Premiere 

Hilfe nach Brand: Circus Renz will in Gräfenberg Danke sagen

5.8.2021, 11:04 Uhr
Selina Renz und Giovanni Renz, einer der beiden  Juniorchefs, freuen sich riesig auf die Vorstellungen in Gräfenberg.

Selina Renz und Giovanni Renz, einer der beiden Juniorchefs, freuen sich riesig auf die Vorstellungen in Gräfenberg. © Petra Malbrich

Das Lampenfieber steigt, wenn die Musik spielt und die bunten Lichter angehen. Dann heißt es endlich wieder: "Manege frei". Die Show beginnt, im Circus Renz. „Wir können es kaum erwarten“, sagen die beiden Geschwister Selina und Giovanni Renz. Ihre Augen strahlen und jede Bewegung, jede Geste sprüht vor Energie, vor Vorfreude und vor Dank.

„Ohne die Forchheimer, ohne die Buckenhofener und ohne die vielen Menschen im Landkreis, die uns so den Rücken gestärkt und uns so unterstützt haben, hätten wir die Pandemie nicht überstanden“, sagt Giovanni, der Juniorchef.

Anfang dieses Jahres war auf dem Zirkusgelände in Buckenhofen ein Brand ausgebrochen. Die Tiere konnten gerettet werden. Die Polizei ging von einem technischen Defekt aus. Das Schicksal der Zirkusfamilie, über das die NN berichtet haben, hat unter der Forchheimer Bevölkerung jüngst eine große Hilfswelle ausgelöst. Die NN griffen dem Circus mit 5000 Euro aus der NN-Aktion "Freude für alle" unter die Arme.

"Wir lieben Forchheim"

Normalerweise sind sie das ganze Jahr unterwegs, bis auf einen Monat Winterpause. Doch Corona veränderte auch das Leben der großen Zirkusfamilie Renz - die beiden Brüder Giovanni und Adriano und deren drei Schwestern - alle mit Familie. Zwei Jahre hingen sie in Buckenhofen fest. „Wir lieben Forchheim. Es sind dort alles so herzliche Menschen, wir fühlen uns hier heimisch“, betonen Giovanni und Selina. Auch wenn sie diese zwei Jahre in ihren Wohnwagen verbracht haben, war das Leben anders. Es gab keine Auftritte.

Die Tiere hatten immer Futter und durften auf der Koppel eines Landwirts den Freilauf genießen. Doch während „Bürgerlichen“ bei dem engen Beisammensein die Decke auf den Kopf fallen würde, sind Artisten dieses Leben gewohnt. „Es gibt auch bei uns zwischendurch eine Meinungsverschiedenheit. Doch zwei Monate miteinander nicht reden, das geht nicht“, sagt Giovanni. Die Familie zieht und zog immer an einem Strang, gerade in der Zeit der Pandemie.

Programm für die ganze Familie

Doch untätig waren sie nicht. „Wir haben Ausdauer und Bodenakrobatik geübt“, erklärt Giovanni. Trotzdem wurde gerade das Drumherum schmerzlich vermisst: Das Aufbauen des Zeltes, Werbeplakate anbringen, alles reinigen und für den großen Auftritt vorbereiten. Dass dies überhaupt noch möglich ist, verdanken sie der Hilfsbereitschaft der Bürger, die teils auch Freunde geworden sind. Diese Dankbarkeit betonen die Geschwister mehrmals.

„Mit einem Spitzenprogramm wollen wir Danke sagen“, sagt Giovanni, der Juniorchef. Nicht nur mit einem außergewöhnlichen Programm für den Wonderful Christmas Circus im Dezember, bereits für das Sommerprogramm, das mit der Premiere in Gräfenberg beginnt. Giovanni Renz verspricht: „Es wird ein Programm, das die ganze Familie begeistert.“

Elsa fasziniert Kinder

Das Zelt steht bereits. Die Hightech-Musikanlage und die Lichtershow sind aufgebaut. Noch ist die Manege dunkel und die vier Kamele sind in einem anderen Zelt am Ende der Wiese untergebracht und kauen genüsslich. Heuballen liegen geschützt auf der Fläche. Gockel Anton bewacht das Gelände. Als Karawane ziehen die vier Kamele bei den Auftritten in die Manege.

Auch die anderen Tiere sind da. Das sind drei Lamas und ein Lamababy, gerade zehn Tage alt. „Sie heißt Elsa“, verrät Giovanni. Seine zweijährige Tochter Mileyna hat den Namen gegeben. Der Name passt, denn am Ende der zweistündigen Show gibt es für Kinder eine Überraschung, wenn Anna, Olaf und Elsa in der Manege sind und die Kinder die Helden der Eiskönigin hautnah erleben dürfen. Genauso dürfen sich die Erwachsenen auf prickelnde Akrobatik freuen.

Giovanni selbst wird das Publikum in drei Rollen faszinieren: Als Feuerspucker, als Jongleur und als Moderator. Selina frischt gerade ihre Performance auf. Sie ist bereits in ihrem Dress und wird die Frau sein, die 25 Hula Hoop Reifen gleichzeitig balanciert. Viel mehr Stunden Übung müssen die Luftakrobatinnen einbringen. In der Pandemie hatten sie keine Übungsmöglichkeiten. Ohne Zelt keine Luftakrobatik. Die Akrobatinnen werden am russischen Luftring oder mit der römischen Rolle begeistern. Und das sogar mit Skateboards.

Nur mit Liebe und Geduld

Die Clowns fehlen selbstverständlich nicht. Und auch die Tiere stehen nicht einfach nur in der Manege, sondern legen sich hin oder drehen Pirouetten. Dass immer mehr Tierschutzorganisationen gegen Tiere im Zirkus mobil machen, spürt die Familie Renz zum Glück nicht. „Wie es Peta und andere Organisationen darstellen, ist es nicht“, sagt Giovanni Renz.

Denn den Tieren Kunststückchen beizubringen sei wie einen Hund stubenrein zu erziehen. „Das geht nur mit Liebe, Geduld und Leckerle“, sagen die beiden Geschwister. Vor allem: „Ein Tier muss dazu geeignet sein“, sagt Giovanni. Auch bei den Renz' gibt es mit dem Hengst „Blitz“ ein Tier, das keine Kunststückchen vorführt und trotzdem mit dabei ist. Dass es den Tieren gut geht, davon dürfen sich die Leute in der Tierschau überzeugen. „Wir haben nichts zu verbergen“, sagt Giovanni. Dafür umso mehr zu zeigen und sie wollen die Besucher damit begeistern und faszinieren.

Weitere Vorstellungstermine: Vom 5. August bis 8. August täglich um 18 Uhr unterhalb der Norma in Gräfenberg, außer am Sonntag, da findet nur um 14 Uhr eine Vorstellung statt. Reserviert werden kann unter Telefon: (01 60) 1 03 63 38. Am Donnerstag ist großer Kindertag. Da gilt: Nur fünf Euro auf allen Plätzen. Sonntags ist Familientag. Eltern zahlen Kinderpreise. Für die Aktionen werden die Ermäßigungskarten benötigt, die in allen Geschäften erhältlich sind.

Keine Kommentare