14°

Samstag, 10.04.2021

|

zum Thema

ERH: Bund sendet klares Signal pro StUB

Bundesverkehrsministerium spricht von "einmaliger Chance", die es zu ergreifen gilt - 16.03.2021 11:21 Uhr

Der Ostast der Stadt-Umland-Bahn von Erlangen nach Eckental-Eschenau rückt in greifbare Nähe. Und damit auch der Bogenschlag zur Gräfenbergbahn - hier der Blick aus dem Triebwagen-Führerstand auf den Bahnhof Eschenau.

15.03.2021 © Scott Johnston


In der vergangenen Woche gab es ein Spitzentreffen, in dem sich die Oberbürgermeister Marcus König (Nürnberg), derzeit turnusmäßiger Vorsitzender des Zweckverbands Stadt-Umland-Bahn, Florian Janik (Erlangen, zurzeit Stellvertreter) und Herzogenaurachs Bürgermeister German Hacker (auch Stellvertreter im Zweckverband) mit Kreisräten, Vertretern der betroffenen Kommunen und einer Delegation des Bundesverkehrsministeriums im Videochat trafen.

Chance für das "T-Netz"

Bilderstrecke zum Thema

Alles, was Sie über die StUB wissen müssen

Die StUB ist das wohl meistdiskutierte Großprojekt in der Metropolregion, und das schon seit Jahren. Doch worum wird eigentlich so sehr gestritten? Wohin soll die StUB einmal fahren, wer bezahlt das Vorhaben - und was wären die Alternativen? Unsere Bildergalerie hat die Antworten.


Die klare Botschaft von Seiten des Bundes: Jetzt ist die einmalige Chance da, die StUB in ihrer ursprünglichen Konzeption als "T-Netz" mit einem Westast nach Herzogenaurach und einem Ostast nach Eckental zu realisieren, der Landkreis sollte sie auf keinen Fall ungenutzt verstreichen lassen.

Warnung vor Zeitverzug

Bilderstrecke zum Thema

Die Stadt-Umland-Bahn in Bildern

Die Stadt-Umland-Bahn ist das größte Infrastrukturprojekt, das sich die Metropolregion Nürnberg je vorgenommen hat. Eines Tages soll sie Nürnberg über Erlangen mit Herzogenaurach im Westen und Eckental im Osten verbinden und damit für eine spürbare Verkehrsentlastung sorgen.


Georg Förster, der als Sprecher des LIBOS-Bündnisses der Ost-Gemeinden bei dem "StUB-Gipfel" dabei war, warnte davor, bei den weiteren Planungsschritten zuviel Zeit verstreichen zu lassen. Das Signal des Bundesverkehrsministeriums sei klar: "Wenn Sie klimagerecht bauen wollen, tun Sie es jetzt", zitierte Förster die Vertreter des Bundesverkehrsministeriums.

Andere Fördervoraussetzungen

Quiz: Was wissen Sie über die Straßenumlandbahn?

© Rainer Groh

Testen Sie ihr Wissen über die StUB!

© Rainer Groh

© Redaktionsservice/Schiller

Frage 1/10:

Seit wann laufen die Planungen für die StUB?

Bereits vor 1988 werden im Verkehrsentwicklungsplan der Stadt Erlangen erste Vorstellungen zu einer Stadt-Umland-Bahn entwickelt. 1992 beauftragen die Stadt Erlangen und die Landkreise Erlangen-Höchstadt und Forchheim das Ingenieurbüro Obermeyer mit einer Machbarkeitsstudie.

© Rainer Groh

© Redaktionsservice/Schiller

Frage 2/10:

Wie viel soll das Projekt kosten?

Für das regionale Infrastrukurprojekt sind etwa 300 Millionen Euro vorgesehen. Davon entfallen 40 Millionen auf die Planung.

© Rainer Groh

© Redaktionsservice/Schiller

Frage 3/10:

Warum soll das Projekt realisiert werden?

Die Trasse soll den Anreiz für den ÖPNV erhöhen und somit CO2 einsparen. Der Autoanteil liegt in Erlangen trotz der Busse immer noch bei 60 Prozent. Zudem ist Herzogenaurach bisher nur mit dem Auto oder dem Bus zu erreichen.

© Rainer Groh

© Redaktionsservice/Schiller

Frage 4/10:

Was spricht gegen die Trasse?

Aus Sicht der Kritiker bestehen noch zu viele Unsicherheiten. Der genaue Streckenverlauf und der finanzielle Eigenanteil der Kommunen befinden sich noch in der Schwebe. Zudem sei das Projekt ein Minusgeschäft, Elektrobusse könnten eine kostengünstigere Alternative darstellen.

© Rainer Groh

© Redaktionsservice/Schiller

Frage 5/10:

Wieso zieht sich die Planung der StUB so lange?

Die Details zu klären, kann unter Umständen viel Zeit in Anspruch nehmen. Bei Protesten und Einwänden dauert es noch länger.

© Rainer Groh

© Redaktionsservice/Schiller

Frage 6/10:

Welche Kommune trägt den Großteil der Kosten?

Der größte Abschnitt verläuft in Erlangen, daher ist die Stadt auch der größte Kostenträger. Das sind 42 Millionen an Investitions- und 24,5 Millionen an Planungkosten.

© Rainer Groh

© Redaktionsservice/Schiller

Frage 7/10:

Welcher Landkreis stieg nach einem negativen Bürgerentscheid aus dem Projekt aus?

Ein Bürgerentscheid im Landkreis Erlangen-Höchstadt fiel 2015 mit 54,80 Prozent Nein-Stimmen durch, weshalb nun Herzogenaurach als dritte Kommune am Bord ist.

© Rainer Groh

© Redaktionsservice/Schiller

Frage 8/10:

Welches Unternehmen machte die StUB zur Bedingung, um einen neuen Campus zu errichten?

Siemens kündigte im September 2016 an, auf dem Gelände des Forschungszentrums im Süden Erlangens für mehrere hundert Millionen Euro Arbeitsplätze und Wohnungen errichten zu wollen - ohne StUB aber keine Investitionen.

© Rainer Groh

© Redaktionsservice/Schiller

Frage 9/10:

Welchen finanziellen Anteil übernimmt der Bund?

Der Bund trägt 60 Prozent, der Freistaat 30 Prozent der zuwendungsfähigen Baukosten.

© Rainer Groh

© Redaktionsservice/Schiller

Frage 10/10:

Wie soll die Taktung der StUB zwischen Büchenbach-West und Herzogenaurach gestaltet werden?

Weil man an der Stadtgrenze Erlangen/Herzogenaurach nach einer aktuellen Prognose mit 10.800 statt zuvor mit 4900 Fahrgästen rechnet, wird dort künftig mit einem Zehn-Minuten-Takt geplant.

© Rainer Groh

Die "magische" Kosten-Nutzen-Relation, die auf jeden Fall gleich oder größer Eins sein muss, steht laut Bundesverkehrsministerium nicht zur Disposition. Aktuell beträgt sie für den StUB-Ostast 0,88; aufgrund anderer Fördervoraussetzungen sei die Eins in erreichbarer Nähe. Allerdings müsse das vertiefte Verkehrsgutachten dazu spätestens 2023 auf dem Tisch liegen.

Erneuter Bürgerentscheid?

Bilderstrecke zum Thema

"Seku" und H-Bahn: Die historischen Vorläufer der StUB

Die Stadt-Umland-Bahn ist das Thema in der Region. Doch wer kann sich noch an die H-Bahn oder die "Seku" erinnern? Warum die Erlanger Hochbahn heute in Dortmund fährt und der SPIEGEL damals über die Hugenottenstadt lästerte, erfahren Sie in unserer Bildergalerie.


Beinahe zum offenen Streit kam es, als die Freien Wähler (FW), namentlich Adelsdorfs Bürgermeister Karsten Fischkal, sein Höchstadter Kollege Gerald Brehm und Kreisrat Martin Oberle, das Thema eines erneuten Bürgerentscheids ansprachen. Zur Erinnerung: 2015 hatten die FW ein solches Bürgerforum angestoßen, in dessen unmittelbarer Folge der Landkreis Erlangen-Höchstadt nicht dem Zweckverband Stadt-Umland-Bahn beitreten durfte. Die Stadt Herzogenaurach war daraufhin als Kommune beigetreten – und hatte danach initiale StUB-Planungskosten in Millionenhöhe eigenständig übernommen.

Alles oder nichts richtig gemacht?

Bilderstrecke zum Thema

Die "Seekuh": Eine unvergessene Erlanger Eisenbahn

Vor nunmehr 50 Jahren fuhr der letzte Personenzug von Neunkirchen am Brand nach Erlangen. Geblieben sind ausdrucksstarke Bilder und viele Anekdoten rund um die Sekundärbahn namens "Seekuh".


"Wir als Freie Wähler haben alles richtig gemacht", meinte Gerald Brehm, Fischkal meinte, "Bauchschmerzen" bei einem Eintritt des Landkreises in den StUB-Zweckverband ohne vorherige Konsultation der Landkreis-Bevölkerung – beide mussten sich von Alexander Tritthart und German Hacker vorhalten lassen, mit ihrer Verweigerungshaltung das StUB-Projekt jahrelang verzögert und von daher "nichts richtig gemacht" zu haben.

Ein Generationen-Vorhaben

Bilderstrecke zum Thema

Stadtbahn nach Erlangen: Bilder vom ersten Bauabschnitt

Rund 36 Millionen Euro für 2,5 Kilometer: So viel kostet der erste Bauabschnitt, mit dem die Straßenbahnlinie 4 von Thon bis Buch verlängert werden soll. Bagger und Bauarbeiter haben entlang der Erlanger Straße losgelegt.


So oder so ist der Bau des Landkreis-umfassenden Straßenbahnnetzes ein Generationen-Vorhaben. Im Landkreis-Osten könnte es bis 2040 dauern, ehe erstmals die StUB fährt. Geht es nach den betroffenen Kommunen im Ostlandkreis und im Landkreis Forchheim, dann müssen die Landkreise die Planungskosten übernehmen. In diesem Zusammenhang ist auch die Forderung der Stadt Herzogenaurach zu sehen, die vor gut sechs Jahren mit der StUB-Planung in Vorleistung ging und dieses Geld nun anteilig wiederbekommen will. Was laut Alexander Tritthart, der dazu bereits die Landkreis-Kämmerei und die -Juristen befragte, "nicht so einfach" sei.

Strecke muss bis Eckental führen

Bilderstrecke zum Thema

Wie verläuft die StUB auf der Herzo Base?

Bei einem "Lokalforum" des Zweckverbands Stadt-Umland-Bahn (StUB) ging es dieses Mal um den Streckenverlauf auf der Herzo Base in Herzogenaurach. Zahlreiche Bürgerinnen und Bürger waren gekommen, um zu sehen, die StUB fahren wird, und wo die Haltestellen liegen werden.


Wichtig bei der Ostast-Planung: Die StUB muss auf jeden Fall bis Eckental-Eschenau zum dortigen Bahnhof der Gräfenbergbahn fahren – auch, um den Lückenschluss herzustellen und die Direktverbindung in den Nürnberger Norden zu ermöglichen. "Wenn die Strecke in Neunkirchen enden würde, wäre der Landkreis Forchheim sofort raus", warnt Tritthart. Astrid Marschall (Bündnis 90/Grüne) beispielsweise nennt die sich abzeichnende Verwirklichung der StUB eine "unglaubliche Chance", zumal sie schon als junge Frau für den Erhalt der Gräfenbergbahn gekämpft habe.

HANS VON DRAMINSKI

10

10 Kommentare

Seite drucken

Seite versenden



Um selbst einen Kommentar abgeben oder empfehlen zu können, müssen Sie sich einloggen oder sich zuvor registrieren

Ihr Kommentar

Ihr Kommentar:

Bitte beachten Sie unsere Netiquette.

weitere Meldungen aus: Erlangen, Herzogenaurach, Höchstadt