonte, das öffentliche Leben solle nicht zum Erliegen kommen. U-Bahnen, Busse und Züge sollen weiterhin regulär fahren. Er warnte auch vor weiteren Hamsterkäufen.

Schulen bleiben geöffnet

Generelle Schulschließungen wird es in Bayern wegen der Ausbreitung des neuartigen Coronavirus aktuell nicht geben. Das sagte Ministerpräsident Markus Söder (CSU) am Dienstag nach einer Kabinettssitzung in München. Es bleibe hier beim bisherigen Vorgehen. Derzeit hätten 52 Schulen geschlossen, berichtete er.

In der Nacht auf Montag hatte sich die große Koalition in Berlin bereits auf umfangreiche Maßnahmen zum Schutz der Wirtschaft gegen Folgen durch die Coronavirus-Ausbreitung geeinigt. Union und SPD beschlossen unter anderem eine deutliche Senkung der Hürden für den Bezug von Kurzarbeitergeld. Arbeitgeber sollen anders als bisher die Sozialbeiträge für die ausgefallenen Arbeitsstunden voll erstattet bekommen. Die große Koalition will zudem ein milliardenschweres zusätzliches Investitionspaket schnüren.

Primat der Medizin

Im Kampf gegen die Ausbreitung des neuartigen Coronavirus fordert Bayerns Ministerpräsident Markus Söder von allen Bundesländern ein einheitliches Vorgehen. "Es darf auf keinen Fall ein Kompetenzchaos unter den Bundesländern geben", sagte der CSU-Chef am Dienstag nach einer Sitzung des Landeskabinetts in München. Kein Bundesland dürfe bei den Schutzmaßnahmen für sich entscheiden, unter den Empfehlungen der Experten zu bleiben.

Für den Freistaat habe er daher entschieden, dass die Vorgaben und Empfehlungen des Bundes vollständig umgesetzt würden. Es gelte jetzt das "Primat der Medizin", dem müsse sich alles unterordnen. Söder betonte, dass sich Bayern und Deutschland langfristig für einen seriösen Umgang mit dem neuartigen Coronavirus wappnen müsse – etwa mit Blick auf die Zahl von geeigneten Krankenhausbetten. "Das ist schon ein echter Stresstest für unser Gesundheitssystem."

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dpa, mch

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