16°

Dienstag, 20.08.2019

|

zum Thema

Auszeichnung als Mister Berg 2019: Fabian "freut sich riesig"

Sein Vater kritisiert aber zugleich die Diskriminierung von Behinderten - 22.06.2019 05:57 Uhr

Fabian Haschke (18) erhielt beim Berg-Voting die meisten Stimmen. © Nicolas Körner


Vor allem Fabian Haschke ließ seine 39 Kontrahenten mit 479 Stimmen weit hinter sich.

"Fabian freut sich über den Sieg riesig", berichtet Vater Christian Haschke (56). Um sein Glück zu zeigen und es mit seinen Eltern sowie den drei Brüdern zu teilen, formt der junge Mann mit seinen Händen einen Berg und dessen Spitze, symbolisch für die Bergkirchweih. Sprechen nämlich kann Fabian Haschke kaum: Er hat Trisomie 21, das Down-Syndrom.

Seit einer Leukämie-Erkrankung hat er Probleme beim Laufen, auf die geliebten "Berg"-Besuche mit Karussell und Bratwurst-Brötchen verzichtet er deshalb aber nicht: "Fabian ist eine Kämpfernatur", erzählt sein Vater, "er ist stark und richtig mutig." Kein Wunder, dass er am Pfingstsamstag beim Foto-Shooting von nordbayern.de sofort in Lederhose posiert und sich als Mister Berg-Kandidat zur Verfügung gestellt hat.

Bilderstrecke zum Thema

Sie haben abgestimmt: Der Mister Berg 2019 steht fest

40 Kandidaten haben sich auf dem Erich-Keller vor unserer Fotowand ablichten lassen, um ihr großes Ziel zu erreichen: der Mister Berg 2019 zu werden. Unsere User haben abgestimmt und einen Gewinner erkoren.


"Wir wollten sehen, ob Menschen mit Behinderung bei einem solchen Wettbewerb eine Chance haben", erzählt sein Vater. Dass es dann mit dem Hauptgewinn geklappt hat, erfüllt die Haschkes aus Erlangen mit Stolz. "Fabian ist ein liebevoller und warmherziger Mensch, er versteht alles und hat viele Interessen". Ob Helene-Fischer-Konzert, Kino, Volksfest oder eben Bergkirchweih: Fabian, der die Georg-Zahn-Tagesstätte der Lebenshilfe besucht, ist aufgeweckt und unternehmungslustig. "Wir nehmen ihn überall mit hin", sagt der Vater, "und werden dann oft blöd angeschaut."

Bilderstrecke zum Thema

Bergkirchweih 2019: Abschied mit Peter Wackel und Lili Marleen

Auf dem Erich Keller ist das letzte Fass Bier zu Grabe getragen worden. "Pfarrer" Peter Wackel gab sein Bestes, und Oberbürgermeister Florian Janik verlängerte traditionsgemäß die Sperrstunnde. Das war die Bergkirchweih 2019 in Erlangen.


Selbst wenn Fabian sich bei der Abstimmung durchgesetzt hat, will Christian Haschke die alltägliche Diskriminierung nicht verschweigen: "Menschen mit Behinderung haben es im Vergleich zu anderen Ländern in Deutschland noch immer schwer". Hier sei alles auf Erfolg und Macht getrimmt; Behörden würden Behinderten oft Steine in den Weg legen. Der Vater kennt Eltern, die Kinder mit Handicap selten mit in die Öffentlichkeit nehmen. "Mein Wunsch ist, dass sich das ändert, niemand muss ein behindertes Kind verstecken."


Nach der Bergkirchweih: Mehr als ein reines Sauf-Event


Miss Berg, Cassandra Freund, sieht das genauso: "Ich finde es toll, dass Fabian Haschke mitgemacht hat und super, dass er gewählt wurde".

Bilderstrecke zum Thema

Sie haben abgestimmt: Die Miss Berg 2019 steht fest

40 Kandidatinnen haben sich auf dem Erich-Keller vor unserer Fotowand ablichten lassen, um ihr großes Ziel zu erreichen: die Miss Berg 2019 zu werden. Unsere User haben abgestimmt und eine Gewinnerin erkoren.


 

Sharon Chaffin

Seite drucken

Seite versenden



Um selbst einen Kommentar abgeben oder empfehlen zu können, müssen Sie sich einloggen oder sich zuvor registrieren

Ihr Kommentar

Ihr Kommentar:

Bitte beachten Sie unsere Netiquette.

weitere Meldungen aus: Erlangen