Donnerstag, 22.04.2021

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Einstimmiges Ja zum "Bier-Erlebnis-Keller" im Rathaus Forchheim

Die "historischen Trinkstube" wird unverändert weitergeplant - 12.02.2021 12:00 Uhr

Wasser, Hopfen, Hefe, Malz: Forchheim hat eine lange Biertradition und -kultur. Im künftigen "Bier-Erlebnis-Keller" soll sie auch geschmacklich vermittelt werden.

11.02.2021 © Frank Rumpenhorst/dpa


Wie mehrfach berichtet, ist der lange, schmale Gewölberaum unter dem Magistratsbau als Trinkhalle im Gespräch, in der (vor allem Touristen) die Forchheimer Bierbrautradition vermittelt werden soll. Doch zeigten sich die Räte damals wegen der engen Verhältnisse und dem Raumklima skeptisch und verlangten eine Kosten-Nutzen-Analyse. 

Diese lieferte jetzt der zuständige Architekt Stephan Fabi den Mitgliedern des Rathaussanierungs-Ausschusses. Fabis wesentliches Ergebnis: etwas unter 200.000 Euro würde sich die Stadt sparen, wenn sie auf die Trinkhalle verzichtet. „Das entspricht knapp 0,8 Prozent der Gesamtbaukosten der Rathaussanierung“, so Fabi. Den Löwenanteil (rund 95.000 Euro) nimmt dabei die Lüftungsanlage ein. 

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Ausgelegt sei der Raum mit Blick auf Belüftung und Brandschutz für maximal 25 Personen, die sich dort 30 Minuten lang aufhalten können. Das seien aber, wie Fabi betonte, „normative, bauphysikalische Werte“. Mit anderen Worten: Auch 26 Personen würden nach 31 Minuten nicht kollabieren. 

Zudem räumte der Architekt mit der Annahme der Stadträte auf, die vorgesehene (Schank-)Theke im Zentrum solle aus unschönem, dafür feuchtigkeitsunempfindlichen Beton bestehen. „Wir planen hier eine Theke aus Edelstahl“, so Fabi. 

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Schließlich ergriff Nico Cieslar das Wort, der als Chef der Tourist-Info (die sich künftig direkt über der Trinkstube befinden soll) das Konzept entwickelt hatte und dem neben städtischer Brau-Geschichte auf Infotafeln und Bierverkostungen sogar eine Mikro-Brauanlage im Gewölbe vorschwebte. Er relativierte nun das Bild eines dunklen, feuchten Kellers. „Wir haben dort unten Paletten mit Papier, Büchern und Broschüren gelagert. Sie waren am Ende zwar staubig, aber in keinster Weise feucht.“ Das Problem sei also mit der Renovierung durchaus in den Griff zu kriegen.

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Auch bat Cieslar, sich vom Begriff „Bierothek“ zu trennen – handele es sich doch um eine eingetragene Marke für ein Bamberger Unternehmen, das deutschlandweit Filialen betreibt. Besser seien beispielsweise „Bier-Erlebnismuseum“, „Bier-Erlebniskeller“ oder „Historische Trinkstube“ – „wir werden dann schon noch einen passenden Namen finden“.
Die Bierverkostung wäre laut Cieslar das „On-Top-Angebot“, weil es „derzeit in Forchheim nicht möglich ist, die Biere aller vier Brauereien auf neutralem Boden zu verkosten“ – wofür der Tourist-Info-Leiter einige Lacher erhielt.

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Durch die Bank waren die Ausschuss-Mitglieder am Ende überzeugt: Bei überschaubaren Kosten, so die einhellige Meinung, sei die Trinkstube nicht nur aus touristischer Sicht lohnenswert, sondern eine generelle Aufwertung für das Rathaus und die Stadt. Das Ja zur Weiterplanung war entsprechend einstimmig.

PHILIPP ROTHENBACHER

Bier aus Franken gesucht: Quizrunde Nr. 1

© Montage: Sabine Schmid

Sie sind ein Freund der fränkischen Bierkultur? Und schätzen die regionalen Privatbrauereien? Wunderbar. Aber erkennen Sie die Brauerei auch am Kronkorken? Testen Sie Ihr Wissen bei unserem Quiz!

© Achim Bergmann

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Frage 1/10:

Silberner Brauerstern auf Hellblau. Wer ist's?

Die Brauerei Wagner aus Merkendorf, erstmals erwähnt 1797. Rund um Bamberg wird das Wagner sehr geschätzt, besonders das ungespundete Lager und das naturtrübe Kellerbier.

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Frage 2/10:

Diese Kirchtürme deckeln welches Bier?

Brauerei Trunk aus Vierzehnheiligen/Bad Staffelstein, der gute Stoff wird auch Nothelfer genannt. Nothelfer? Die Erklärung ist einleuchtend: Seit 1803 wird das Bier oberhalb der Wallfahrtskirche Vierzehnheiligen gebraut. Und wenn die erschöpften Pilger seit jeher oberhalb des Gotteshauses aus dem nahen Wald kommen, stärken sich nicht wenige erst mal mit einem kühlen Bier, bevor sie dann die Kirche betreten.

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Frage 3/10:

Nicht verkehrt, mit Schild und Schwert.

Seit über 300 Jahren in Familienbesitz zählt Held aus Oberailsfeld schon zu den bekannteren Privatbrauereien in der Region. Besonders das Helle ist beliebt. Seit 1680 wird hier schon gebraut.

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Frage 4/10:

Hier springt der Hirsch - auf welche Brauerei?

1845 übernahm der Müllerssohn Johannes Kraus das damalige "Wirtschaftsguth" in Hirschaid - und seither ist die Brauereigaststätte ohne Unterbrechung im Besitz der Familie.

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Frage 5/10:

Ein grüner Baum, wo steht der?

"Zum Grünen Baum" heißt der Brauereigasthof der Familie Bayer aus Theinheim im Steigerwald. Gefeiert wird hier oft, unlängst erst ein runder Geburtstag: Seit 1718 wird hier schon gebraut.

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Frage 6/10:

Ein bunter Vogel - auf welchem Bier sitzt er?

"Zum Pfau!", heißt es öfter, wenn es nach Frauendorf geht. Seit 1867 ist die Familie Hetzel Herr über die dort ansässige Brauerei.

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Frage 7/10:

Der Zwerg vom Berg, wo braut er sein Bier?

Der markante Zwerg stammt von der Staffelberg-Bräu aus Loffeld. In der sechsten Generation, seit 1856, führt die Familie Geldner-Wehrfritz dort die Brauerei. Zehn Jahre später, 1866, ließ Jakob Geldner ein eigenes Brauhaus folgen, nochmals zehn Jahre später dann eine eigene Faßhalle.

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Frage 8/10:

Raubtier mit Schild und Krone. Wer ist's?

In Untersiemau/Birkach wird seit 1822 das "Eller" gebraut. Als beliebtestes gilt das Rotbier, Christian Eller braut aber auch ein süffiges Pils.

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Frage 9/10:

Schwarzer Adler, wer hat sich den gekrallt?

Adler-Bräu aus Stettfeld ist inmitten der unterfränkischen Haßberge daheim - und das schon seit 1730. Bräustübla, Biergarten, Sudhaus und sogar einen "Bärentrunk" gibt's hier.

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Frage 10/10:

Weißer Löwe - wo kommt der her?

Hier sind Wirths-Leute am Werk! Die nun schon 9. und 10. Generation der Familie Wirth führt das Löwenbräu. Natürlich nicht zu verwechseln mit dem Münchner! "Unser" Löwenbräu stammt aus Neuhaus im Aischgrund und das schon seit 1747. Im Sortiment gibt es hier mehrere Löwen und sogar eine "Karpfen Weisse".

© Montage: Sabine Schmid

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