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Hochhaus voller Studenten muss in Erlangen geräumt werden

Das Internationale Wohnheim in der Wichernstraße wurde verkauft - 12.03.2021 19:30 Uhr

Das Studentenwohnheim in der Wichernstraße muss komplett saniert werden. Deshalb trennt sich der Internationale Bund von diesem Hochhaus.

11.03.2021 © Harald Sippel


"Wir haben nicht an eine Immobilienheuschrecke verkauft. Es wird hier wieder studentisches Wohnen und soziale Angebote geben." Oliver Dunkel ist Regionalleiter des Internationalen Bunds (IB) für die Region Nordbayern. Dieser betreibt seit den 60er Jahren das Internationale Studentenwohnheim an der Wichernstraße. Auf zehn Stockwerken gibt es dort 184 Einzelzimmer und 18 große Einzel- bzw. Doppelzimmer.

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Seit vielen Jahren ist der marode Zustand des Hauses – bei dem sich die Bewohner zusammen Küchen und Bäder teilen müssen – immer wieder ein großes Thema. Nun wird ein Schlussstrich gezogen. Das Studentenheim schließt – und der IB hat das Objekt bereits an einen Immobilienentwickler verkauft. Ende März sollen die Studenten ausziehen.

Internationaler Bund ist vielfältig aktiv

Der Internationale Bund ist einer der großen deutschen Dienstleister in den Bereichen der Jugend-, Sozial- und Bildungsarbeit. Er betreibt im Bereich der sozialen Arbeit unter anderem 76 Standorte mit Einrichtungen der offenen Kinder- und Jugendarbeit. Im Bereich der beruflichen Bildung unterhält der IB 38 Bildungszentren und fast 200 allgemein- und berufsbildende Schulen in freier Trägerschaft. Hinzu kommen medizinische Akademien mit insgesamt 10 500 Schülern. Der IB ist außerdem Träger von gesetzlich geregelten Freiwilligendiensten. Über 10 000 Menschen nehmen an diesen Angeboten pro Jahr teil.

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In München und in Erlangen betreibt der IB Studentenwohnheime. In Erlangen sah man sich aber außer Stande, eine Komplettsanierung zu stemmen. Zumal aufgrund des Zustands des Hochhauses ohnehin eine Komplettschließung notwendig sein wird. "Wir sind ein sozialer Träger und kein Immobilien-Unternehmen", stellt Dunkel klar.

StuVe meldet sich zu Wort

Aber genau diese Entwicklung hat nun Studenten-Vertreter und die Politik alarmiert: "Nachdem das Internationale Wohnheim in der Wichernstraße verkauft wurde, sollen die 169 Bewohner*innen bis zum Ende dieses Monats ausziehen. Wie es dann konkret weitergeht, ist noch unklar", heißt es von SPD und von den Grünen/Grüne Liste.

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Die beiden Stadtratsfraktionen wollen deshalb mit einer gemeinsamen Erklärung die Forderungen der Erlanger Studierendenvertretung (StuVe) unterstützen. "Wir stellen uns hinter die StuVe und fordern besonders in der aktuellen Pandemie ein ‚Auszugsmoratorium‘, bis die Zukunft des Wohnheims geklärt ist. Die besonders vulnerable Situation der Bewohner*innen muss beachtet werden", erklärt Dominik Sauerer, wohnungspolitischer Sprecher der Grünen Liste. "Dazu kommt, dass in manchen Fällen die Aufenthaltserlaubnis nur verlängert werden kann, wenn ein Wohnort über den 31. März hinaus nachgewiesen werden kann. Diese Problematik haben wir aber mittlerweile in Zusammenarbeit mit dem Sozialamt der Stadt Erlangen und der Ausländerbehörde lösen können", ergänzt Lasvini Suganthan vom Sprecher*innenrat der Studierendenvertretung der FAU.

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Oliver Dunkel vom IB betont, dass kein Mietvertrag gekündigt wurde, sondern es keine Verlängerung gab. "Aufgrund des Zustands unseres Hauses wurde eine derartig mögliche Entwicklung allen Bewohnern seit Jahren mitgeteilt." Außerdem würde es durchaus im Einzelfall die Möglichkeit geben, dass ein Mieter ein paar Wochen länger bleiben kann.

Bald wird sich der Bauträger mit seinen Plänen an die Öffentlichkeit wenden. Dunkel ergänzt: "Hier werden keine Luxuswohnungen entstehen, sondern es ist geplant, die Anzahl der Studentenwohnungen sogar zu vergrößern. Auch wir werden wieder Wohnungen anmieten, die dann beispielsweise für junge Menschen vorgesehen sind, die am Uniklinikum ihr Freiwilliges Soziales Jahr ableisten. Auch eine Kita und soziale Angebote sollen hier entstehen." Das Fazit von Dunkel: "Der Standort wird aufgewertet."

STEFAN MÖẞLER-RADEMACHER

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