Montag, 16.12.2019

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Franke trat in Dubai gegen stärkste Gewichtheber der Welt an

Kraftdreikämpfer Christoph Seefeld vom AC Bavaria Forchheim belegte Platz 12 - 26.11.2019 12:07 Uhr

Mit ordentlich Wut im Bauch motivierte sich Christoph Seefeld bei der WM in Dubai zu einem starken Finale im Kreuzheben. © International Powerlifting Federation


Der gelernte Metzger aus Röttenbach war mit großem Selbstvertrauen angereist, um seine Rekord-Form der jüngsten Wettkämpfe zu bestätigen und das Karriere-Ziel von 1000 kg zu attackieren. Frau und Kind begleiteten den 39 Jahre alten spätberufenen Senkrechtstarter, der aufgrund von Knieproblemen vor knapp sieben Jahren mit dem Fußball aufhörte, zwar ins Emirat, doch allein das gemeinsame Abendessen fühlte sich wie Familienurlaub an.

Schwimmstadion als Gewichtheber-Arena

Die Anspannung baute sich seit Wochenbeginn soweit auf, dass sich Seefeld am Tag vor seinem Start von allen Kommunikationskanälen abschottete. Entladen sollte sich die Energie im Hamdan Sports Komplex. Der zur Gewichtheber-Arena umfunktionierte Standort außerhalb der Stadt in der Wüste wird normalerweise als Schwimm-Stadion mit tausenden Zuschauerplätzen genutzt, nun bedeckten schwere Fußbodenplatten das Becken.

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Wettkampf in Forchheim: Die Bayerische Meisterschaft im Bankdrücken

Breit gebaut, braun gebrannt, 100 Kilo Hantelbank: Beim AC Bavaria in Forchheim fand die Bayerische Meisterschaft im Bankdrücken statt. Etliche Profis stemmten die Langhantel samt der Gewichte ohne Zusatz-Ausrüstung in die Höhe und bekamen dafür ordentlich Respekt.


Die Garnitur zum besonderen Ambiente lieferte die Präsenz des arabischen Fernsehens und die VIP-Riege der Scheichs in der ersten Reihe. "Das alles sollte einen aber nicht beeinträchtigen", konstatiert der gebürtige Brandenburger, der im Vorfeld noch über einen vom Verband verschickten Verhaltenskodex staunte. Händchen halten sei nicht gern gesehen, aufs Hotelzimmer dürfen nur Ehefrauen. In der Praxis, so Seefeld, erwiesen sich die Gastgeber gegenüber den Touristen bei derlei Formalitäten als kulant, während er selbst es mit dem Perfektionismus übertrieb.

Zwischen Ungeduld und Versöhnung

Gerade hatte er in der Kniebeuge den Einstieg mit 355 kg bewältigt, da erklärten die Kampfrichter seine 362,5 kg für ungültig. "Das war in der Situation ein kleiner Bruch, das fühlte ich einfach." Im Unverständnis über die strittige Entscheidung geriet prompt auch der dritte Versuch daneben. Beim Bankdrücken wuchs die innere Ungeduld durch einen Technikfehler weiter, sodass der finale Anlauf für die vorher verpassten 295 kg herhalten musste. Immerhin zog der Franke abschließend das Kreuzheben endlich flüssig von 305 kg über 315 kg auf 320 kg durch und besiegelte ein respektables Gesamtergebnis von 970 kg.

Damit belegte Seefeld als zweitbester Deutscher in der Klasse der Aktiven bis 120 kg Rang 12 in der 24-köpfigen Konkurrenz und behauptete seinen Platz im nationalen Förderkader. "Ich habe etwas liegen lassen und war erst stinksauer auf Gott und die Welt. Im Nachhinein sehe ich viel mehr Positives. Die 970 kg hätten vor einigen Jahren wahrscheinlich noch fürs Podest gereicht. Der Sport ist eben unheimlich professionell geworden."

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