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Bald mehr Gastro und Kultur? Erlangen will Corona-Modellstadt werden

Bayern kündigt Pilotprojekt für acht Städte und Landkreise im Freistaat an - 24.03.2021 17:39 Uhr

In Erlangen konnten Läden zumindest einige Tage ohne Termin-Absprachen öffnen. 

08.03.2021 © Hans von Draminski


Wird Erlangen bald zu Tübingen? Wie wahrscheinlich in ganz Deutschland wünscht man sich hier endlich wieder ein Stück Normalität. So mit offenen Läden, Cafés und Kulturveranstaltungen. Ganz nach Vorbild der baden-württembergischen Universitätsstadt soll das jetzt auch in Erlangen möglich werden. Das fordern jedenfalls die in enger Kooperation miteinander verbandelten Stadtratsfraktionen von SPD und CSU. Sie nehmen dabei die Kanzlerin beim Wort, die in der Bund-/Länderkonferenz (BLK) am Montag Modellprojekte in den Ländern ins Gespräch gebracht hatte.


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Dabei heißt es wörtlich in dem Beschluss der BLK: "Im Rahmen von zeitlich befristeten Modellprojekten können die Länder in einigen ausgewählten Regionen, mit strengen Schutzmaßnahmen und einem Testkonzept einzelne Bereiche des öffentlichen Lebens öffnen, um die Umsetzbarkeit von Öffnungsschritten unter Nutzung eines konsequenten Testregimes zu untersuchen. Zentrale Bedingungen dabei sind lückenlose negative Testergebnisse als Zugangskriterium, IT-gestützte Prozesse zur Kontaktverfolgung und gegebenenfalls auch zum Testnachweis, räumliche Abgrenzbarkeit auf der kommunalen Ebene, eine enge Rückkopplung an den Öffentlichen Gesundheitsdienst und klare Abbruchkriterien im Misserfolgsfalle."

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Wir sehen in Erlangen die Voraussetzungen gegeben, als Modellstadt an einer entsprechenden Erprobung teilzunehmen. Mit den vorhandenen Testangeboten wurden von der Verwaltung bereits Grundlagen für die Nutzung konsequenter Testregimes geschaffen." Kurz: Tübingen.

"Öffnen mit Sicherheit"

Die Stadt im Südwesten der Republik und ihr Oberbürgermeister Boris Palmer machen seit rund einer Woche bundesweit Schlagzeilen mit dem Modellprojekt "Öffnen mit Sicherheit". Das heißt in der Praxis: Wer an einer der Teststationen einen Schnelltest macht, darf in Geschäften einkaufen und ins Kino oder Theater gehen. Auch die Außenbereiche von Restaurants und Bars sind geöffnet.


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Das Tübinger Modellprojekt besteht dabei aus folgenden Komponenten:

Für die Nutzung der Einzelhandelsangebote, die bis zum 8. März geschlossen waren, sowie für Friseursalons und bei körpernahen Dienstleistungen wird ein tagesaktueller Schnelltest zur Bedingung.

Außengastronomie und Kulturbetriebe sowie Kinos werden zusätzlich geöffnet, jedoch ebenfalls nur für Personen, die ein tagesaktuelles negatives Schnelltestergebnis vorweisen können sowie unter Einhaltung weiterer Hygieneauflagen.

Für die Ausstellung von Testzertifikaten, dem sogenannten "Tübinger Tagesticket" sind in der Innenstadt sieben Schnellteststationen eingerichtet werden. Angelerntes Personal weist dort die zu testenden Personen an, kostenlose moderne Eigentests anzuwenden, dokumentiert das Ergebnis und gibt ein personalisiertes Zertifikat aus.

Die CSU/SPD-Rathauskooperation ist überzeugt, dass das auch in Erlangen funktionieren kann. "Die Erlanger Bevölkerung hat sich in ihrer deutlichen Mehrheit bisher stets zuverlässig und verantwortungsbewusst bei der Umsetzung von Infektionsschutzmaßnahmen gezeigt", heißt es in einer gemeinsamen Pressemitteilung der Fraktionen.

Auch die Erlanger Gastronomie sei bis zu ihrer Schließung für den Verzehr vor Ort, mit großem Aufwand bestrebt, durch Hygienekonzepte das Infektionsrisiko zu reduzieren. Andere Wirtschaftsbereiche und Einrichtungen in Erlangen würden ebenfalls große Anstrengungen in der Bekämpfung der Pandemie unternehmen, sind CSU und SPD überzeugt. Kurz: "Die Voraussetzungen in Erlangen für eine teilweise Öffnung des öffentlichen Lebens unter Nutzung eines konsequenten Testregimes sind gegeben."

Der Leidensdruck in der Stadt ist groß. "Mitbürgerinnen und Mitbürger, Gastronomie, Handel, Kultur, Sport, Dienstleistungsbranche und andere leiden in unterschiedlichster Form unter der anhaltenden Pandemie und den einhergehenden Beschränkungen", so CSU und SPD in der Pressemitteilung.

Konsequente Testung

"Neben der Impfung ist eine weitere Säule zur Bekämpfung der Pandemie die konsequente Testung. Mit einem schlüssigen Testkonzept und damit verbundenen Öffnungen wäre es möglich, den Erlangerinnen und Erlangern ein Stück mehr Normalität zu ermöglichen. Auch die Gewerbetreibenden, die sich teilweise in existenzbedrohlichen Situationen befinden, würden von einem solchen Vorgehen profitieren."

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Um das umzusetzen, soll die Stadt Erlangen laut CSU und SPD bei der Bayerischen Staatsregierung die Zulassung zur Durchführung eines entsprechenden Modellprojektes und die damit einhergehenden Ausnahmegenehmigungen beantragen. Die Stadt soll außerdem ein entsprechendes Konzept erarbeiten.

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